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Leben 16. September 2012

In Memoriam Prof. Dr. Thomas Szasz

Der Vorreiter im Kampf gegen Zwangspsychiatrie verstarb im Alter von 92 Jahren.

Prof. Dr. Thomas Szasz, Vorkämpfer für Freiheit, Vorreiter im Kampf gegen Zwangspsychiatrie und Mitbegründer der Citizens Commission on Human Rights (CCHR - Bürgerkommission für Menschenrechte) ist am 12. September verstorben.

 

Von vielen Wissenschaftlern und Akademikern als maßgeblichster Kritiker der Psychiatrie angesehen, verfasste Dr. Szasz Hunderte von Artikeln und mehr als 35 Bücher zu diesem Thema, wobei das erste, The Myth of Mental Illness, die Grundlagen der Psychiatrie erschütterte, als es vor über 50 Jahren veröffentlicht wurde. Szasz war emeritierter Professor für Psychiatrie an der State University of New York, Adjunct Scholar am Cato Institute, Lifetime Fellow der American Psychiatric Association, Mitglied der International Academy of Forensic Psychology.

Für die Welt war er der wichtigste Kritiker der Psychiatrie und ihrer missbräuchlichen Praktiken, ein brillanter Debattierer und Redner. Für diejenigen, die das Privileg hatten mit ihm zu arbeiten, war er witzig, charmant, charismatisch und furchtlos. Aber vor allem war er ein Verfechter der persönlichen Freiheit.

Kritik an der Psychiatrie als Mittel zur sozialen und politischen Kontrolle

Szasz hatte lange den Einsatz der Psychiatrie als Mittel zur sozialen und politischen Kontrolle kritisiert: "Obwohl wir es vielleicht nicht wissen, sind wir in unseren Tagen Zeuge der Geburt des Therapeutischen Staates. Dies ist vielleicht die wichtigste Implikation der Psychiatrie als Institution der sozialen Kontrolle. Wenn ich den Begriff therapeutischen Staat verwende, benutze ich es ironisch, es ist ein Therapeutikum für die Menschen, die einsperren, welche die Therapie anwenden, es ist nicht therapeutisch für die Opfer, für die Patienten."

Seine Allianz mit CCHR kommentierte Szasz so: "Sie war damals die einzige Organisation, und sie ist immer noch die einzige Organisation, die aktiv daran arbeitet, psychiatrische Patienten, die in psychiatrischen Kliniken eingesperrt waren, mit denen nichts verkehrt war, die kein Verbrechen begangen hatten, die das Spital verlassen wollten, zu befreien. Und das war für mich ein sehr lohnender Grund, es ist immer noch ein sehr lohnender Grund. Wir sollten CCHR würdigen, weil es wirklich diejenige Organisation ist, die zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit eine politisch, soziale, international bedeutende Stimme organisiert hat, die Psychiatrie zu bekämpfen. Das war noch nie in der Geschichte der Menschheit zuvor passiert."

CCHR fühlt sich geehrt und privilegiert, neben Dr. Thomas Szasz für mehr als 43 Jahre gearbeitet zu haben und wird sein Vermächtnis des Kampfes gegen missbräuchliche und zwangsweise psychiatrische Praktiken fortsetzen, bis die persönliche Freiheit und Menschenrechte im Bereich der psychischen Gesundheit für alle etabliert ist.

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