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Leben 27. Oktober 2012

Einer von Dollys Vätern ist gestorben

Keith Campbell war ein Experte auf dem Gebiet der Zellzüchtung und erlangte seinen großen Durchbruch mit dem Klonschaf Dolly.

Der Biologe Professor Keith Campbell, der mit Dr. Ian Wilmut 1996 das Klonschaf Dolly schuf, ist überraschend am 5. Oktober 2012 im Alter von 58 Jahren gestorben. An der Universität von Nottingham in Großbritannien hatte der Wissenschaftler bis zuletzt geforscht.

Campbell erforschte seit 1991 am Roslin-Institut in Nottingham die Zelldifferenzierung und die gezielte Züchtung von Nutztieren. 1995 gelang ihm die Schaffung der beiden Lämmer Megan und Morag durch Klonen aus gezüchteten ausdifferenzierten Zellen. Der größte Erfolg gelang ihm dann mit Wilmut durch die Schaffung des Schafes Dolly, das sich durch Klonen aus einer ausdifferenzierten Zelle aus der Milchdrüse eines Schafes entwickelte. In Zusammenhang mit dem Unternehmen PPL Therapeutics gelang ihm dann erstmals, ein transgenes Säugetier zu klonen: das Schaf Polly, das sich aus einer zuvor genetisch veränderten Zelle entwickelte. Seit 1999 war Campbell Professor für Tierentwicklung an der Universität von Nottingham. Außer dem Klonen widmete er sich auch dem Reprogrammieren von ausdifferenzierten Zellen.

Nobelpreis für Physiologie und Medizin 2012

Die Zellforschung konnte in den letzten Jahren viele wichtige Erkenntnisse erforschen, sodass basierend auf diesen bereits therapeutische Ansätze in den Kliniken etabliert werden konnten. So verwundert es nicht, dass die Wissenschaftler John Gurdon, Klonpionier aus Großbritannien, und Shinya Yamanaka, Stammzellforscher aus Japan, den diesjährigen Nobelpreis für Physiologie und Medizin erhalten.

Eigentlich waren es Gurdons Grundlagenforschungen, die Campbell und Wilmut weiterentwickelten und letztlich das Schaf Dolly schufen. Schon in den 1960-Jahren hatte nämlich Gurdon in seinen Versuchen mit Fröschen bewiesen, dass sich die Spezialisierung von Zellen wieder umkehren lässt. Seine Erfolge waren gewissermaßen der Zündfunke für die Forschungen zur Reprogrammierung von Zellen. Anfang der 2000er-Jahre schaffte er es schließlich u. a., humane adulte Zellen zu reprogrammieren. Dabei verwendete er die Zellkerne von Lymphozyten, die er aus dem peripheren Blut von Probanden isoliert hatte.

Etwa 40 Jahre später nach Gurdons Arbeiten schaffte Yamanaka eine Reprogrammierung bei bereits vollständig ausdifferenzierten Hautzellen von Mäusen. Dies gelang ihm mit- hilfe von vier Genen, die in die Zellen eingeschleust wurden. Dabei entstanden induzierte pluripotente Stammzellen (iPS), die den embryonalen sehr ähnlich sind und die Entwicklung von Neuronen, Kardiomyozyten und Darmzellen möglich machte.

Quelle: ÄZ/www.springermedizin.de

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