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Leben 30. Mai 2012

Eine Leidenschaft für die Landschaft

Der Mediziner und Künstler Peter Dremsek präsentiert seine Bilder in der Ausstellung „Landschaften“.

Mit wem oder über wen spreche ich heute: über Peter Dremsek, den erfahrenen Kinderarzt, scharfäugigen und scharfzüngigen Beobachter des Gesundheitswesens und der Entwicklungen der Medizin oder Peter Dremsek, Wanderer, Naturliebhaber und Sinnenmensch in Farben und Formen?

Peter Dremsek ist Autodidakt. Kein Lehrer hat ihm seine Handschrift oder seinen Pinselstrich aufgedrückt, keine Akademie mit der Aufgabe ihrer Überwindung betraut. Nur die Natur mit ihren beständig wechselnden Einladungen und Herausforderungen war und ist ihm liebevolle und unbarmherzige Lehrmeisterin. Die meist von Menschenhand in geringem Umfang mitgestaltete Bildkomposition, bei der das Hauptaugenmerk, der Blickwinkel in erster Linie auf das natürlich gewachsene, gestaltete oder sogar das Dauerhafte gerichtet ist und menschliches Tun bestenfalls als Fußnote, als Anmerkung erscheint.

Der Maler erfindet und deutet nicht – er dokumentiert auf sehr subjektive Weise sein Leben und Sein in der Natur. Die Berge haben es ihm angetan, der Wald, die Übergänge zwischen Erde und Himmel. Dabei findet sich auch selten Beschaulichkeit, sondern eher – auch wenn es sich wie ein Widerspruch anhört – kontemplative Dramatik. Ähnliches findet man auch bei den Romantikern, wobei Dremsek nicht wie diese auf die Auslösung von Gefühlen durch die Naturabbildung abzielt, sondern dafür keine Verantwortung übernimmt. Dies ist schon deswegen nicht möglich, da das Landschaftsbild von jedem individuell wahrgenommen und gewertet wird und damit die eigenen Vorstellungen, Erinnerungen und Emotionen verbun-den werden. Gerade dadurch kann die Landschaftsmalerei mit ihrer scheinbaren Objektivität im Gespräch darüber Unterschiede zwischen Personen und ihren Wahrnehmungen und Deutungen offensichtlich machen.

Dr. Dremsek wollte eigentlich vor-erst nicht die Medizin, sondern die Malerei zu seinem Beruf machen – das Leben ist anders verlaufen. Dass ihn jetzt nicht nur die Gelegenheit, sondern das Schaffen-Wollen diese Möglichkeit eröffnen, ist ein Glücksfall für ihn und alle jene, die sich gerne in nicht gefälligen, aber gefallenden Landschaften erleben. KK

 

Die Ausstellung „Landschaften“ wurde am 30. Mai 2012 in der Galerie Kollburg in der Kollburggasse 15, 1160 Wien, eröffnet und kann bis 12. Juli 2012 besucht werden.

Von H. P. David , Ärzte Woche 22 /2012

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