zur Navigation zum Inhalt

RehaStVeit

So soll das neue Zentrum im Dezember 2013 aussehen.
 
Leben 25. Juli 2012

Spatenstich für onkologisches Rehabilitationszentrum

Das erste Rehabilitationszentrum für Onkologie in Westösterreich entsteht im Land Salzburg auf dem Gelände der Landesklinik St. Veit im Pongau.

Derzeit gibt es für onkologische Patienten im Bundesland Salzburg keine entsprechende Rehabilitationseinrichtung. "Rehabilitation beziehungsweise Nachbetreuung ist jedoch in vielen Fällen notwendig, um medizinische Erfolge nachhaltig zu sichern und die Betroffenen auf den Weg in den Alltag mit Familie und Beruf zu begleiten", betont Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (Bild Mitte) anlässlich des Spatenstichs für die Sonderkrankenanstalt für Onkologische Rehabilitation.

Die Kosten für die neue 120-Betten-Einrichtung betragen rund 21,3 Millionen Euro. Sie schafft rund 60 neue Arbeitsplätze in der Region. Die Fertigstellung ist für Dezember 2013 geplant.

Ganzheitliches Konzept

Im Zuge eines vom Land Salzburg verabschiedeten Rehabilitationsplans wurde die VAMED beauftragt, ein Zentrum für onkologische Rehabilitation zu errichten. Die Wahl fiel auf den Standort am Gelände der Landesklinik St. Veit im Pongau. Der Leiter der Onkologie am Salzburger Universitätsklinikum, Univ.-Prof. Dr. Richard Greil (im Bild links), wurde im Frühjahr 2010 vom Gesundheitsressort unter LR Erika Scharrer beauftragt , das medizinische Leistungskonzept im Rahmen des Projektvorhabens "Onkologische Rehabilitation St. Veit" zu konzipieren und in die onkologische Versorgung des Bundelandes Salzburg zu integrieren.

"Mit diesem Konzept liegt nun für das Bundesland Salzburg ein sehr gut abgestimmtes und umfassendes onkologisches Modell einer Gesamtversorgung vor, das allen Patienten und Patientinnen zugänglich gemacht wird", betont Burgstaller und ergänzt: „Herr Prof. Greil und die interdisziplinäre Arbeitsgruppe haben hier hervorragende Arbeit geleistet.“

Inhalte des medizinischen Leistungsangebotes

Jede Krebserkrankung zieht massive Einschnitte in das körperliche und seelische Befinden eines Menschen nach sich und ist häufig mit Störungen der Integration in das familiär/partnerschaftliche, gesellschaftliche und berufliche Leben verbunden. "Die onkologische Rehabilitation bietet ein spezielles Programm, das in der Nachbetreuung von Krebspatienten zur Behandlung und Linderung psychischer, emotionaler und physischer sowie einer Reihe anderer Symptome und Probleme eingesetzt wird", betont Univ.-Prof. Dr. Richard Greil, von der III. Medizinische Universitätsklinik Salzburg. "Dabei soll eine Rückbildung dieser Symptome erreicht, Anleitung zur Veränderung von Lebensstil und Verhaltensweisen gegeben und in die Alltagswirklichkeit der Patienten umgesetzt werden."

Unterstützung auf dem Weg in den Alltag

In der Sonderkrankenanstalt für Onkologische Rehabilitation in St. Veit soll der Vielzahl und individuellen Ausprägung tumor- oder therapiebedingter Symptome von Krebspatienten begegnet werden. Bei Patienten mit Folgeerscheinungen der Tumorkrankheit oder anstrengender medikamentöser Tumortherapie, sowie multimodalen Therapien, also dem Einsatz kombinierter Chemo-, Strahlentherapie und/ oder großen Operationen, soll der Wiederaufbau des Körpergewichts, das Koordinationsvermögen und die körperliche, seelische und geistige Leistungsfähigkeit wieder hergestellt werden. "Dabei kommt der Kontrolle von Symptomen in der Nachbetreuungsphase besondere Bedeutung zu", erklärt Greil.

Für alle Versicherten

Den Partnern – VAMED, SALK und Salzburger Landesregierung – war wichtig, dass allen Menschen, die einer entsprechenden Behandlung bedürfen - unabhängig von ihrem Einkommen und ihrer Versicherungsart - diese Einrichtung zur Verfügung steht.

Hotelcharakter

Die neue Rehabilitationseinrichtung wird auf einem Gelände, unmittelbar angrenzend an die bestehende Landesklinik St. Veit im Pongau der Salzburger Landeskliniken (SALK), gebaut. Das Grundstück wurde vom Land Salzburg zur Verfügung gestellt. 

Rund 60 neue Arbeitsplätze  werden im künftigen Rehazentrum geschaffen. Das neue Haus wird 120 Betten, davon 104 Einzel- und 8 Doppelzimmer, umfassen. Die Patientenzimmer sind ausnahmslos nach Süden ausgerichtet, haben alle einen eigenen Balkon und holen somit die herrliche Umgebung in die Zimmer. Diese sind ansprechend und funktionell ausgestattet, mit eigenem Fernseher, Telefon und Safe. Sechs Zimmer sind mit allen Funktionen (Waschen, Duschen etc.) rollstuhlgerecht ausgestattet.

Das großzügige Therapiebecken wird den Patienten auch außerhalb der Therapiezeiten zur Verfügung stehen. Des Weiteren sind in diesem Bereich mehrere Infrarotkabinen vorgesehen. Auf den einzelnen Stationen sind kleine Erholungszonen geplant, sodass die Patienten auch außerhalb der Zimmer geeignete Rückzugs- und Erholungsmöglichkeiten finden können. Der Eingangsbereich sieht eine großzügige Lobby und die Rezeption für die Patientenaufnahme und die Organisation des Aufenthaltes zwischendurch vor. Neben einem großzügigen Speisesaal wird es auch eine Cafeteria geben.

Rund 1.530 m2 Nutzfläche stehen für Therapie und Diagnoseeinrichtungen zur Verfügung. Diese umfassen im Wesentlichen Physiotherapie (inkl. Hydrotherapie), Medizinische Trainingstherapie, Heilmassage, Ergotherapie, Musik- und Maltherapie, Psychotherapie, Psychoonkologische Therapie und Ernährungsberatung.

Rundum-Versorgung aller Krebspatienten

Unter Berücksichtigung einer umfassenden Bedarfsanalyse wurden klare Abgrenzungen gegenüber Onkologischen Akuteinrichtungen vorgenommen. Damit werden einerseits Doppelgleisigkeiten vermieden, aber andererseits Kooperationsmodelle gefunden, die für alle krebsbetreuenden Einrichtungen im Bundesland Salzburg eine Bereicherung in der Patientenversorgung darstellen. Im Bereich der onkologischen Versorgung im Land Salzburg wurden bisher bereits Kooperationen und Kontakte zwischen der III. Medizin am LKH und den peripheren Krankenhäusern aufgebaut. Die Errichtung des Rehabilitationszentrums für Krebspatienten in St. Veit rundet das Gesamtversorgungsangebot zusätzlich ab.

Mobilisierung der eigenen Kräfte und ganzheitlicher Ansatz

Für alle Patienten gilt, beeinträchtigte körperliche Teilfunktionen, sowie allenfalls bestehende Depressionen, Rückfallangst, familiäre und partnerschaftliche Probleme, Lebensstilfragen etc. zu erkennen und zu behandeln. Durch diesen ganzheitlichen Ansatz wird es den Patienten langfristig ermöglicht, durch eigene Leistung wieder ein erfülltes partnerschaftliches, familiäres, berufliches und soziales Leben zu erreichen. Maßgebliche Unterstützung erfährt der Betroffene durch die primär die Patienten versorgenden Onkologischen Einrichtungen. "Zu diesem Zweck wurde erstmals ein eigenes Programm erstellt, das auf der Basis validierter Messinstrumente und ärztlicher Supervision den Erfolg und die Nachhaltigkeit dieser Maßnahmen zu überprüfen erlaubt und damit kontinuierliche Verbesserung der angebotenen Methoden zum Wohl der Patientinnen und Patienten sicherstellen soll", betont Greil. 

Vorzertifikat für Nachhaltigkeit

Die VAMED erhält für die Planung und Errichtung des Onkologischen Rehabilitationszentrums St. Veit im Pongau als erste Gesundheitseinrichtung in Österreich das ÖGNI-Vorzertifikat für Nachhaltigkeit in Silber. Das bestätigt, dass die neue Einrichtung sowohl ökologisch und ökonomisch, als auch soziokulturell, funktional und technisch ebenso wie in der Prozess- und Standortqualität alle Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllt. Die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) hat sich zur Aufgabe gemacht, nachhaltiges Planen, Bauen und Nutzen von Bauwerken in Österreich zu entwickeln und zu fördern.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben