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©  Katrin Lenhart/Springer Medizin
Prof. Dr. Kathrin Yen, Direktorin des Instituts für Rechts- und Verkehrsmedizin der Universität Heidelberg, und DDr. Martin Grassberger, Institut für Pathologie und Mikrobiologie der Krankenanstalt Rudolfstiftung, Wien, Ihr gemeinsam mit E.E. Türk herausg

Klinisch-forensische Medizin Interdisziplinärer Praxisleitfaden für Ärzte, Pflegekräfte, Juristen und Betreuer von Gewaltopfern Bestellreihe: Pflichtexemplare STM Wien Grassberger, Martin; Türk, Elisabeth E.; Yen, Kathrin (Hrsg.) 2013, 2013, XXVI, 643 Seiten 79,95 Euro ISBN 978-3-211-99467-2

Grassberger, Martin; Türk, Elisabeth E.; Yen, Kathrin (Hrsg.)SpringerWienNewYork 2013,643 Seiten79,95 EuroISBN 978-3-211-99467-2

© Katrin Lenhart/Springer Medizin

Prof. Dr. Kathrin Yen, Direktorin des Instituts für Rechts- und Verkehrsmedizin der Universität Heidelberg, und DDr. Martin Grassberger, Institut für Pathologie und Mikrobiologie der Krankenanstalt Rudolfstiftung, Wien, Ihr gemeinsam mit E.E. Türk herausgegebenes neues Werk „Klinisch-forensische Medizin – Interdisziplinärer Praxisleitfaden für Ärzte, Pflegekräfte, Juristen und Betreuer von Gewaltopfern“.

 
Leben 14. Dezember 2012

Im Dienste der Lebenden

Buchpräsentation in Wien.

Im historischen Ambiente des großen Schwurgerichtssaals des Landesgerichts Wien erfuhren etwa hundert Gäste, wie die „Rechtsmedizin am Lebenden“ im Zusammenspiel mit vielen Berufsgruppen, beispielsweise Juristen, Polizisten und Sozialarbeitern, einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, Gewaltopfer adäquat zu betreuen und ihnen zu ihrem Recht zu verhelfen.

Mitte November präsentierten Prof. Dr. Kathrin Yen, Direktorin des Instituts für Rechts- und Verkehrsmedizin der Universität Heidelberg, und DDr. Martin Grassberger, Institut für Pathologie und Mikrobiologie der Krankenanstalt Rudolfstiftung, Wien, Ihr gemeinsam mit E. E. Türk herausgegebenes Buch „Klinisch-forensische Medizin – Interdisziplinärer Praxisleitfaden für Ärzte, Pflegekräfte, Juristen und Betreuer von Gewaltopfern“.

Nach einem Gewaltverbrechen sind viele Spuren und Befunde oft nur kurzzeitig vorhanden. Werden sie nicht zeitnah erkannt und fachgerecht dokumentiert, gehen sie unwiederbringlich verloren und können dann im Falle eines Gerichtsverfahrens nicht mehr zugunsten des Opfers verwertet werden. Hier setzt die klinisch-forensische Untersuchung an, da sie im Unterschied zum kurativen Ansatz nicht ausschließlich auf die Heilung des Patienten abzielt, sondern darüber hinaus auch die Begutachtung, Spurensicherung und gerichtsverwertbare Dokumentation der Befunde zum Ziel hat. Herausgeberin Kathrin Yen war maßgeblich an der Einrichtung einer klinisch-forensischen Ambulanz in Graz beteiligt, in der Gewaltopfer sich ohne Anzeigenpflicht untersuchen lassen können; das mittlerweile bewährte Konzept wird zukünftig ebenfalls in Heidelberg und Wien eingeführt werden.

Die Zusammenarbeit von Medizinern, Juristen und vielen weiteren Berufsgruppen in diesem Zusammenhang gab den Anstoß zu diesem Projekt. 49 Kapitel hochkarätiger Experten decken alle Themen ab, die klinisch-forensische Fragestellungen aufwerfen: Kindesmissbrauch, Kindesmisshandlung, Folter, Sexualdelikte, die Rekonstruktion von Tat- oder Unfallhergängen, Altersschätzungen und medizinische Behandlungsfehler oder Versicherungsbetrug sind nur einige wichtige Bereiche, in denen (klinisch-) forensisches Know-how nicht nur bei Rechtsmedizinern, sondern allen ärztlichen und nichtärztlichen Berufsgruppen gefragt ist, die (frühen) Kontakt mit der betreffenden Person haben. Erstmals in dieser Form thematisiert wird auch sexuelle Gewalt gegen homosexuelle Männer.

Das ehrgeizige Ziel dieses Buchs besteht darin, alle diese Berufsgruppen für klinisch-forensische Aspekte zu sensibilisieren und ihnen das nötige Wissen und praktisches Handwerkszeug für eine fachgerechte Vorgehensweise in den meist schwierigen und komplexen Situationen zu vermitteln. Mit diesem Buch hoffen die Herausgeber und alle involvierten Autoren, einen Beitrag zur Optimierung der interdisziplinären Zusammenarbeit zu leisten und damit zu einer Verbesserung der Betreuung von Gewaltopfern beizutragen, damit diese letzten Endes vor Gericht nicht erneut das Nachsehen haben.

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