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Übergabe der Parkinson-aktiv-Preise: oben v.l.: Judith Mair (Abbott), Primarius Dr. Dieter Volc (Dachverband Parkinson Selbsthilfe), Renate Lemanski (Moderatorin), unten: Mimi Sembera (Parkinson Selbsthilfe Wien), Gabi Bauer und Herta Vollrath (Selbsthilf
 
Leben 25. September 2012

Mit künstlerischen Aktivitäten in Bewegung bleiben

Vernissage der Parkinson Selbsthilfe Österreich.

 
In der Ausstellung „Parkinson kreativ“ am 24.9. präsentierte die Parkinson Selbsthilfe Wien mehr als 100 kreative Kunstobjekte, darunter bemalte Taschen, handgefertigten Schmuck und kunstvolle Gemälde. Alle ausgestellten Gegenstände wurden von Parkinson-Betroffenen selbst angefertigt.

 

Die Kunstobjekte unterstreichen die Bedeutung von kreativen Tätigkeiten für Parkinson-Patienten, wenn es darum geht, so lange wie möglich aktiv und in Bewegung zu bleiben, sowohl körperlich als auch geistig. Um weitere Aktivitäten von Parkinson-Betroffenen zu fördern, wurde anlässlich des Welt-Parkinson-Tages im April 2012 der Patientenpreis „Parkinson aktiv“ ins Leben gerufen. Im Rahmen der Vernissage sind nun unter zahlreichen Einreichungen drei Projekte „von Patienten für Patienten“ prämiert worden.

Künstlerische Tätigkeiten bieten Parkinson-Betroffenen vielfältige Vorteile: Zum einen kommen Emotionen zum Ausdruck und Betroffene erfahren wertvolle Selbstbestätigung sowie Anerkennung von außen. Zum anderen werden die Motorik und die Fähigkeit, feine künstlerische Tätigkeiten zu verrichten, gefördert. So ist kreatives Werken und Schaffen oft ein Weg für Betroffene, um mit ihrer Erkrankung besser umgehen zu können.

Dies verkörperte auch die heutige Kunstausstellung „Parkinson kreativ“, in der Parkinson-Betroffene ihre Kunstobjekte präsentierten. Das künstlerische Spektrum reicht von kreativen Gemälden über Skulpturen bis zu feinen Näharbeiten.

„Zahlreiche Parkinson-Patienten haben sich der Kunst verschrieben“, beobachtet seit Jahren der Parkinsonexperte Primarius Dr. Dieter Volc, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, medizinischer Beirat des Dachverbandes und Primarius in der neurologischen Abteilung der Confraternität Josefstadt in Wien: „Voraussetzung ist jedoch ein innovatives Therapiekonzept, damit der Patient durch die laufende Dopaminversorgung seinen Körper gut bewegen kann. Weiters gibt es Hinweise dafür, dass Dopamin stimulierend auf das limbische System wirkt. Und genau dort sitzt die Kreativität in unserem Gehirn. Der Patient bleibt also aktiv und kann seinen künstlerischen Ambitionen folgen. “

„Durch kreative Aktivitäten bleiben Parkinson-Betroffene körperlich und geistig in Bewegung. Sehr viele beginnen zu malen, aber auch das Dichten und Schreiben von Texten ist beliebt. Das öffnet ein Fenster zur Seele und wird als entlastend empfunden“, erklärt Renate Lemanski von der Parkinson Selbsthilfegruppe Wien.

Prämierung des „Parkinson Aktiv“ Patientenpreises

Um Impulse für Aktivitäten zu setzen, wurde der Patientenpreis „Parkinson Aktiv“, im Rahmen des vom Dachverband der Parkinson Selbsthilfe Österreich veranstalteten Welt-Parkinson-Tages, im April ausgeschrieben. Unter dem Motto „von Patienten für Patienten“ konnten Betroffene aus ganz Österreich ihre Projektideen einreichen. Zentrales Ziel des Patientenpreises ist es, Betroffene bei der Bewältigung des Alltages zu unterstützen. Eine unabhängige Jury entschied nun, welche Projekte Patienten helfen, in Bewegung zu bleiben.


Folgende Projekte wurden prämiert:

1. Platz: Musikgruppe „Ein Weg zur Krankheitsbewältigung“ (10 Einheiten), dotiert mit 1.500 Euro
Projekt eingereicht von Parkinson Selbsthilfegruppe Wien
Mag. Roland Hollik, Musikschuldirektor und selbst Parkinson-Patient, bietet für Betroffene ein Programm zum Zuhören und Mitmachen. Musik wirkt nicht nur positiv auf die Psyche, auch Bewegungseinschränkungen, Gedächtnisleistung und Feinmotorik werden musiktherapeutisch beeinflusst.

2. Platz: „Parkinson Aktivtage in Bad Leonfelden“, dotiert mit 1.000 Euro
Projekt eingereicht von Gabriele Bauer, Parkinson Selbsthilfeverein OÖ
Im Rahmen eines Drei-Tage-Aktivprogramms für Parkinson-Patienten bieten Therapeuten Unterwassergymnastik, Nordic Walking, Tanzen und Gruppengymnastik mit Musik an. Betroffene entwickeln und veranstalten Workshops zu unterschiedlichen Schwerpunkten wie Gedächtnistraining, logopädische Übungen, Fingergeschicklichkeit, Gemüseschnitzen und Gesellschaftsspiele.

3. Platz: Zehn Unterrichtsstunden in Line Dance, dotiert mit 500 Euro
Projekt eingereicht von Herta Vollath, Parkinson Selbsthilfeverein OÖ
Durch Gruppentänze verbessert sich die Kondition sowie die Koordination der Bewegungsabläufe und des Gleichgewichtes - das Gedächtnis wird somit gefordert. Beim „Line Dance“ wird in Reihen und Linien vor- und nebeneinander getanzt.


Der Patientenpreis wurde vom Dachverband der Parkinson Selbsthilfe Österreich gemeinsam mit dem weltweit tätigen Gesundheitsunternehmen Abbott ins Leben gerufen.

Hinweis:

Adventmarkt der Kunstwerke am 7. 12. von 14-18 Uhr und am 8. 12. von 10-18 Uhr.

Ort: Steinmetzbetrieb Bamberger, Nikolsdorfer Gasse 39, 1050 Wien.

Alle Exponate sind von Parkinson-Patienten gefertigt worden.

hennrich PR, springermedizin.at

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