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Leben 26. März 2012

Weniger Interesse an Medizin-Studium

Minus in Wien und Innsbruck, leichtes Plus in Graz und erneut Änderungen bei Aufnahmeverfahren.

Das Interesse an einem Medizinstudium in Österreich ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Insgesamt haben sich an den drei Medizin-Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck 11.645 Personen zu den unterschiedlichen Aufnahmeverfahren angemeldet, die zeitgleich am 6. Juli stattfinden werden. Das sind um rund 400 bzw. knapp 4 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Das Gesamtminus geht auf das Konto von Rückgängen in Wien und Innsbruck, in Graz gibt es dagegen ein leichtes Plus, wie die Universitäten am Montag mitteilten.

MedUni Wien

An der Medizinischen Universität Wien haben sich 5.419 Bewerber verbindlich für den Eignungstest Medizinstudium (EMS) angemeldet, im Vorjahr waren es 5.598. Sie rittern um einen der 740 Studienplätze für Human- und Zahnmedizin. Das Minus von 3,2 Prozent ergibt sich aus Rückgängen sowohl bei den Kandidaten aus Österreich als auch jenen aus EU-Ländern. 3.050 der Angemeldeten kommen aus Österreich (2011: 3.169), 2.240 Interessenten stammen aus einem EU-Land (2011: 2.315). Der Frauen-Anteil unter den Österreichern bleibt unverändert bei rund 57 Prozent.

MedUni Innsbruck

In Innsbruck stehen heuer 430 Studienplätze für die drei medizinischen Studien Human-, Zahn- und Molekulare Medizin zur Verfügung. Um diese bewerben sich in diesem Jahr 2.769 Personen - um rund 12 Prozent weniger als 2011 (3.144). Der Rückgang ist auf die deutlich geringere Zahl an Bewerbern aus EU-Ländern zurückzuführen, insbesondere aus Deutschland.

Insgesamt haben sich 1.745 EU-Bürger - darunter 95 Prozent Deutsche - angemeldet, das sind um 22 Prozent weniger als noch im Vorjahr (2.233). Seitens der Uni verweist man auf den doppelten Abiturienten-Jahrgang in Bayern und Niedersachsen im Vorjahr sowie die Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland, die die Bewerberzahl 2011 in die Höhe schnellen lassen hat. Die Zahl der angemeldeten Österreicher ist dagegen gegenüber dem Vorjahr von 882 auf 990 gestiegen. Von den 2.769 Kandidaten sind 57,7 Prozent Frauen.

MedUni Graz

In Graz läuft die Frist für die Einzahlung des Kostenbeitrags für die Testdurchführung noch bis 30. April, außerdem müssen Bewerber dort auch eine schriftliche Bewerbung abgeben. Nach den bisher vorliegenden Zahlen wollen in Graz 3.041 Personen das Aufnahmeverfahren absolvieren, um 138 mehr als 2011.

Sowohl bei den Bewerbern aus EU-Ländern (1.078) als auch bei jenen aus Österreich (1.903) gibt es dabei ein Plus. Für das kommende Studienjahr stehen in Graz 360 Studienplätze zur Verfügung.

Änderungen bei den Aufnahmetests

In Innsbruck finden erstmals unterschiedliche Auswahlverfahren für die drei Medizin-Studien statt, bisher wurde dort einheitlich der EMS verwendet. In Wien werden heuer beim EMS Frauen bevorzugt behandelt: Der Test soll nach Geschlechtern getrennt ausgewertet und die Ergebnisse der Frauen um einen "Ausgleichsfaktor" erhöht werden. Damit reagiert die MedUni Wien auf das schlechtere Abschneiden der Frauen bei den bisherigen Eignungstests.

Quotenregelung

An allen drei Standorten kommt bei der Aufnahme wieder die Quotenregelung zum Einsatz. Demnach stehen 75 Prozent der Plätze für Bewerber mit österreichischem Maturazeugnis zur Verfügung, 20 Prozent für Bewerber aus EU-Mitgliedstaaten und fünf Prozent für jene aus anderen Ländern.

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