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Leben 9. August 2012

USA helfen Vietnam erstmals bei "Agent Orange"-Beseitigung

Umweltschäden durch im Krieg eingesetzte Entlaubungsmittel.


Die USA beteiligen sich erstmals seit Ende des Vietnam-Krieges vor 37 Jahren an der Beseitigung von Umweltschäden durch das von ihnen eingesetzte Entlaubungsmittel "Agent Orange".

 

Am Flughafen Danang in einer Tourismusregion am Südchinesischen Meer begannen am Donnerstag umfangreiche Arbeiten, um das Erdreich von dem dioxinhaltigen Mittel zu dekontaminieren. Damit würden die ersten Schritte zur Beseitigung gemeinsamer Altlasten unternommen, erklärte der US-Botschafter David Shear.

Während des Krieges bis 1975 lagerten die US-Streitkräfte in Danang "Agent Orange"-Vorräte. Über die Urwälder des Landes sprühten Flugzeuge rund 45,5 Millionen Liter des hochgiftigen Mittels ab. Die Militärs wollten damit Nachschubwege der kommunistischen Vietcong unter dem dichten Blätterdach des Dschungels aufdecken und ihnen die Deckung nehmen.

Häufung von Erkrankungen


Die Fässer mit dem Entlaubungsmittel waren mit einem orangenen Streifen markiert, davon stammt die Bezeichnung "Agent Orange". Bis heute werden Häufungen von Krebserkrankungen und Missbildungen bei Neugeborenen in Vietnam auf den Einsatz von "Agent Orange" zurückgeführt. Auch Karzinome bei vielen US-Veteranen gehen vermutlich auf das hochgiftige Entlaubungsmittel zurück.

In den Beziehungen zwischen den USA und Vietnam spielt eine Kompensation für den Einsatz von "Agent Orange" eine wichtige Rolle. Die US-Regierung gibt 41 Millionen Dollar in Danang aus, damit 73.000 Kubikmeter Erde gereinigt werden können. Das Erdreich wird in speziellen Öfen auf eine Temperatur erhitzt, bei der der Wirkstoff des Entlaubungsmittels zerfällt. Die Arbeiten sollen 2016 abgeschlossen werden.

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