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Leben 20. Februar 2012

Grazer Studienpatient tot: Erhebungen gegen Ärzte

Mit dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung sind derzeit zwei Ärzte der Medizinischen Universität Graz konfrontiert: Sie sollen 2009 bei einem Patienten ihrer Medikamentenstudie trotz Symptomen Krebs nicht erkannt haben. Der Steirer starb 2011 an einem Dickdarmkarzinom. Die Staatsanwaltschaft Graz bestätigte einen Bericht der "Kleinen Zeitung" (Sonntag-Ausgabe), wonach nun ein Sachverständiger den Fall prüfen soll.

 

Nebenwirkungen nach wenigen Tagen


Bei dem Steirer war vor Jahren Hepatitis C diagnostiziert worden, woraufhin der Patient um die Aufnahme in die Medikamentenstudie der MedUni bat. Die Therapie startete im Oktober 2008 und schon nach wenigen Tagen setzten Nebenwirkungen ein. Der Mann bekam laut Zeitungsbericht schwere Bauchschmerzen, verlor Gewicht und hatte Probleme mit dem Stuhlgang.

Trotzdem sollen die Studienärzte den Gesundheitszustand des Patienten als "gut" bezeichnet haben. Erst als er 2009 wegen neuerlicher Beschwerden in ein anderes Spital ging, wurde ihm die Diagnose Krebs überbracht. Das Karzinom war jedoch bereits inoperabel.

Klage eingereicht


Noch vor seinem Tod veranlasste der Steirer eine Klage, ein medizinisches Privatgutachten wurde für den Zivilprozess erstellt. Die Richterin leitete dieses an die Staatsanwaltschaft Graz weiter. Dort wurde der Erhalt der Unterlagen am Sonntag bestätigt. Ein Sachverständiger soll nun bestellt werden, so Arnulf Rumpold, stellvertretender Sprecher der Grazer Staatsanwaltschaft.

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