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Leben 11. Dezember 2012

Buchtipp: Zivilisation in der Sackgasse

Zivilisation in der Sackgasse. Plädoyer für eine artgerechte Menschenhaltung

Wuketits, Franz
1. Aufl. 2012
262 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Mankau-Verlag
20,60 Euro
ISBN 978-3-86374-054-2

 

„Diejenigen von uns, die Sympathien zu Tieren hegen, machen sich längst Gedanken über deren Wohlbefinden und Wohlergehen. Sie plädieren für eine artgerechte Haltung insbesondere unserer Heim- und Nutztiere. Ich plädiere analog dazu für eine artgerechte Menschenhaltung“, schreibt der Wiener Evolutionsbiologe Prof. Dr. Franz M. Wuketits in seinem neuesten Buch „Zivilisation in der Sackgasse“.

Leben wir noch artgerecht? Wir wohnen in anonymen Ballungszentren, schuften in Großbetrieben ohne Bezug zu den Früchten unserer Arbeit, müssen oft dem Job zuliebe auf familiäre und heimatliche Bindungen verzichten. Droht uns der Verlust der Menschlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes?

In den sogenannten zivilisierten Ländern westlicher Prägung ist nahezu jeder Vierte psychisch krank; stressbedingte Beschwerden, Depressionen und Burn-out-Syndrom sind auf dem Vormarsch. Kein Wunder, findet Wuketits – verlangen doch Beruf und Alltag vom Einzelnen eine Flexibilität, die der menschlichen Natur gar nicht entspricht. Sie überfordern den Einzelnen und widersprechen dem Menschen als Gattung. Unsere psychische Grundausstattung, erworben in vielen Jahrmillionen, ist auf die Erfordernisse dieser Zivilisation nicht zugeschnitten.

„Zivilisation in der Sackgasse“ will keine Zivilisationskritik im herkömmlichen Sinne sein, sondern sich auf die bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse der Evolutionsbiologie, Verhaltensforschung, Soziobiologie oder Anthropologie der letzten Jahre stützen. „Solang gesellschaftliche, politische und ökonomische Strukturen an diesen Erkenntnissen vorbeigehen, ist ein Verlust von Menschlichkeit (im doppelten Sinn des Wortes) vorprogrammiert“, warnt Wuketits und fordert von Gesellschaft, Politik und Ökonomie, die wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Wesen und die Bedürfnisse des Menschen ernst zu nehmen. „Wir können nicht in die Steinzeit zurückkehren - aber uns überlegen, wie wir dem Steinzeitmenschen in uns wieder gerecht werden können.“

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