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Leben 6. Juni 2012

Urlaubsvorbereitungen 2012

Die wirklichen Gefahren im kommenden Urlaub lauern zumeist nicht dort, wo man sie vermutet.

Wieder einmal suchen uns unsere Kunden auf, um sich umfassend auf ihre Urlaubsreisen vorzubereiten. Doch die Zeiten haben sich geändert und so müssen wir auch unsere Prophylaxe entsprechend modifizieren. Reichte es vor einigen Jahren noch, unsere Patienten mit ein paar Impfungen, Sonnenschutz in der Familienpackung und Mückenschutz im 12-Liter-Eimer in die weite Welt zu schicken, so stehen wir uns im Jahr 2012 zum Teil völlig neuen Herausforderungen gegenüber.

Denn die Welt wartet mit Gefahren auf, die bis vor kurzem noch unbekannt waren: Der früher so freundliche Grieche, der die Gäste im blau-weißen T-Shirt und sirtaki-tanzend ein Souvlaki kredenzte, zeigt nun sein wahres Gesicht und bringt den Urlaubsgast hinterrücks um seinen einzigen Rettungsschirm und seine sauer verdienten Milliarden von Euro. Dagegen halfen selbst die besten Repellentien nichts. Denn nicht nur die Welt hat sich verän- dert, auch die Reisenden. Sie wollen gleichzeitig ein Höchstmaß an Abenteuer bei einem Mindestmaß an Risiko: Canyoing, Mafia-Watching oder Mit-Einem-Dünnen-Seil-Am-Knöchel-In-die-Schlucht-Jumping gehören heute zu den angesagtesten Urlaubsevents, die man für gutes Geld buchen kann.

Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Waldbrände hat es zwar immer schon gegeben, doch nun möchte man sich diese Sachen aus nächster Nähe ansehen (Earth-Quake-Nor-dic-Walking oder Tsunami-Surfing). Gleichzeitig möchte man eine Zu- sage des Reiseveranstalters, dass garantiert nichts passieren wird.

Das Gros der Österreicher gilt allerdings nach wie vor als konservativer Urlauber. Sie schätzten die Sicherheit, den Komfort und das Es- sen einer österreichischen Herberge, die sich im besten Fall weit weg befindet, um das Fernweh zu stillen. Hier lauert die wahre Gefahr. Denn die All-Inclusive-Wellness-Club-Resorts verführen in kompletter Abgeschiedenheit von dem Land, das sie umgibt, zur Anhäufung sämtlicher Risikofaktoren, die man als kleines Urlaubssouvenir mit nach Hause nimmt: Nicht die Schlangenbisse, die Hepatitis-C-infizierten Tattoo-Nadeln oder diese heimtückische Tropenlarve, die sich angeblich durch die Haut und den Knochen in das Gehirn bohrt, in die Stirnhöhle frisst und im linken Auge ein Nest baut (die Bildzeitung berichtete ausführlich) –, nein, es ist die Kombination aus Verfettung (durch die Buffets), Verkohlung (durch die langen Bratzeiten am Pool) und chronische Stirnhöhleneiterungen (durch die mittels Klimaanlage auf 5 Grad Celsius wohltemperierten Speisesäle), die uns den Katzenjammer nach dem Urlaub bescheren. Aber bis zum nächsten Urlaub ist das alles wieder vergessen …

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