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© Michael Kneffel
Claus Peymann
© (2) Georg Soulek/Burgtheaterl

Claus Peymann anlässlich der Verleihung des Ehrenringes mit dem von Xenia Hausner gemalten Porträt.

Verleihung des Ehrenringes: v.l. Katharina Gmeiner-Wagner, Hermann Gmeiner-Wagner, Dr. Claudia Schmied, Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, Dr. Georg Springer, General-Direktor der Bundestheater und Claus Peymann.

© Juwelier Wag

Der Ehrenring des Burgtheaters: Karneol mit eingravierter Fassade. ner

 
Leben 10. November 2012

Ehrung für einen Unangepassten

Das Wiener Burgtheater ehrt einen der Großen des deutschsprachigen Theaters: Claus Peymann wurde zum Ehrenmitglied des Hauses am Ring ernannt.

Seit 2010 werden mit dem Ehrenring aus dem Hause Juwelier Wagner bedeutende Persönlichkeiten des Wiener Burgtheaters ausgezeichnet: eine Würdigung Claus Peymanns, der im Juni seinen 75. Geburtstag feierte.

Vor 26 Jahren übernahm Claus Peymann als Direktor des Wiener Burgtheaters die Leitung einer der wichtigsten Bühnen im deutschen Sprachraum. Zuvor hatte er bereits in den sieben Jahren am Schauspielhaus Bochum seine maßgebende Stellung in der deutschen Theaterszene gefestigt. Schon in seiner Zeit in Bochum und davor am Schauspielhaus Stuttgart schrieb er Theatergeschichte. Peymanns kritische Haltung beschränkte sich jedoch nie allein auf die künstlerische Arbeit und sorgte dadurch für reichlich Zündstoff.

Die Ära Peymann

Das Burgtheater unter der Direktion Peymanns präsentierte sich folglich nicht nur zeitgemäß engagiert, sondern auch dezidiert kritisch. Damit wurde diese österreichische Kulturinstitution unter seiner Führung konsequenterweise nicht nur ein Ort der künstlerischen, sondern auch der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung. Zeitgenössischen österreichischen Autoren wie Thomas Bernhard, Peter Handke, Peter Turrini und Elfriede Jelinek ermöglichte er – teils heftig umstrittene – Uraufführungen ihrer Werke. Während seiner dreizehnjährigen Intendanz holte Peymann außerdem bedeutende Regisseure an die Burg, darunter etwa Hans Neuenfels, Einar Schleef, Giorgio Strehler, George Tabori und Peter Zadek. Mit den herausragenden Schauspielern der Wiener Burgtheater-Ära der 1980er- und 1990er-Jahre wie Gert Voss, Ignaz Kirchner und Kirsten Dene arbeitet Peymann teilweise bis heute zusammen.

1999, nachdem sein Vertrag als Direktor des Burgtheaters nicht verlängert wurde, ging er als Intendant nach Berlin, um sich mit dem Berliner Ensemble im Theater am Schiffbauerdamm weiteren künstlerischen Herausforderungen zu stellen. Das Verhältnis zu Österreich blieb für Claus Peymann jedoch über all die Jahre ein besonderes. Im Jahr 2002 erhielt Peymann zudem den Nestroy-Preis für sein Lebenswerk. Mit der Inszenierung von Shakespeares Richard II., die vor mehr als zehn Jahren ihre Premiere im Berliner Ensemble hatte, kam Peymann, diesmal allerdings als Regisseur, 2010 mit eben jenem Berliner Ensemble ans Wiener Burgtheater. Abgesehen davon bleibt er vorläufig Berlin treu: Den Vertrag als Intendant des Berliner Ensemble hat er bis 2014 verlängert.

Besondere Würdigung

Der erste gedankliche Anstoß, einen Ehrenring zu kreieren, geht auf Dr. Georg Springer, General-Direktor der Bundestheater zurück. Bereits 2003 hatte er mit Juwelier Hermann Gmeiner-Wagner besprochen, ein außergewöhnliches und unverwechselbares Schmuckstück zu schaffen. Aus dem gemeinsamen Anliegen, wertvolles Kulturgut in Wien zu erhalten und zu fördern, wurde 2004 zunächst der Ehrenring der Wiener Staatsoper als besonderes Zeichen der Würdigung gestaltet.

Zum illustren Kreis der Ehrenmitglieder der Wiener Staatsoper gehören unter anderen Startenor Neil Shicoff, der frühere Direktor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender sowie der Dirigent Seiji Ozawa. Der derzeitige Direktor des Wiener Burgtheaters, Matthias Hartmann zeigte sich begeistert von der Form der Auszeichnung der Ehrenmitglieder der Wiener Staatsoper. Daraus entwickelte sich 2010 eine Kooperation mit Juwelier Wagner, woraus der Ehrenring des Wiener Burgtheaters entstand.

Burgtheater Ehrenring

Das markante äußere Erscheinungsbild des Bauwerks bestimmt die Gestaltung des Ringes, der in enger Zusammenarbeit mit Dr. Georg Springer, dem Direktor des Burgtheaters Matthias Hartmann und Juwelier Hermann Gmeiner-Wagner entworfen wurde. Außen ist die Fassade des Burgtheaters in den gefassten Karneol des in 18 Karat Weißgold ausgeführten Rings graviert. Der rötliche Karneol erinnert zudem an die Farbe des Bühnenvorhangs im Zuschauerraum. Auf der Rückseite des Steins ist die stilisiert wiedergegebene Faltung des Vorhangs sichtbar. Ähnlich wie der Ehrenring der Wiener Staatsoper trägt der Burgtheater-Ehrenring die Ansicht des Zuschauerraums auf der Innenseite der Ringschiene. In beiden Ehrenringen wurde als Signatur des Hauses Wagner, ein blauer Saphir in Quadratschliff gefasst. Auf der Ringschiene ist zudem der Name des Ehrenmitglieds eingraviert. Claus Peymann wurde dieser Ring individuell angepasst und nach einer Laudatio von Maria Happel, die Peymann 1991 ans Burgtheater geholt hatte, am 25. Oktober 2012 in einem feierlichen Festakt an der Stätte seines früheren Wirkens überreicht.

Bislang wurde dieser Ring erst an zwei der ganz Großen der Burg verliehen. Der Doyen des Burgtheaters, Kammerschauspieler Michael Heltau, erhielt anlässlich der Ehrenring-Premiere im Hause Wagner, als Erster dieses außergewöhnliche Schmuckstück. Der Doyenne des Hauses, Kammerschauspielerin Annemarie Düringer, wurde diese Auszeichnung im Jahr 2010 verliehen. Gert Voss erhielt 2011 als Ehrenmitglied den Ehrenring des Wiener Burgtheater. Mit Claus Peymann hat nun der Ehrenring des Wiener Burgtheaters einen weiteren würdigen Träger gefunden.

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