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Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely und Frauenstadträtin Sandra Frauenberger freuen sich gemeinsam mit den MitarbeiterInnen von FEM über das 20-Jahr-Jubiläum.
 
Leben 28. November 2012

20 Jahre FEM

Das Frauengesundheitszentrum FEM (Frauen-Eltern-Mädchen) an der Semmelweis Frauenklinik feierte gestern sein 20-jähriges Bestehen.

Unter anderem gratulierten Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely und Frauenstadträtin Sandra Frauenberger den Mitarbeiterinnen und KooperationspartnerInnen der Servicestelle, die rasche, kompetente und frauenspezifische Gesundheitsinformation und Beratung sowie Orientierungshilfe im Medizinsystem bietet.

 

"Die Stadt Wien setzt auf medizinische Versorgung und Vorsorge speziell für die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen. Frauen haben ein besonders großes Gesundheits- und Körperbewusstsein. Für sie sind aber auch ganz spezifische Belastungen, Risiken und Krankheitsbilder kennzeichnend. FEM berät und informiert rund um das Thema Gesundheit, und das mittlerweile seit nun 20 Jahren. FEM ist dabei erste Anlaufstelle für viele Themen, die Frauen bewegen, wie etwa Sexualität, Verhütung oder Ernährung, und leistet auch Unterstützung für Frauen in schwierigen Situationen", gratuliert Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely zum 20-jährigen Bestehen.

"FEM hat sich in den 20 Jahren seines Bestehens zu einem zentralen Kompetenzzentrum für Frauengesundheit etabliert, wie die beeindruckende Bilanz zeigt: In 20 Jahren wurden rund 124.000 telefonische Anfragen und knapp 86.000 E-Mails beantwortet. Mehr als 141.000 persönliche Beratungs- und Informationskontakte mit Frauen und Mädchen fanden statt und somit leistet FEM einen wichtigen Beitrag für das dichte Beratungsnetzes für Frauen dieser Stadt", so die Frauenstadträtin Sandra Frauenberger. Jährlich zählt FEM derzeit etwa 40.000 Beratungskontakte mit Nutzerinnen.

20 Jahre nach der Gründung kann FEM auf ein beachtliches Angebotsspektrum verweisen. "Mit insgesamt 17 angestellten Mitarbeiterinnen und spezialisierten zusätzlichen 45 Trainerinnen betreuen wir rund 7.000 Frauen und Mädchen pro Jahr. Diese erreichen wir durch rund 3.000 Beratungsgespräche und 160 Kurse pro Jahr und durch aktuell 13 Gesundheitsförderungsprojekte", beschreibt die Leiterin von FEM, Daniela Kern-Stoiber. Durch 200 Veranstaltungen pro Jahr stärkt FEM die Frauenorientierung im Gesundheitswesen, ein Viertel davon für MultiplikatorInnen im Gesundheits- und Sozialbereich.

20 Jahre Kompetenzzentrum für Frauengesundheit

1992 von Beate Wimmer-Puchinger gegründet war das FEM in der Semmelweis Frauenklinik das erste Frauengesundheitszentrum in Österreich und Ausgangspunkt und Anregung für die Errichtung von Frauengesundheitszentren in ganz Österreich sowie die Etablierung eines österreichweiten Netzwerkes der Frauengesundheitszentren.

Den Status WHO Modellprojekt erhielt FEM durch sein europaweit einzigartiges Konzept, Frauengesundheitsförderung im Setting Krankenhaus zu implementieren. 1998 erhielt es den "WHO Award for Excellence in a Women's/Children`s Health Project" für den innovativen Charakter der Einrichtung, die vorbildhaften Konzeptideen sowie einzelne Gesundheitsförderungsmaßnahmen.

Zusammen mit FEM-Süd und M.E.N. bildet FEM seit 1999 das Institut für Frauen- und Männergesundheit, dessen Vorsitzende Dr.in Margit Endler, Ärztliche Direktorin des Kaiser Franz Josef Spitals, ist. Die Finanzierung des Instituts erfolgt zum überwiegenden Teil durch den Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), die Wiener Gesundheitsförderung (WiG), die MA 57, MA 17 und den Fonds Soziales Wien (FSW). Wichtige weitere FördergeberInnen sind der Fonds Gesundes Österreich, das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz sowie das Bundessozialamt.

Die Teams in den Gesundheitszentren sind interdisziplinär zusammengesetzt, bestehend aus PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, MedizinerInnen, PharmazeutInnen, ErnährungswissenschafterInnen, etc. Sowohl im Vorstand als auch im 15-köpfigen ExpertInnenbeirat finden sich ExpertInnen aus dem medizinischen und psychosozialen Bereich, die mit ihrem Know-How und ihrer Erfahrung zur Seite stehen.

Arbeitsschwerpunkte

Eine typische Woche im FEM bedeutet für die Mitarbeiterinnen 60 Telefonanrufe von Nutzerinnen und 300 E-Mails von Nutzerinnen beantworten, im Schnitt 60 persönliche Beratungsgespräche durchführen und rund 35 Jugendliche in Workshops schulen. Darüber hinaus werden im Schnitt pro Woche 17 Kurse und Vorträge mit 175 Nutzerinnen sowie ein bis zwei FEM-Veranstaltungen für Multiplikatoren, zum Beispiel Vernetzungsforen, Plattformtreffen, Fortbildungen ausgerichtet.

Dabei bietet FEM ein breites Spektrum an Informationsangeboten: So werden beispielsweise Mädchenworkshops zu den Themen Verhütung, Sexualität, Selbstwert, Schönheitsnormen und Gewaltprävention organisiert. Ein weiterer Themenschwerpunkt sind Essstörungen. Hier setzt FEM auf Beratungen, Therapiegruppen, Präventionsarbeit, Selbsthilfe, Vernetzung und Fortbildung. Die FEM - Elternambulanz im Wilhelminenspital zu Schwangerschaft, Geburt, Mutter/Eltern-Sein ist ein weiteres Erfolgsprojekt von FEM. Familiensprechstunden werden als unbürokratische Beratung zu Fragen der Kindererziehung angeboten. "6netz" bietet Information, Beratung und Betreuung rund um die Sexualität von Mädchen, Frauen und Paaren: Neben gezielter Sexualberatung für Mädchen und Frauen in der Lebensmitte zählen auch Verhütungsworkshops für Schulklassen und Workshops für Paare zum Service-Angebot.

Um Frauen zu erreichen, deren Hemmschwelle dem Gesundheitssystem gegenüber sehr hoch ist oder für die aufgrund sprachlicher, kultureller oder anderer Barrieren der Zugang zu Gesundheitsangeboten erschwert ist, wurden maßgeschneiderte Serviceangebote entwickelt. Ein mehrsprachiges Beratungs- und Informationsangebot wendet sich so zum Beispiel direkt an Frauen und Mädchen in türkischer, bosnischer, serbischer und kroatischer, englischer, französischer und italienischer Sprache.

Alle Service-, Beratungs- und Informationsangebote finden sich auf http://www.fem.at/

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