zur Navigation zum Inhalt
Kinder lesen im Gesicht, was Eltern denken. Ein Gesicht mit weniger Mimik könnte zu Missverständnissen führen.
 
Leben 19. Oktober 2012

Botox beeinträchtigt Kindererziehung

Laut einer Studie sollen Eltern aufgrund von Behandlungen im Gesicht Emotionen nicht richtig zeigen können.

Bei der Kommunikation mit Kindern sollten im Idealfall sowohl Sinn der Worte als auch Gestik, Mimik und Stimme übereinstimmen. Die natürliche Mimik geht aber aufgrund von zunehmenden Schönheitsbehandlungen im Gesicht verloren, sodass einer US-Studie zufolge die Kleinen irritiert sind und bestimmte Botschaften nicht verstehen lernen.

Rund 14 Millionen Amerikaner haben sich vergangenes Jahr einer Schönheitsoperation unterzogen. Fünf Prozent davon waren Botoxbehandlungen. Eine Studie der Universität Massachusetts für Kinderheilkunde und Psychiatrie (http://umass.edu  besagt, dass diese Behandlungen Kinder verwirren, da Eltern aufgrund der Einstellung der Muskelbewegungen im Gesicht, die wichtig für die Mimik sind, emotional kalt wirken. Gesichtsausdrücke sind jedoch wesentlich für das Ausdrücken von Gefühlen.

Mimik nicht ausschlaggebend

Nicht längst alle Kinderpsychologen sehen Nachteile dieser Schönheitsbehandlung in Bezug auf die Kinder. „Ich glaube nicht, dass Botox-Behandlungen besondere negative Auswirkungen haben“, sagt die Wiener Kinder- und Jugendpsychologin Silvia Rauhofer (http://kinder-jugendpsychologie.at. Bei der Kindererziehung sei demnach nicht allein der Gesichtsausdruck von Bedeutung, sondern zum Beispiel auch die Körperhaltung, die Ausdrucksweise und vor allem der Inhalt von großer Bedeutung. „Außerdem wachsen Kinder auch mit anderen Personen wie Geschwister, Kindermädchen oder -gärtnerin und Vater auf“, erläutert Rauhofer. Das Kind lerne dann, auf Faktoren der Körpersprache zu achten und sich nicht allein auf die Mimik zu konzentrieren und diese zu bewerten.

Vorbildfunktion führt zu Imitation

Die Wissenschaftler der Erhebung meinen auch, dass Eltern, die Schönheitsoperationen befürworten, ihren Kindern ein verzerrtes Bild bezüglich innerer Schönheit geben und sie als schlechtes Vorbild fungieren würden. „Alles, was Eltern machen, dient als Vorbildfunktion“, führt die Kinderpsychologin aus. „Wenn sich eine Mutter unnötigerweise und zu viel operieren lässt, dann kann das schon negative Auswirkungen haben“, so Rauhofer.

So könnten auch jugendliche Töchter dazu neigen, sich vom Arzt etwas korrigieren zu lassen, da sie es so vorgelebt bekommen haben. „Grundsätzlich denke ich jedoch, dass es jedem Erwachsenen überlassen ist, sich vom Arzt verändern zu lassen, wenn diese Person überaus unglücklich mit sich ist und kein Selbstwertgefühl hat“, so die Psychologin. „Dass sich das negativ auf die Kinder auswirkt, bezweifle ich“, schließt sie ab.

Quelle: PTE

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben