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Leben 20. September 2012

Tipps gegen den Herbstspeck

Um die weihnachtlichen Spitzenwerte der sündhaften Blutwerte etwas abzufedern, muss man bereits frühzeitig gegensteuern.

Das Jammern vor den heimischen Spiegeln beginnt regelmäßig nach den Sommermonaten: Die mühsam und unter Entbehrungen abgerungene Bikinifigur ist durch die Einflüsse der allzu köstlichen südländischen Küche wieder geschwunden und auch der männliche Sixpack hat sich durch den Genuss gerstenhaltiger Sixpacks zu einem Onepack reduziert. Letztlich haben die süßen Überbleibsel aus den Schultüten der Kinder dem Sommerbody den Rest gegeben.

Doch nun kann man nicht auf eine warme Jahreszeit mit viel Sport und weniger Hunger hoffen. Es folgt die harte Zeit der Versuchung, genannt Advent. Die Tage werden kürzer, die Abendstunden länger und gerade dann schmeckt es bekanntlich am besten.

Die Angst vor unseren gestrengen ärztlichen Blicken steht den Patienten ins Gesicht geschrieben. Denn wie soll die Empfehlung, dass es an der Zeit wäre, wieder mal abzuspecken und „kürzer zu treten“ in der Realität durchgesetzt werden? Alleine die Gedanken an die kommenden Martinigänse, Schoko-Nikolause oder Weihnachtskekse lassen das LDL in ungeahnte Höhen schnellen und die abdominellen Fettzellen sprießen.

Dazu kommt, dass die Titelseiten der Magazine voll von knapp an der Magersucht vorbeistolzierenden Models sind, die genussvoll in eine adventliche Mehlspeise beißen oder zumindest so tun, als ob. Und das ganz ohne fetten Warnhinweis zu Siechtum und Ableben, wie es auf den Zigarettenpackungen zu finden ist.

Wie können wir von medizinischer Seite unseren Schäfchen unter die Arme greifen? Welche Motivation zur gesunden Lebensführung in der wohl schwierigsten Jahreszeit können wir geben? Noch dazu, wo wir doch alle selber darunter zu leiden haben? Hier sollte ein herbstliches Alternativprogramm helfen.

Man kann die gefährlichen Abende verkürzen, indem man bereits nachmittags schlafen geht. Dafür sollte man jedoch zuvor den Kühlschrank mit einem Zeitschloss sichern, um ihn nicht zu plündern, wenn man um Mitternacht wieder wach wird. Statt Weihnachtsgebäck, das von Oktober bis Dezember rund um die Uhr am Küchentisch zur Verfügung steht, kann man auch saisonales Gemüse hinstellen. Rüben und wurmstichige Äpfel sehen nicht nur hübsch aus, sie bleiben auch über. Das hilft beim Abnehmen.

Und wer gar nicht auf Süßes verzichten will, sollte die Keksdose auf einen hohen Kasten platzieren, der nur mit einem Klimmzug zu erreichen ist. Oder man füllt die Kokosbusserln zumindest mit fein geriebenen Statinen.

Viel Erfolg! Wir sehen uns bei der Blutabnahme Anfang Jänner.

R. Tekal-Teutscher, Ärzte Woche 38/2012

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