zur Navigation zum Inhalt
© fotolia / dream79
 
Leben 23. Mai 2012

Umweltbewusst Sushi genießen

Mithilfe eines WWF-Ratgebers kann der Natur zuliebe nachhaltig Fisch konsumiert werden.

Welche Sushi-Kreationen mit gutem Gewissen gegessen werden können und welche heimischen Fischarten sich als meeresschonende Alternative für die japanischen Fischhäppchen eignen, beantwortet der erste WWF-Sushi-Ratgeber, der kürzlich veröffentlicht wurde.

„Die beliebtesten Sushi-Fische und -Meeresfrüchte sind bereits groß-teils überfischt. Rücksichtslose Fangmethoden bedrohen zudem andere Meeresbewohner und konventionelle Zuchten weisen meist katastrophale Umweltbilanzen auf“, so Axel Hein, WWF-Meeresexperte. Der WWF bietet für Konsumenten zusätzlich zum seit Jahren bestehen-den Fischeinkaufsratgeber einen speziellen Sushi-Ratgber.

Mittels Ampelsystem soll eine schnelle Orientierung für den Restaurantbesuch oder beim Einkauf im Supermarkt möglich sein. Der Ratgeber listet Empfehlungen auf für die gängigsten Sushi-Fische und -Meeresfrüchte sowie für alternativ geeignete heimische Fischarten. WWF-Experten bewerteten dazu den Zustand der Fischbestände, die Fangmethoden, die Umweltauswirkungen der Fischereien sowie die Produktionsbedingungen, Futtermittel und gesetzlichen Rahmenbedingungen bei Fischzuchten.

Eine gute Wahl sind demnach Gelbflossenthun aus dem West- und Zentralpazifik aus Handleinenfang, Lachs aus dem Nordostpazifik, Bio-Garnelen und der meist für das Krabbenimitat Surimi verwendete Alaska Seelachs aus dem Nordostpazifik mit MSC-Zertifikat. Auf den vom Aussterben bedrohten Blauflossenthun oder den mit viel Beifang gefangenen Butterfisch sollte man hingegen komplett verzichten.

Die Eignung heimischer Fischarten für Sushi-Röllchen hat der WWF gemeinsam mit Marc Mößmer von der ARGE Biofisch im Rahmen eines Kochworkshops getestet: „Forelle, Saibling und sogar Karpfen lassen sich zu köstlichen Maki-Röllchen verarbeiten, die den klassischen Meeresfischen geschmacklich um nichts nachstehen.“

MSC- und Bio-Siegel

Eine grundsätzliche Orientierung beim umweltbewussten Fischeinkauf bieten das MSC-Siegel bei Meeresfischen aus Wildfang und das Bio-Siegel bei Zuchtfisch. Das blaue MSC-Zeichen ist weltweit das einzige anerkannte Siegel für nachhaltige Fischerei und das Bio-Siegel garantiert umweltverträgliche Zuchten ohne den Einsatz von Chemikalien, Antibiotika oder die Zerstörung von beispielsweise Mangrovenwäldern. „MSC- und Bio-Produkte sind die beste Wahl für umweltbewusste Fischgenießer. Generell sollte man Fisch und Meeresfrüchte aber bewusst und nicht jeden Tag essen“, betont Hein.

 

Sushi-Ratgeber und Fischeinkaufsratgeber von WWF können gratis heruntergeladen werden: www.wwf.at/meere  

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben