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Ballspiel im Dunklen, Gouache auf Papier 40x20 cm

Oben und Unten (David und Goliath), Gouache auf Papier, 40x20 cm

Fallendes Wasser Gouache auf Papier 40x20 cm

 
Leben 22. Februar 2012

Gefrorene Träume an der Grenze

Im Kunstraum Dr. David wird am 9. März eine Austellung von Leander Kaiser eröffnet.

Der Künstlerphilosoph Leander Kaiser hat sich in seiner Dissertation dem Problem des allgemein Menschlichen in der Hegelschen Ästhetik gewidmet und damit schon wesentliche Aspekte seiner Malerei angesprochen.

 

So wie von diesem beschrieben, sieht Kaiser Geschichte als Prozess der Selbsterzeugung, des Gesamtwirkens des Menschen. Und so wie Hegel sieht er auch die Malerei in ihrem ganzen Vorgang von der Idee über die technische Ausführung, von der Verarbeitung der Materie bis zur Wirkung auf den Betrachter als etwas Absolutes. Die traumhafte Wanderung an der Grenze zwischen Sinnhaftem und Sinnlichem wird für ihn Ausdruck und Grundbedingung des Lebens.

Momentaufnahmen des Möglichen, in welches immer auch die Chance auf das Unmögliche hereinleuchtet, bringt Leander Kaiser in eher trockenem, mattem Farbauftrag auf die Unterlage. Sie strahlen Ruhe und Inspiration aus, sind Einladung zum Versenken und Erinnern bzw. neu Entdecken. So provoziert Kaiser auch im Fromm’schen Sinn den inneren Dialog zwischen „Gefühle/Einsicht haben“ und „Fühlen/(Ein-)Sehen.

Ehemals avantgardistisch-gesellschaftskritisch orieniert, Mitglied der Künstlergruppe „Hundsblume“ und in der marxistisch-maoistischen Bewegung integriert, wendet sich Kaiser heute nicht mehr an ganze Gruppen, sondern an die Einzelperson, die er zum inneren und äußeren Dialog auffordert. Damit wirkt er nachgerade therapeutisch, weil ja – laut gestalttherapeutischem Konzept – Begegnung immer an den Grenzen stattfindet und nur dort gut gelingen kann, wo diese Grenzen einerseits beweglich und ausreichend durchlässig, aber andererseits auch respektiert sind.

Besonders wichtig erscheint dies in einer Zeit, in der die Begegnungen von Menschen, Gruppen, Staaten von Übergriffen bzw. Verhärtungen geprägt sind.

Der gebürtige Tiroler lebt seit Jahrzehnten in Wien, hat aber auch viel in Italien gewirkt bzw. von dort für sich angenommen. Auch diese Erfahrungen sind sowohl von der malerischen Technik als auch von der Thematik in die aktuellen Arbeiten eingeflossen.

Austellung
Die Eröffnung der Ausstellung „Gefrorene Träume an der Grenze“ findet am 9. März 2012 ab 18 Uhr statt. Vorgenommen wird diese Eröffnung von Dr. Wolfgang Hilger.

Ort: Kunstraum Dr. David, Jagdschloßgasse 6, 1130 Wien

Die Ausstellung ist bis Anfang Mai 2012 jeweils Donnerstag von 17 bis 19 Uhr zugänglich.

Von H. David , Ärzte Woche 8 /2012

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