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Leben 18. Oktober 2012

Springer-Autoren unter den Nobelpreisträgern 2012

Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaft ging an herausragende Wissenschaftler.


Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ging an John B. Gurdon und Shinya Yamanaka. Beide waren maßgeblich an der Entdeckung beteiligt, dass ausgereifte Körperzellen eines bestimmten Zelltyps (z.B. Nervenzellen) zu pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) umprogrammiert werden können. Diese sind in der Lage sich zu jedem beliebigen Zelltyp oder Gewebe eines Organismus zu entwickeln. John B. Gurdon konnte dies bereits ifn den 60er Jahren zeigen: In seinem Experiment entwickelte sich ein ungeborener Frosch ausschließlich aus speziellen Körperzellen zu einem voll ausgebildeten und lebensfähigen Tier. Die pluripotenten Informationen der Stammzellen mussten demnach auch in den spezialisierten Körperzellen noch lückenlos vorhanden sein. Seine Forschungsergebnisse erschienen in Springer-Fachzeitschriften wie Journal of Biosciences und Development Genes and Evolution und der Buchreihe Methods in Molecular Biology. 2006 gelang Shinya Yamanaka die erste aktiv durchgeführte, künstliche Umwandlung von Körperzellen in iPS-Zellen: er konnte Hautzellen von Mäusen zu pluripotenten Stammzellen umprogrammieren. Die Resultate seiner Experimente wurden in Fachzeitschriften wie BMC Development Biology und in der Springer-Buchreihe Methods in Molecular Biology veröffentlicht. Aktuell ist außerdem das Buch Nuclear Reprogramming and Stem Cells bei Springer erschienen, in dem Shinya Yamanaka zusammen mit zwei weiteren Autoren die Entwicklungen.

In der Kategorie Physik wurde der Nobelpreis an Serge Haroche und David J. Wineland vergeben. Beiden gelangen unabhängig voneinander Experimente zur Isolierung und Beobachtung einzelner Licht- und Materie-Partikel, bei denen die quantenphysikalischen Eigenschaften der Teilchen untersucht werden konnten. Solche praktischen Versuche galten lange als nicht durchführbar: Elementarteilchen sind nur sehr schwer aus ihrer Umgebung zu lösen und verlieren außerdem ihre Quanten-Eigenschaften, sobald eine Wechselwirkung mit der Außenwelt stattfindet. Serge Haroche und David J. Wineland konnten jeweils eine neue Methode entwickeln, die es erlaubt isolierte Partikel zu beobachten, zu kontrollieren und zu zählen, ohne dass die quantenphysikalischen Eigenschaften der Elementarteilchen verloren gehen. Dazu veröffentlichte Serge Haroche zahlreiche Artikel in den Zeitschriften des European Physical Journal und schrieb mehrere Kapitel für die Springer-Buchreihe Lecture Notes in Physics. Die Forschungsergebnisse von David J. Wineland wurden insbesondere in der Springer-Fachzeitschrift Hyperfine Interactions und den Zeitschriften Applied Physics A + B publiziert.

Robert J. Lefkowitz und Brian K. Kobilka erhielten den Nobelpreis für Chemie. Die beiden Wissenschaftler konnten entschlüsseln wie Zellen ihre Umgebung wahrnehmen. Lange Zeit wurde vermutet, dass dies durch Rezeptoren geschieht, mit denen Zellen auf Hormone reagieren können. Doch Genaueres blieb im Verborgenen. Robert J. Lefkowitz gelang es schließlich verschiedene dieser Rezeptoren durch Radioaktivität nachzuweisen: Er entdeckte sie in den Zellwänden und erlangte insbesondere durch den Rezeptor für Adrenalin (β-adrenergic receptor) ein grundlegendes Verständnis ihrer Funktionsweisen. Zu seinen Forschungsergebnissen veröffentlichte er mehrere Artikel in Springer-Fachzeitschriften wie The Journal of Membrane Biology und Molecular Neurobiology. Brian K. Kobilka setzte diese Arbeit fort und isolierte den β-adrenergic-Rezeptor aus dem komplexen menschlichen Genom. Bei der Analyse dieses Rezeptors stellte er fest, dass es eine Vielzahl dieser Rezeptoren geben müsse, die alle ähnlich aufgebaut sind und in ähnlicher Weise arbeiten. Die Resultate seiner wissenschaftlichen Arbeit erschienen in Fachzeitschriften wie Mammalian Genome sowie in Buchkapiteln, z.B. in der Encyclopedia of Molecular Pharmacology, und Protokollen in der Buchreihe Methods in Molecular Biology bei Springer. Aufgrund der Forschung von Lefkowitz und Kobilka ist heute bekannt, dass alle diese Rezeptoren in der Familie der „G-Protein gekoppelten Rezeptoren“ zusammengefasst werden können. Sie erlauben uns die Wahrnehmung von Licht, Geschmack, Geruch, Adrenalin, etc. und sind verantwortlich für die erfolgreiche Wirkung von 50 Prozent aller Medikamente.

Der Preis für Wirtschaft ging an die amerikanischen Wissenschaftler Alvin E. Roth und Lloyd S. Shapley. Sie wurden für ihre Erkenntnisse zur stabilen Allokation und zur Beschaffenheit von Märkten geehrt. Lloyd S. Shapley erarbeitete die theoretischen Hintergründe: Er nutzte die kooperative Spiel-Theorie, um „verschiedene Akteure auf bestmögliche Weise zusammenzubringen“. So lassen sich beispielsweise Studenten zu passenden Universitäten zuordnen – oder Patienten zu geeigneten Spenderorganen. Doch nicht in der reinen Zuweisung liegt die Herausforderung, sondern in der Forderung nach Stabilität. Die Akteure werden einander demnach nicht willkürlich zugeteilt, sondern genau so, dass am Ende jeder seinen optimalen Partner gefunden hat. Auf diese Weise werden auch Manipulationsversuche verhindert, denn keiner der Teilnehmer kann einen besseren Partner finden, als den, dem er zugeordnet wurde. Zahlreiche Artikel von Lloyd S. Shapley zu seinen Forschungsergebnissen wurden im International Journal of Game Theory bei Springer veröffentlicht. Alvin E. Roth nutzte diese Theorie als Grundlage für seine praxisorientierte Arbeit, deren Resultate in Springer-Fachzeitschriften wie Economic Theory, Journal of Risk and Uncertainty und Experimental Economics erschienen. Roths erstes Buch, Axiomatic Models of Bargaining, wurde 1979 bei Springer veröffentlicht.

Dank dem aktuell laufenden Projekt Springer Book Archives, wird dieses Buch, das seit langer Zeit vergriffen war, bald wieder verfügbar sein.

Information: Springer Book Archives

Insgesamt zählt Springer über 200 Nobelpreisträger aus Medizin, Chemie, Physik und Wirtschaft sowie einen Friedensnobelpreisträger zu seinen Autoren und Herausgebern.

PA Springer Heidelberg/NewYork, springermedizin.at

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