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Ohne Titel, 2001 Öl auf Leinwand, 170 x 300 cm Sammlung Würth.

Ohne Titel, 2001 Öl auf Leinwand, 220 x 170 cm Brigitte & Franz Wilhelm, Wien.

Fotos (3): Herbert Brandl, 2012

Ohne Titel, 1997 Öl auf Leinwand, 180 x 210 cm Sammlung
Geyer

Foto: Montage von Loys Egg unter Verwendung einer Fotografie von Manfred Rahs, 2011
 
Leben 10. April 2012

Ausstellungstipp: „Meine Themen sind Tod und Unfall“

Bank Austria Bankforum Austria zeigt Herbert Brandl.

Es ist üblich, bekannteren Malern zwecks besserer Einordnung ein Etikett zu verpassen. Bei Herbert Brandl lautet es „Neuer Wilder“. Dem österreichischen Maler ist derzeit eine große Personale in Wien gewidmet.

 

Bei einem österreichischen Maler darf es nicht verwundern, wenn er Berge malt. Doch Herbert Brandl, dem das Bank Austria Bankforum derzeit eine große Ausstellung widmet, ist erstens in einer Stadt geboren, 1959 in Graz, und zweitens unterrichtet er seit 2004 an der Kunstakademie Düsseldorf, fern aller Berge also. Er ist somit alles andere als der klassische Naturbursche.

Bei der Ergründung eines Künstlers suchen wir gerne nach biographischen Anhaltspunkten. Doch manchmal gehen wir, wie der Fall Brandl zeigt, dabei leer aus. Dieser Ansatz ist ohnehin fragwürdig: Wir suchen nach einem einfachen kausalen Zusammenhang, den das Leben in all seiner Komplexität oft einfach schuldig bleiben muss.

Sind es überhaupt Berge, die wir in Brandls Werken zu erkennen meinen? Der Künstler, der in den 1980er-Jahren hierzulande zusammen mit Gunter Damisch, Franz West und Heimo Zobernig unter die „Neuen Wilden“ subsumiert wurde, verweigert jeden Hinweis, fast alle seine Werke lässt er „ohne Titel“. Die schroffen Felswände, wenn auch nur stilisiert angedeutet, verweisen allerdings deutlich auf eben dieses Motiv. Andererseits: Wer mag, kann auch etwas ganz Anderes sehen, beispielsweise interessante Farbkombinationen. Wir können ohnehin nicht anders, als uns im wahrsten Sinne ein eigenes Bild zu machen, je nach spezifischem Erfahrungshintergrund und Interesse. Mit welcher Absicht der Maler sein Werk geschaffen hat, diese Selbstauskunft des Künstlers ist höchstens insofern interessant, als sie unsere Neugier zu befriedigen vermag. Nun denn, das sagt Brandl zu seiner Arbeit: „Ich befinde mich auf einer Wanderung, bleibe mal stehen, sehe Details oder Geschichten, Farbe und Formen. Meine Themen sind Tod, Unfall, problematische Situationen des Lebens. Das sieht nicht jeder in meinen Bildern. Natürlich zeigen sie auch Natur, Blumen, Landschaften und Berge.“

 

Bank Austria Bankforum: Herbert Brandl, bis 15. April 2012, Freyung 8, 1010 Wien

Von W. Müller, Ärzte Woche 15 /2012

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