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Leben 14. August 2012

Kaufrausch an fruchtbaren Tagen

Monatszyklus beeinflusst Ess- und Konsumverhalten von Frauen.

Schau, was die Frau kauft, und du weißt, wo sie im Zyklus steht: Ganz so einfach ist es zwar nicht, aber in Drogerien und Bekleidungsgeschäften sind offenbar bevorzugt Frauen anzutreffen, die sich in der fruchtbaren Phase des Zyklus befinden; dagegen dürfte die Mehrzahl der Frauen am Eisstand auf die Menstruation zusteuern. So in etwa lassen sich die Ergebnisse einer kanadischen Studie interpretieren.

Die Marketingexperten Dr. Gad Saad und Dr. Eric Stenstrom von der John Molson School of Business in Montreal haben das Kauf- und Konsumverhalten von 59 Studentinnen über einen Zeitraum von 35 Tagen analysiert und in Beziehung zum Ovarialzyklus gesetzt. Dabei interessierten sie sich für Ausgaben zu Nahrungsmitteln und für Einkäufe, die geeignet sind, die Attraktivität zu steigern wie Bekleidung und Kosmetika.

Die Idee dahinter: Hunger und sexuelles Verlangen werden als evolutionär wichtigste Triebe stark biologisch gesteuert. Daher sollte es nicht überraschen, wenn Frauen v. a. an ihren fruchtbaren Tagen versuchen, möglichst attraktiv zu wirken, in dem sie nach neuen Modetrends Ausschau halten, auf ihre Linie achten oder verschiedene Duftwässerchen ausprobieren. In der unfruchtbaren Phase dagegen ist die Suche nach dem „geeigneten Samenspender“ sozusagen vergebliche Liebesmühe, somit kann Frau sich stattdessen bei einem kleinen Kalorienbömbchen entspannen.

An der Studie nahmen nur Frauen ohne orale Kontrazeptiva teil. Damit das Shoppen nicht am Geld scheiterte, erhielten sie 30 Dollar für jeden Tag. Als Gegenleistung mussten sie ihre Einkaufliste in einem Tagebuch offenbaren, genau dokumentieren, wie viel Geld sie wofür ausgaben, und ihre Zyklusdaten preisgeben sowie einige Fragen zum Hungergefühl und Essverhalten beantworten. Hinzu kamen eine Reihe unnötiger Fragen, damit die Studentinnen nicht die Studienhypothese erahnten und sich von dieser beeinflussen ließen. Als fruchtbar gewertet wurden die Tage 14 bis 21, als weniger fruchtbar (luteal) die neun Tage vor Beginn der nächsten Menstruation.

Die Ergebnisse: An ihren fruchtbaren Tagen kauften die Frauen im Schnitt für 7,20 Dollar Gewand ein, an den lutealen Tagen waren es nur 4,60 Dollar. Dafür gaben sie an ihren fertilen Tagen insgesamt etwas weniger Geld für Essen aus als an den weniger fruchtbaren Tagen (7,10 vs. 8,80 Dollar), wobei sie kurz vor der Menstruation v. a. ein verstärktes Verlangen nach hochkalorischer Nahrung hatten. Das Hungergefühl war entsprechend um den Eisprung am niedrigsten und zu Beginn der lutealen Phase am höchsten. Die Forscher sehen daher ihre Hypothese bestätigt, nach der sich der Monatszyklus auf das Ess- und Konsumverhalten von Frauen auswirkt .

Quelle: springermedizin.de

Journal of Consumer Psychology 2012;22:102–113

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