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Bürgermeister Michael Häupl, Stadträtin Sandra Frauenberger, ärztliche Direktorin Barbara Hörnlein, Architekt Hannes Bürger und Heinz Ludwig, Vorstand der 1. Medizinischen Abteilung, Zentrum für Onkologie, Hämatologie und Palliativmedizin.
 
Leben 5. Juni 2012

Neue Palliativstation im Wiener Wilhelminenspital eröffnet

Im Wilhelminenspital in Wien-Ottakring ist nach eineinhalb Jahren Bauzeit die Palliativstation in Betrieb genommen worden.

 "Er ist sicher die schönste, beste, modernste Palliativstation in ganz Europa und bietet Patienten, die schwerst krank sind, ein sehr wohnliches Ambiente", zeigte sich die Ärztliche Direktorin, Barbara Hörnlein, überzeugt. Die offizielle Eröffnung des Trakts nahm ihr Ehemann, Bürgermeister Michael Häupl (S), vor.

Das Stadtoberhaupt betonte in seiner Rede, dass die Station ein gesellschaftspolitisches Statement sei: "Denn gerade in Zeiten, wo in Europa über Hilfe zum Sterben, ja über Euthanasie wieder geredet wird, wollen wir gerade in dieser Stadt ganz bewusst ein gesellschaftspolitisches Zeichen setzen mit der totalen Alternative dazu - nämlich Sterbehilfe, die Begleitung."

Begleitung

Die Palliativmedizin begleite den Menschen bis zu seiner letzten Minute und die Angehörigen darüber hinaus. Dabei erinnerte er auch an die Opfer der NS-Medizin: "Aber hier, in einer stadtgeografischen Gegend, wo unweit vor nicht so schrecklich lange zurückliegender Zeit furchtbare Verbrechen passiert sind, gerade auch unter dem Übertitel der Euthanasie mit dem noch schrecklicheren Untertitel der Vernichtung unwerten Lebens, ist dies die totale Alternative dazu, die Antithese."

In seiner Rede wies er auch auf seine persönliche Verbundenheit mit dem Krankenhaus hin. Das Wilhelminenspital sei nämlich "sowas wie das Hausspital", wohne er doch nur einen Steinwurf weit entfernt: "Mein Enkel ist hier geboren, meine Mutter ist hier gestorben. Da habe ich mir gedacht: 'Na gut, bei solch einer Verbundenheit mit einem Spital kann ich die Ärztliche Direktorin auch gleich heiraten.'"

Symptome lindern

Die Palliativmedizin hat als eigenständige Disziplin erst in den vergangenen Jahrzehnten Fuß gefasst. Sie ist mehr als Schmerzbekämpfung und Linderung der Symptome. Es gehe auch um die Unterstützung spiritueller, emotionaler und sozialer Bedürfnisse der Betroffenen wie auch die Betreuung der Angehörigen, erklärte Heinz Ludwig, Onkologe und Vorstand der 1. Medizinischen Abteilung.

Wohnliches Ambiente

Der neue Trakt des Wilhelminenspitals soll Patienten ein wohnliches Ambiente bieten. Die Räume sind hellen, freundlichen Farben gehalten. Es gibt insgesamt zehn Ein- und zwei Zwei-Bett-Zimmern, die alle über einen direkten Zugang zur Terrasse verfügen. Weiters gibt es Schlafmöglichkeiten für Angehörige und Aufenthaltsräume. Die Gesamtkosten für das Bauprojekt betrugen rund 9,2 Mio. Euro. Neben dem Wilhelminenspital gibt es auch im Krankenhaus Hietzing und dem AKH Palliativstationen. Im Kaiser-Franz-Josef-Spital wird im Rahmen von Umbau- und Neubauarbeiten eine solche Abteilung mit 14 Betten geschaffen.

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