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Leben 24. April 2012

Schwerhörigkeit ist häufigste Berufskrankheit

Der 25. April ist der "Tag gegen den Lärm": Rund eine halbe Million Österreicher arbeitet an einem Lärmarbeitsplatz. Jährlich werden etwa 900 Berufskrankheiten wegen einer durch Lärm verursachten Schwerhörigkeit von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) anerkannt. Damit gehört Schwerhörigkeit zu den häufigsten Berufskrankheiten. Betroffen sind fast ausschließlich Männer und hier wiederum die metallverarbeitende Industrie gefolgt von der Baubranche.

Lärmexponierung messen 

"Informationsmaßnahmen und konkrete Beratung von Unternehmen zur lärmminderen Gestaltung der Arbeitsplätze tragen Früchte," stellt AUVA -Obfrau Renate Römer fest. Die Zahlen der Berufskrankheit gehen leicht zurück. Betriebe werden umfassend und kostenlos in Sachen Lärmbelastung betreut. Vergangenes Jahr wurde die Lärmbelastung in über 1.300 Betrieben gemessen, und rund 40.000 lärmexponierte Arbeitnehmer wurden audiometrisch untersucht.

Lärmkarten erstellen

Um die richtigen lärmreduzierenden Maßnahmen setzen zu können, messen die Experten zuerst die Intensität des vorhandenen Lärms, danach werden die entsprechenden Maßnahmen gesetzt.

Mit Simulationsprogrammen berechnen die Experten die Verteilung des Schalldruckpegels im Raum und erstellen Lärmkarten. Diese werden vor allem in der Planungsphase einer Halle oder vor dem Aufstellen einer neuen Maschine oder Anlage gemacht, um damit den Lärmschutz mit einplanen zu können.

Raumakkustische Maßnahmen

Besteht die Lärmquelle bereits, kann mit einer akustischen Kamera sichtbar gemacht werden, welche Komponente am lautesten ist. Schalldämpfende Elemente wie Schallschutzkapseln, Schallschutzwände oder größere raumakustische Veränderungen können so exakt geplant werden. Wo die technischen Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen, bleiben persönliche Gehörschutzmaßnahmen mit Ohrstöpseln oder Kapselgehörschützern. Diese sind heute in vielfältiger und ganz individuell angepasster Art verfügbar.

Grenze: 85 dB

Ziel der Unternehmen sollte sein, so Dr. Wilhelm Wahler, Lärmexperte der AUVA, den Lärm nachhaltig auf unter 85 dB zu reduzieren. Denn Dauerlärm von mehr als 85 dB gefährde das Gehör akut. "Schwerhörige Menschen hören noch, aber sie verstehen schwerer, weil im betroffenen Frequenzbereich Sprachelemente nicht mehr
unterschieden werden können", so Wahler.

Lärmpegel

Grafik: APA im Auftrag der AUVA

OTS AUVA/AN, springermedizin.at

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