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Foto: © Sammlung Essl Privatstiftung, Fotos: Peter Kuffner
Installation Views/Ausstellungsansichten
Foto: © Anselm Kiefer. Ulrich Ghezzi courtesy Galerie Thaddaeus Ropac Paris · Salzburg

The Fertile Crescent, 2009. Mischtechnik auf Leinwand.

 
Leben 3. April 2012

Fragen des Lebens

Das Essl Museum zeigt Werke von Anselm Kiefer.

Sein Atelier ist eine ehemalige große Fabrik in Paris, mit mehreren Angestellten. Hier schafft der deutsche Maler Anselm Kiefer Werke von geradezu monumentalen Ausmaßen. Und von großer Tiefgründigkeit, wie seine aktuelle Ausstellung im Essl Museum, Klosterneuburg, zeigt.

 

Monumental und dunkel. So sind die Werke von Anselm Kiefer. Mit kleinen hält sich der 1945 in Donaueschingen, Süddeutschland, geborene Maler nicht auf, das macht seine aktuelle Präsentation im Essl Museum deutlich. Kiefer geht es um tiefe Seinsfragen, sein Thema sind die Mythologien unterschiedlicher Kulturen. Das sagt der Maler selbst. Nun sind Selbstauskünfte von Künstlern grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen. Denn der Urheber ist nicht unbedingt der beste Interpret seiner Werke. Zunächst ist der Künstler nur für den sinnlichen Akt zuständig, und jede Anstrengung in Richtung Rationalisierung kann da sogar stören. Doch im Fall von Kiefer spürt der Betrachter aufgrund seiner unmittelbaren Betroffenheit, dass hier tatsächlich gundlegende Fragen aufgeworfen werden. Dunkle Farbtöne dominieren, oft sogar eine apokalyptische Atmosphäre. Wir sehen verbrannte Erde und ausgedörrte Böden, weite Landschaften und monumentale Architekturen. Kiefer war ein Schüler von Joseph Beuys, und wie jener verwendet er unterschiedliche Materialien, so unter anderem Lehm, Sand und Gips. Diese Kunst ist nicht leicht und heiter, sie strahlt vielmehr großen Ernst aus. Und eröffnet dem Betrachter so etwas wie einen spirituellen Raum.

 

Essl Museum: „Anselm Kiefer. Werke aus der Sammlung Essl“, 3400 Klosterneuburg, An der Donau-Au 1, bis 29. Mai 2012

Von W. Müller , Ärzte Woche 14 /2012

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