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Wahrheit oder Lügen? Was hat mehr Wirkung?
 
Leben 12. Oktober 2012

Lügen sind glaubwürdiger

Negatives etabliert sich aufgrund schwieriger Verdrängung einfacher.

Die neueste Forschung der Western Australia Universität haben ergeben, dass Menschen weiterhin an Lügen glauben, auch wenn sich diese als falsch erwiesen haben. Dies basiert auf eine negative Festigung im Gehirn, die darauf zurückzuführen ist, dass das Zurückweisen einer Information eine höhere kognitive Anstrengung verlangt als das Akzeptieren einer Auskunft.

Fehlinformation festigt sich vor allem dann, wenn sie mit unseren präexistierenden politischen, religiösen und sozialen Einstellungen übereinstimmt. Die Mühe des Zurückziehens dieser falschen Sachverhalte führt oft zum gegenteiligen Ergebnis, nämlich der Stärkung dieser. Dieses Phänomen erschwert infolge eine Gedankenänderung auf drei Ebenen.

Auf der individuellen Ebene führt ein Irrglaube über Gesundheitsmaßnahmen, wie etwa der ungerechtfertigten Angst vor Impfungen, zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen. Auf der sozialen Ebene können Lügen über politische Angelegenheiten zu Schaden führen. Auf der globalen Ebene hingegen können Handlungen zugunsten des Klimawandels durch bestehende Fehlinformation verhindert werden.

Der Wiener Soziologe und Lügenforscher Peter Stiegnitz erläutert, dass sich dasselbe Phänomen auch im Bezug auf negative Schlagzeilen ergibt. „Der Mensch tendiert dazu, Negatives wahrscheinlicher zu glauben als Positives, da der Unterhaltungswert größer ist“, erklärt der Wissenschaftler. „Erst wenn sich ein Zug um Stunden verspätet, schreiben die Medien darüber, weil sich Negativschlagzeilen besser verkaufen“, führt Stiegnitz aus.

Der Mensch hätte des Weiteren auch nichts dagegen, wenn er in einem geringen Maße angelogen würde. Um auch Positives zu glauben, müsse man Information auf sich selbst beziehen. „Man muss die eigene Stärke suchen – dann glaubt man auch an das Positive, wie zum Beispiel Schmeicheleien“, erklärt der Lügenforscher abschließend.

Western Australia Universität: http://uwa.edu.au  

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