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Mag. Mario Gründlinger, PhD
 
Leben 25. Mai 2012

Österreichischer Mikrobiologie Preis geht nach Innsbruck

Mario Gründlinger von der Sektion für Molekularbiologie des Biozentrums der Medizinischen Universität Innsbruck, ist einer der beiden Preisträger des diesjährigen Österreichischen Mikrobiologie Preises. Die Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP) würdigt damit die Forschungsarbeit des 31-jährigen Mikrobiologen zu Aspergillus fumigatus.

Hohe Sterblichkeit

Aspergillus fumigatus ist ein Schimmelpilz, der insbesondere für Personen mit einem geschwächten Immunsystem zur Gefahr werden kann. Die durch Aspergillus hervorgerufenen Aspergillosen können trotz rechtzeitiger Diagnose und Therapie tödlich verlaufen. Ein Grund für die hohe Sterblichkeitsrate ist, dass der Pilz gegenüber herkömmlichen Antimykotika Resistenzen bildet. Für die erfolgreiche Behandlung einer Infektion mit Aspergillus fumigatus müssen daher dringend neue Behandlungswege gefunden werden.

Ergosterol- und der Siderophore-Biosynthese

Seit 14 Jahren forscht die Innsbrucker Arbeitsgruppe mit Unterstützung des Wissenschaftsfonds (FWF) und der Österreichischen Nationalbank (ÖNB) am Eisenhaushalt der Schimmelpilze. Seit 2006 ist auch Mario Gründlinger in der Forschergruppe tätig. In seiner molekularbiologischen Forschungsarbeit hat er weitere wichtige Erkenntnisse über den Aufbau und das Wachstum des Schimmelpilzes herausgefunden und damit einen Beitrag zur Entwicklung neuer Diagnose- und Therapiemöglichkeiten geleistet. Gründlinger konnte in internationaler Zusammenarbeit mit englischen und spanischen Arbeitsgruppen aufzeigen, dass es zwischen der Ergosterol- und der Siderophore-Biosynthese des Pilzes eine wechselseitige Verbindung gibt. Für seine Forschungsergebnisse, die Ende letzten Jahres im Journal PNAS der National Academy of Sciences der USA erschienen sind, erhielt der Jungforscher den Österreichischen Mikrobiologie Preis 2012.

Gemeinsamer Metabolit Mevalonat

Die Forschungsgruppe hatte bereits herausgefunden, dass das Siderophorsystem, ein pilzspezifischer Eisenaufnahmemechanismus, essenziell für die Virulenz des Schimmelpilzes ist. Gelingt es, die notwendige Eisenzufuhr zu stoppen, dann kann das Wachstum des Pilzes stark eingeschränkt werden. Damit wurde bereits ein wichtiges Target für die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung einer Aspergillose gefunden.

Bereits bekannte antifungale Mittel wie Azole oder Amphotericin B, die in der herkömmlichen Therapie eingesetzt werden, zielen allerdings auf die pilzliche Ergosterolbiosynthese ab. „Jetzt konnten wir herausfinden, dass diese zwei Biosynthesewege, also für Siderophore und Ergosterol, direkt über den gemeinsamen Metaboliten Mevalonat verbunden sind und sich daher gegenseitig beeinflussen“, erklärt Gründlinger.

Mit ihrer Forschungsarbeit an Aspergillus fumigatus ist die Innsbrucker Forschungsgruppe sehr erfolgreich. Erst kürzlich erhielt ein weiterer junger Kollege von Gründlinger, Michael Blatzer, den Prof. Ernst Brandl-Preis. 

Zur Person

Mario Gründlinger studierte Mikrobiologie in Innsbruck und absolvierte 2011 das Doktoratsstudium an der Medizinischen Universität Innsbruck. Seit 2006 ist der gebürtige Vorarlberger in der Sektion für Molekularbiologie des Biozentrums der Medizinischen Universität Innsbruck in der Arbeitsgruppe von ao. Univ.-Prof. Hubertus Haas tätig. Schwerpunkt der molekularbiologischen Grundlagenforschung des 31-Jährigen ist die Charakterisierung des Siderophore-Systems des opportunistisch pathogenen Pilzes Aspergillus fumigatus. 

Österreichischer Mikrobiologie Preis

Die Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP) verleiht diesen, von Mycosafe Diagnostics GmbH gesponserten Preis alle zwei Jahre. Am 23. Mai 2012 ging er an zwei Preisträger: Neben Mario Gründlinger wurde DI. Gerald Posch von der Universität für Bodenkultur, Wien, ausgezeichnet.  

Medizinische Universität Innsbruck/CL, springermedizin.at

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