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Leben 30. Mai 2012

Die Zukunft hat schon begonnen

Zunehmend holt die moderne Technik die von Science-Fiction-Autoren erdachte Zukunft ein.

Der Tricorder ist erfunden! Dieses Gerät ist eher der mittelalten TV-Generation bekannt und stammt aus der Star-Trek-Serie, in der ein in den 60er-Jahren im LSD-Trip designtes Raumschiff, mit Namen Enterprise, im 23. Jahrhundert in ferne Galaxien vordringt, die die Menschheit noch nie gesehen hat. An Bord ein Schiffsarzt (namens „Pille“), wahrscheinlich Obermedizinalrat, der statt einem Stethoskop einen solchen Tricorder umgeschnallt hat und diesen Scanner als Diagnose- und Therapietool verwendet. Das Ding, in etwa so groß wie ein Mobiltelefon der ersten Generation, wird an den Patientenleib angehalten und liefert in Sekundenschnelle die richtige Diagnose auf das Display.

Was vor kurzem noch Fiction war, ist heute schon Science. Forscher haben ein Gerät entwickelt, das elektromagnetische Terrahertz-Wellen erzeugt. Damit kann ein Arzt Krankheiten – ohne Labor, Röntgen oder Finger im Rektum – diagnostizieren. Dies wird wohl nicht die letzte Innovation sein, die ihren Weg aus den Zukunftsfantasien von Science-Fiction-Autoren in den medizinischen Alltag findet. Der Nachbau der sogenannten Replikatoren, die im Raumschiff Nahrungsmittel quasi aus der Umgebungsluft herstellen, wäre der nächste sinnvolle Schritt. Denn die Verköstigung von Patienten und Belegschaft sorgt auch heute noch in vielen Krankenanstalten für Unmut. Man kann es schließlich kaum jemandem Recht machen, wenn man aus ein und demselben Topf sowohl ein annähernd gesundes Schongericht für zahnlose Diabetiker als auch eine wohlschmeckende Speise für einen 3-Hauben-verwöhnten Oberarzt zubereiten muss. Ein Replikator an jedem Patientenbett sorgt für Zufriedenheit und kann nach Bedarf von den Ärzten für Süßigkeiten, Knabbergebäck oder Grammelschmalzbrote gesperrt werden.

Besonders freue ich mich schon auf das „beamen“. Der körperlose Transport von Ort zu Ort wurde ja in einem Tiroler Institut bereits ansatzweise in die Realität umgesetzt; schließlich ist man ja gerade in Tirol bestrebt, die Touristen rasch von der Tal- in die Bergstation zu bringen. Im Krankenhaus könnte man sich mit dem Herumbeamen der Patienten viele Bettentransporte, aufwändige Verlegungen und lange Wege von der Abteilung zum Röntgen ersparen.

Auch die aus der Star-Wars-Saga bekannten Laserschwerter ließen sich wunderbar, etwa im Operationssaal zur sauberen Schnittführung, einsetzen, und erspart sich damit die Sterilisation blutverschmierter Skalpelle. Zudem können sich Chirurgen und Internisten in den interdisziplinären Besprechungen nicht nur verbal, sondern auch mit der Licht-Klinge Gefechte liefern. Denn die dunkle Seite der Macht gibt es nicht nur in ferner Zukunft.

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