zur Navigation zum Inhalt
 
Leben 6. November 2012

Telekardiologie - ein neuer Weg zurück

Pensionsversicherungsanstalt: Die medizinische Rehabilitation gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Die Pensionsversicherungsanstalt beschreitet dabei in vielen Bereichen neue Wege, um einerseits die Qualitätstandards laufend zu erhöhen und andererseits den Menschen nach Erkrankungen bessere Möglichkeiten zu bieten, wieder gesund, leistungsfähig und aktiv zu werden.

Im Bereich der Rehabilitation nach Herzinfarkten wurde dazu von der Pensionsversicherungsanstalt in der Sonderkrankenanstalt-RZ Großgmain die Pilot-Studie "Rehabilitation bei koronarer Herzerkrankung mit anschließendem telemedizinisch überwachtem Trainingsprogramm", kurz "TRIC" (TeleRehabilitation In Coronary Artery Disease), gestartet. Die an der Studie teilnehmenden Patienten und Patientinnen erleben dabei eine völlig neue Therapieform: eine sehr kurze stationäre Rehabilitation und danach ein 10-wöchiges Fortsetzungsprogramm im gewohnten privaten Lebensumfeld - begleitet mittels Telemetrie. Die Studie soll zeigen, ob die medizinischen Ergebnisse der Telereha-Patienten und Patientinnen besser sind als jene, die eine traditionelle vierwöchige stationäre Rehabilitation absolvieren.

Hoher Stellenwert der Rehabilitation in der Pensionsversicherungsanstalt


"Die steigende Bedeutung der medizinischen und beruflichen Rehabilitation wird heute von niemandem mehr in Frage gestellt. Umso wichtiger ist es auf diesen Gebieten innovative Entwicklungen zu ermöglichen und zu fördern" sagt Manfred Felix, Obmann der Pensionsversicherungsanstalt und ergänzt: "Die Pensionsversicherungsanstalt übernimmt hierbei mit ihren eigenen Rehabilitationskliniken eine wichtige Vorreiterrolle. Die möglichst frühzeitige Reintegration der Patientinnen und Patienten in ihr berufliches und gesellschaftliches Leben ist immer das vorrangige Ziel. Am Beispiel dieses Pilotprojektes lässt sich dies besonders gut darstellen."

"Doppelter Nutzen" der Rehabilitations-Einrichtungen

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller bezeichnet die Rehabilitationsmedizin neben der Prävention und der Akutmedizin als "dritte Säule, auf der das Gesundheitswesen basiert. Die Rehabilitation ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zurück in ein aktives und selbstbestimmtes Leben. Innovationen auf diesem Gebiet bringen Vorteile für die Menschen", so Burgstaller.

Die Landeshauptfrau verweist auf einen "doppelten Nutzen": "Der gesundheitspolitische Nutzen der Rehabilitation ist enorm, Salzburg hat daher in den vergangenen Jahren bewusst und gezielt den Ausbau der Reha-Einrichtungen vorangetrieben. Bestehende, bewährte Einrichtungen wurden durch neue Einrichtungen bedarfsgerecht und im Rahmen eines langfristigen Gesamtkonzeptes ergänzt", sagt Burgstaller. "Neben dem gesundheitlichen Aspekt haben wir in Salzburg dabei immer auch den Arbeitsmarkt-Effekt im Auge gehabt. Arbeitsplätze in der Rehabilitation sind Arbeitsplätze mit Zukunft", ergänzt Burgstaller. Im Rahmen einer gezielten Reha-Offensive wurde seit dem Jahr 2010 das Reha-Angebot in Salzburg um fünf weitere Einrichtungen ergänzt und erweitert.

"Mit den Standorten St. Veit, Hallein und Oberndorf ist auch der Schritt in die Regionen gelungen, das ist konsequent im Sinne der Gesundheitspolitik", ist die Landeshauptfrau überzeugt. Sie verweist auf die rund 260 fixen Arbeitsplätze und über 180 Reha-Betten an den Standorten, die in den Regionen eine echten Wertschöpfungsfaktor darstellen. "So eine Reha-Einrichtung schafft neben den qualifizierten Arbeitsplätzen für Fachkräfte auch Möglichkeiten für Lieferanten, Handwerker und Zulieferbetriebe in unmittelbarere Nähe. Das ist für die gesamte Region ein entscheidender Wohlstands- und Zukunftsfaktor", ist die Landeshauptfrau überzeugt.

"Die Pensionsversicherungsanstalt mit ihren drei Salzburger Standorten Bad Hofgastein, Großgmain und Saalfelden ist ein kompetenter Partner in diesem Feld. Mit insgesamt 438 Betten und 442 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beweist sie hohe medizinische Kompetenz und zeichnet sich durch ihre Anstrengungen aus, die Qualitätsstandards immer weiter zu erhöhen", hebt Landeshauptfrau Burgstaller hervor und betont die Bedeutung von kompetenten Partner im Gesundheitswesen.

Kardiologische Rehabilitation

Ziel der kardiologischen Rehabilitation ist es, Patientinnen und Patienten nach einem Herzinfarkt wieder in die Gesellschaft zu reintegrieren, beruflich zu rehabilitieren und krankheitsverursachende Risikofaktoren (Blutfette, Rauchen, Bewegungsmangel, hoher Blutdruck) nachhaltig zu beeinflussen. Im Rahmen einer stationären Rehabilitation werden diese nach einem akuten Ereignis in einem Zentrum vier Wochen standardisiert rehabilitiert. "Während durch eine entsprechende Ernährung, Lebensstilmodifikation und Bewegungsprogramme eindrucksvolle Ergebnisse in der Reduktion der Risikofaktoren (Gewicht, Blutdruck, Blutfette) erreicht werden, gelingt es häufig nicht, diesen primär erzielten Erfolg nachhaltig aufrecht zu erhalten", stellt Primar Dr. Johann Altenberger fest. "Zur weiteren Optimierung des Rehabilitationserfolges braucht es darüber hinaus Innovationen, die am Problem der mangelnden Nachhaltigkeit ansetzen. Es sollte gelingen, Lebensstilmodifikationen in den Alltag zu integrieren und somit in die eigenen vier Wände zu transferieren", ist Primar Dr. Altenberger überzeugt. 

Pilotstudie TRIC

Ein moderner und innovativer Ansatz der Rehabilitation wird in einer durch die Ethikkommission Salzburg und den einstimmigen Beschluss des Vorstandes der Pensionsversicherungsanstalt genehmigten Studie zur Rehabilitation bei koronarer Herzkrankheit in der SKA-RZ Großgmain seit November 2011 getestet. Die sogenannte TRIC-Studie (TeleRehabilitation In Coronary Artery Disease) wird in zwei Gruppen, nämlich mit einer Interventionsgruppe (TeleReha-Gruppe) und in einer Kontrollgruppe geführt. Es werden 150 Patientinnen und Patienten (jeweils 75 pro Gruppe) in fünfzehn Monaten eingeschlossen werden.

Berufstätige Patientinnen und Patienten zwischen 20 und 55 Jahren mit einer koronaren Herzerkrankung mit oder ohne unkomplizierten Herzinfarkt nehmen in der TeleReha-Gruppe bei einem stationären Aufenthalt von nur zwei Wochen an einem standardisierten Schulungs- und Trainingsprogramm teil. Danach führen sie zu Hause ein telemedizinisch überwachtes Bewegungstraining über einen Zeitraum von 10 Wochen durch und erleben dabei eine völlig neue Therapieform.

Ziele der Studie - Prüfung der Durchführbarkeit, Nutzen für alle

Die Studie soll zeigen, ob die medizinischen Ergebnisse der Patientinnen und Patienten der TeleReha-Gruppe besser sind als jene, die eine traditionell vierwöchige stationäre Rehabilitation absolvieren. Dabei wird auch eine Kosten-Nutzen- Rechnung aufgestellt. "Als Sozialversicherungsträger ist uns der sorgsame Umgang mit jenen Mitteln, welche uns von unseren Versicherten überantwortet werden, ein selbstverständliches Anliegen", erklärt Generaldirektor-Stellvertreterin Gabriele Eichhorn und führt weiter aus: "Umso erfreulicher ist es, wenn medizinische Konzepte wie im vorliegenden Fall letztlich nicht nur den volkswirtschaftlichen, sondern auch den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen entsprechen. Alleine schon die Verringerung der stationären Aufenthaltsdauer auf die Hälfte und die frühere Rückkehr in das gewohnte soziale Umfeld sind hier besonders hervorzuheben."

Sonderkrankenanstalt - Rehabilitationszentrum Großgmain

Die SKA-RZ Großgmain ist eine von 16 Eigenen Einrichtungen der Pensionsversicherungsanstalt, die stationäre Maßnahmen der Rehabilitation und Gesundheitsvorsorge anbieten. Insgesamt liegen im Bundesland Salzburg drei und in Oberösterreich vier Rehabilitationszentren der Pensionsversicherungsanstalt. Obmann-Stellvertreter Peter Lehner weist in diesem Zusammenhang - neben der Wichtigkeit der Rehabilitation für die Versicherten, Pensionistinnen und Pensionisten selbst - auf die Bedeutung der Eigenen Einrichtungen der Pensionsversicherungsanstalt für die regionale Wirtschaft hin: "In der SKA-RZ Großgmain allein sind insgesamt rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, wodurch neben dem Aufenthalt der Patientinnen und Patienten und deren Besucher vor Ort eine nicht unbedeutende Wertschöpfung erfolgt." Besonders freut ihn, dass an diesem Pilotprojekt insbesondere Menschen aus Oberösterreich und Salzburg teilnehmen und davon profitieren.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben