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© Monkey Business Images/Shutterstock
Frauen, die Ovarialgewebe einfrieren lassen möchten, können dies nun auch in Wien tun.
 
Leben 29. Juni 2012

Ovarian Tissue Banking in Wien

Privatklinik Döbling bietet Entnahme und Lagerung von Ovarialgewebe an.

Bei Ovarian Tissue Banking (OTB) handelt es sich um die laparoskopische Entnahme von Eierstockgewebe, das anschließend in einem Speziallabor eingefroren wird. Damit soll vermieden werden, dass Patientinnen zum Beispiel durch Chemotherapien unfruchtbar bleiben.

 

Nach abgeschlossener Behandlung kann das entnommene Eierstockgewebe wieder eingesetzt werden. Die Möglichkeit, Kinder zu bekommen, bleibt für diese Frauen erhalten, ebenso die endokrinen Funktionen.

„Um diese besondere Operation durchführen zu dürfen, müssen strenge behördliche Auflagen erfüllt werden“, erklärt Prof. Dr. Christian Kainz, Ärztlicher Direktor der Privatklinik Döbling. „Wir freuen uns, dass wir nach Erfüllung aller Kriterien betroffenen Frauen mit dieser neuen Methode helfen können.“

Lager in Bonn

Das OTB-Programm wird in enger Zusammenarbeit des Fertilitätszentrums Döbling in der Privatklinik Döbling mit der Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien nach internationalen Richtlinien des Netzwerkes FertiPROTEKT (www.fertiprotekt.de ) durchgeführt. Für das Einfrieren und Lagern des Gewebes konnte das Labor der Universität Bonn, eines der wenigen diesbezüglich hochspezialisierten Zentren in Europa, als Kooperationspartner gewonnen werden.

Neue Chance bei gefährdeter Fruchtbarkeit

OTB ist eine weitere Behandlungsmöglichkeit für Patientinnen, bei denen ein hohes Risiko für eine frühzeitige Einschränkung ihrer Fruchtbarkeit besteht. Grund für eine Schädigung können eine Krebs- oder Autoimmunerkrankung, Eierstockzysten oder die Folge notwendiger Therapien wie eine Operation, Chemo- oder Strahlentherapie sein.

„Neben den bereits üblichen Maßnahmen wie speziellen Medikamenten, Ovaropexie (operatives Verlagern der Eierstöcke aus dem Strahlengebiet vor einer geplanten Bestrahlung des weiblichen Beckenbereiches) oder den Methoden der künstlichen Befruchtung, ist OTB ein weiterer wesentlicher Baustein in der Behandlung“, erläutert Prof. Dr. Klaus Mayerhofer, der die erste derartige Operation in Ostösterreich gemeinsam mit Dr. Maximilian Franz, beide von der Wiener Universitätsklinik für Frauenheilkunde, vorgenommen hat.

Erstmalig in Ostösterreich

Durch das Angebot des OTB-Programmes in der Privatklinik Döbling müssen betroffene Patientinnen aus Ostösterreich nun nicht mehr nach Linz oder Innsbruck überwiesen werden. Der Eingriff erfolgt laparoskopisch, die Patientin kann bereits am Tag nach dem Eingriff wieder entlassen werden. Die Kosten für OTB werden nicht von den Krankenkassen übernommen.

 

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