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Leben 12. Juli 2012

Demenz: Volkshilfe berät und leistet finanzielle Unterstützung

Europaweit sind derzeit sind rund 9,9 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. In Österreich sind es rund 130.000 Personen - bis 2050 werden es an die 200.000 sein, schilderte Barbara Gross, Präsidentin der Volkshilfe Steiermark am Donnerstag. Die Volkshilfe stellt Patienten und Angehörigen sowohl beratende als auch finanzielle Hilfe zur Verfügung.

Jede 4. Familie betroffen

Statistisch gesehen gibt es in jeder vierten Familie einen Fall von Demenz, hieß es. Die Erkrankung schleiche sich heimlich ein und werde oftmals nicht sofort bemerkt, weil "jeder von uns einmal was im Alltag vergisst", so Gabriele Kroboth, Pflegedienstleiterin der Mobilen Pflege- und Betreuungsdienste der Volkshilfe Steiermark. "Man kann die Krankheit hinauszögern, verhindern kann man sie nicht", hielt Brigitte Schafarik, Geschäftsleiterin der Mobilen Pflege- und Betreuungsdienste, fest.

Angehörige entlasten 

Die Auswirkungen der Demenz seien auch für Angehörige schwerwiegend, da diese oft "schwierigen und belastenden Situationen ausgesetzt sind", schilderte Schafarik. Viele Angehörige von vor allem alten Menschen verzweifeln an den Anforderungen der Betreuung demenzkranker Menschen und fühlen sich all zu oft alleingelassen. Für Angehörige sei es wichtig, sich professionell helfen zu lassen: "Menschen, die an Demenz leiden, haben einen erhöhten Pflegebedarf, den Angehörige nur schwer alleine bewältigen können", so Schafarik. Die Volkshilfe Steiermark habe an allen 13 Sozialzentren in den Bezirken Demenz-Beauftragten, die Angehörige beraten und gemeinsam vorliegende Probleme besprechen, Gedächtnistrainings durchführen oder beim Einbringen von Anträgen an öffentlichen Stellen für z.B. Pflegegeld helfen.

Gedächtnis fordern

Wichtig sei es vor allem, mit den Erkrankten über Dinge zu sprechen, die sie belasten und ihr Gedächtnis zu fordern, wie etwa durch Rätselraten oder Memory, rät Pflegedienstleiterin Kroboth. Erstrebenswert sei es auch, die Betroffenen zu bewegen, ärztliche Hilfe einzuholen, da eine medikamentöse Behandlung zur Linderung der Krankheit beitragen kann.

Finanzielle Unterstützung

Die Volkshilfe bietet auch konkret finanzielle Unterstützungsleistungen an, denn trotz Pflegegeld und Erwerbstätigkeit der Familienangehörigen übersteigen die Ausgaben nicht selten die Einnahmen. Um die Unterstützung kann einmal jährlich bis zu einem Betrag von 750 Euro angesucht werden. Dazu wurde zu Beginn des Jahres von der Volkshilfe ein Demenz-Fond mit insgesamt 140.000 Euro eingerichtet. Davon wurden 100.000 Euro von einer österreichisch-schweizerischen Stiftung zur Verfügung gestellt, der Rest wurde aus Spenden lukriert. "In Österreich ist die Pflege im Alter ein Risiko, das leider nur individuell abgesichert ist. Wir fordern, dass die Pflege als Risiko solidarisch abzusichern ist", so Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger. Das Engagement pflegender Angehöriger müsse erkannt und von Bund und Land auch stärker gefördert werden, betonte der Volkshilfe-Geschäftsführer abschließend.

Details zur Volkshilfe und der Demenz-Initiative online unter www.demenz-hilfe.at

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