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Foto: A. Ginzel
Prof. Dr. Herbert Pietschmann war Vorstand des Instituts für theoretische Physik, Uni Wien
 
Leben 24. April 2012

Nachgefragt: Herr Professor, was ist Armut?

Ich bin nicht glücklich mit der bei uns üblichen Definition von Armut. Die geht nach unserem Denkrahmen quantitativ vor, nach dem Grundsatz: Alles, was messbar ist, messen! Demnach beginnt unter einem gewissen Prozentsatz des Durchschnittseinkommens die Armut. Was das für ein Unsinn ist, sieht man daran, dass nur ein paar Reiche mehr nach Österreich ziehen müssen, und schon gibt es hierzulande mehr arme Menschen. Außerdem ist diese Definition ein Schlag ins Gesicht der wirklich Armen in anderen Ländern, bei denen es nicht darum geht, ob sie sich einen Fernseher leisten können oder nicht, sondern bei denen es ums nackte Überleben geht. Ich bezeichne jenen Menschen als arm, der, aus welchen Gründen auch immer, nicht in der Lage ist, die Primärbedürfnisse zu befriedigen. Der also hungert, friert, dürstet, kein Dach über dem Kopf hat usw. Wenn man Armut qualitativ definiert, dann lässt sie sich auch beseitigen. Indem man dafür sorgt, dass die Primärbedürfnisse der Menschen befriedigt werden.

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