zur Navigation zum Inhalt
v.l.: ao.Univ.-Prof. Dietmar Fuchs, Simon Geisler, Tamara Pfeifenberger, Thomas Nuener und Leonie Kühne.
 
Leben 9. Mai 2012

Top-Ranking für Innsbrucker Wissenschaftler

Prof. Dr. Dietmar Fuchs aus der Sektion für Biologische Chemie des Innsbrucker Biozentrums erzielte beim aktuellen Ranking des Laborjournals für den Bereich Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin einen Achtungserfolg.

In einer unabhängigen Publikationsanalyse der am häufigsten zitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaflter im deutschsprachigen Raum hat sich das Ranking von Prof. Dr. Dietmar Fuchs mit dem achten Rang erneut verbessert.

Über die Publikationsleistung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Forschungseinrichtungen im gesamten deutschsprachigen Raum erstellt das Magazin Laborjournal alle drei Jahre Rankings. In einem aktuellen Zitationsvergleich für den Fachbereich Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin belegt Prof. Dr. Dietmar Fuchs von der Sektion für Biologische Chemie den achten Rang.


Stetiger Aufwärtstrend

Der aktive Biochemiker Fuchs publizierte in den Jahren 2005 bis 2008 insgesamt 81 Arbeiten und ist damit der zweitaktivste Forscher des gesamten Fachbereichs. Seine Forschungsergebnisse wurden im Untersuchungszeitraum bisher 1.067 Mal von anderen Forschern zitiert. Dieses Ergebnis bestätigt den Aufwärtstrend der Arbeitsgruppe Fuchs, die bereits in den letzten Rankings für diesen Fachbereich sehr gut platziert war: 26. Rang im Jahr 2003, 12. Rang im Jahr 2008. Die Entwicklung belegt die besondere Nachhaltigkeit der Forschungsarbeit von Fuchs und seinen Mitarbeitern.

Im Fokus: die Aminosäuren Tryptophan und Phenylalanin

Schon in den 1990er Jahren konnten sich die Forschern des damaligen Instituts für Medizinische Chemie und Biochemie international erfolgreich positionieren, wobei vor allem die Arbeiten zu Neopterin als Marker des zellulären Immunsystems bzw. insbesondere dessen Rolle im Rahmen der HIV-Infektion breite internationale Anerkennung fanden. Den aktuellen Erfolg führt Fuchs auf seine Arbeiten zum Tryptophanstoffwechsel zurück: „Wir haben Ende der 1990erJahre eine Methode zur Bestimmung des Tryptophan-Abbaus entwickelt und auf die besondere Relevanz dieses immunbiologisch wichtigen Mechanismus hingewiesen“.

Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure, die bei Tumoren oder Infektionen vom Körper selektiv abgebaut wird, um das Zell- und Keimwachstum zu hemmen. Sie ist aber auch eine Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin. „Dieser Zusammenhang zwischen der Immunantwort und dem Neurotransmittersystem interessiert mich besonders. Es hat sich zum Beispiel gezeigt, dass diese Befunde vor allem für Erkrankungen aus dem neuropsychiatrischen Formenkreises von besonderer Bedeutung sind. Häufige Symptome bei Krebspatienten mit Infektionen aber auch beim normalen Alterungsprozess wie Erschöpfungszustände und Depression gehen mit einer Störung des Tryptophanhaushalts durch das Immunsystem einher. Diese Veränderungen haben auch eine hohe prognostische Signifikanz“, erklärt Fuchs.

Daneben untersucht die Arbeitsgruppe unter anderem auch den Stoffwechsel einer weiteren essentiellen Aminosäure, nämlich des Phenylalanin, die eine Vorstufe in der Synthese dopaminerger und adrenerger Neurotransmitter darstellt. Auch hier wurde ein Zusammenhang zwischen Störungen des ersten biochemischen Stoffwechselschritts und Immunaktivierungsphänomenen nachgewiesen.
 

International anerkannte Forschungsleistung

Wie das Ranking des Laborjournals zeigt, gibt es international großes Interesse an den Innsbrucker Arbeiten. Dieser Umstand resultiere in einer Vielzahl von internationalen Kooperationen und erkläre auch die große Anzahl von Publikationen seiner Arbeitsgruppe, so Fuchs. „Die Finanzierung dieser Projekte erfolgte hauptsächlich aus Mitteln der Leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM) die an der Medizinischen Universität Innsbruck eingeführt wurde und für uns ein großer Ansporn war. Sie eröffnete überhaupt die Möglichkeit, diese internationalen Kooperationsprojekte durchzuführen. Ohne diese Mittel wären diese Projekte nicht finanzierbar, da solche Arbeiten nicht durch die üblichen Drittmittelfonds unterstützt werden“, betont Fuchs.

MedUni Innsbruck/IS, springermedizin.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben