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Leben 5. Dezember 2012

20 Jahre Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte

Das Jubiläum des größten österreichischen Menschenrechtsinstituts wird am 7. Dezember 2012 mit einem Benefizfest im Wiener "Porgy & Bess" gefeiert.

In den vergangenen Jahren hat sich das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte, kurz BIM genannt, mit seinen mittlerweile rund 50 MitarbeiterInnen zu einer international anerkannten Menschenrechtsinstitution entwickelt.

 

Das BIM wurde 1992 von Manfred Nowak und Hannes Tretter gegründet und organisierte kurz darauf die Aktivitäten von über 1.500 NGOs während der UNO-Weltmenschenrechtskonferenz in Wien, die zur Errichtung des UN Hochkommissariat für Menschenrechte führte.

Zur gleichen Zeit begann das BIM, neben der Erstellung zahlreicher menschenrechtlicher Staatenberichte für das österreichische Innen- und Außenministerium, mit einer umfangreichen empirisch-analytischen Studie über "ethnische Säuberungen" in der ostbosnischen Stadt Zvornik. Diese wurde später vom Jugoslawien-Tribunal in Den Haag zur Verfolgung von Kriegsverbrechen herangezogen. Als dem BIM für diese beiden Aktivitäten im Jahr 1995 ein Bruno Kreisky-Anerkennungspreis für Verdienste um die Menschenrechte verliehen wurde, startete es ein Projekt zur Identifizierung Verschwundener und Opfer des Völkermords in Srebrenica mit Büros in Sarajevo und Tuzla. Im Menschenrechtsjahr 1998 erarbeitete das BIM einen weit beachteten Vorschlag für ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz, das dem Nationalrat übermittelt wurde.

Erweiterung des Tätigkeitsbereichs

Seither, und nach einer Vielzahl unterschiedlichster Studien und Analysen, hat sich der Tätigkeitsbereich des Instituts kontinuierlich erweitert. Es arbeitet inzwischen zu allen wichtigen und aktuellen menschenrechtlichen Themen, und widmet sich dabei auch der Menschenrechtsbildung, "die für die Verankerung der Menschenrechte im Bewusstsein der Gesellschaft von entscheidender Bedeutung ist", wie Patricia Hladschik, die Geschäftsführerin des Instituts, betont.

Zudem erhielt das BIM 2002 - als bisher einziges Menschenrechtsinstitut - eine Generalmandatierung der Europäischen Kommission zur Durchführung sogenannter "Twinning-Projekte", mit denen EU-Kandidatenstaaten bei der Umsetzung des Acquis communautaire in den Bereichen Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit unterstützt werden. Bislang hat das BIM bereits mehr als 20 solcher Projekte durchgeführt. "Das BIM bildet dabei eine wichtige Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis", so Hannes Tretter.

Starkes Signal für die Menschenrechte


Das Jubiläumsfest am 7. Dezember will ein starkes Signal für die Menschenrechte sein. Es soll die Sichtbarkeit der Arbeit des Instituts unterstützen und das Thema stärker in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit rücken. Denn in Zeiten globaler Wirtschafts- und Finanzkrisen und weltweiter Armut kommt den Menschenrechten eine besondere Bedeutung zu, wie Manfred Nowak betont: "Die Menschenrechte sind das einzig universell anerkannte Wertesystem der Gegenwart, das die inhaltliche Grundlage für ein dringend benötigtes System von 'Global Governance' bilden kann, damit die Politik wieder die Oberhoheit über die entfesselten Kräfte des Neoliberalismus zurückerobert."

Infos zum Fest

TV-Moderatorin Corinna Milborn führt durch am 7. Dezember durch den Abend, an dem namhafte österreichische KünstlerInnen den Menschenrechten und dem Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte ihre Referenz erweisen: Johanna Arrouas, Aliosha Biz, Zuzana Ferjencíková, Josef Haslinger, das Poprzan/Jokic /Neuner/Petrova 4-tet, die KK-Strings, Nina Kusturica, Aida Loos, Clara Lucia, Karl Markovics, Anna Rot, die Rounder Girls, Gregor Seberg und Peter Turrini The Irresistibles sowie die Band !DelaDap, [dunkelbunt] und Tiga Lily.

Tickets für die Veranstaltung sind online unter www.porgy.at  und direkt vor Ort im Porgy & Bess, Riemergasse 11, 1010 Wien, erhältlich.

Die Veranstaltung beginnt um 22 Uhr.


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