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Leben 14. März 2012

Pflegeheim Schwanberg wird bis 2017 aufgelassen

Die Sonderkrankenanstalt Schwanberg, die im Herbst 2010 wegen Missbrauchsvorwürfen in die Schlagzeilen geraten war, wird bis 2017 aufgelassen. Die rund 100 Patienten werden in kleineren, modernen Einrichtungen untergebracht. Für die 60 Mitarbeiter gibt es eine Beschäftigungsgarantie, wurde vom Betreiber, der Steirischen Krankenanstalten Gesellschaft KAGes, in einer Betriebsversammlung am Dienstag laut "Kleine Zeitung" online bekanntgegeben und aus Kreisen der Landesregierung bestätigt.

Im Zuge der Untersuchungen der - zum Teil noch im Stadium der gerichtlichen Voruntersuchung befindlichen - Missbrauchsvorwürfe stellte sich heraus, dass die historische Anlage in Schwanberg überlastet und nicht mehr zeitgemäß ist. Seither sind von den rund 150 Patienten etwa 50 verlegt worden, viele davon in moderne und kleinere Behinderteneinrichtungen.

Zunächst hatte man geplant, die Sonderkrankenanstalt in ein Pflegeheim für psychisch Kranke umzubauen und den Bereich der Betreuung geistig Behinderter abzuziehen, die Pläne aber letztendlich wieder verworfen. Nun sollen die verbliebenen Betreuten in den kommenden drei bis fünf Jahren in zum Teil noch zu errichtende Einheiten der psychiatrischen Familienpflege und in spezialisierte Pflegeheime einerseits und Behinderteneinrichtungen andererseits verlegt werden, so der Sprecher von Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (V), die die Vorgangsweise mit Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser (S) abgestimmt hat.

Derzeit kostet der laufende Betrieb von Schwanberg 6,9 Mio. Euro. Die Entflechtung und Auslagerung sei nicht im Lichte von Einsparungen zu sehen - solche seien in diesem Fall auch gar nicht lukrierbar, so der Sprecher. Die Maßnahme entspräche aber Forderungen von Experten etwa aus dem Behindertenbereich. Die Verlegungen seien zudem nur in Einvernehmen mit den in vielen Fällen betrauten Sachwaltern durchzuführen, weshalb auch die Frist länger gestreckt sei. Am Ende soll die Immobilie verkauft werden.

Grünen-Abgeordnete Ingrid Lechner-Sonnek begrüßte in einer Aussendung die Entscheidung: "Das ursprüngliche Fortführungskonzept der KAGes, Schwanberg weiter als riesige stationäre Einrichtung für Menschen mit Behinderung zu betreiben, stieß auch von unserer Seite auf massive Kritik und hätte einen klaren Verstoß gegen die UN-Konvention für Menschen mit Behinderung bedeutet." Priorität müssten nun gute Lösungen für die Beschäftigten haben.

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