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Leben 9. Februar 2012

Faschingsmasken im Test

Drei von acht waren schadstoffbelastet. Es wurden zwar keine gesetzlichen Grenzwerte überschritten, dennoch gesundheitsschädliche Substanzen entdeckt, die vermieden werden könnten. Faschingsmasken haben die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) Burgenland auf gesundheitsschädliche Substanzen testen lassen. Bei drei von acht Produkten wurde man im Labor fündig.

Gesetzliche Grenzwerte seien nicht überschritten worden. Dennoch: "Stoffe, die die Gesundheit der Konsumenten gefährden oder die die Umwelt schädigen können, haben einfach in Verbraucherprodukten nichts verloren", erklärte die Leiterin der AK-Konsumentenberatung, Eva Schreiber.


Von den acht überprüften Masken wurden drei im Handel in Eisenstadt beziehungsweise in Mattersburg gekauft. Fünf Produkte wurden im Internet bestellt. Fünf waren mit "Made in China" gekennzeichnet, drei waren ohne Kennzeichnung.


Die gute Nachricht

Es seien keine chlorierten Kohlenwasserstoffe gefunden worden, so Sabine Cladrowa, Leiterin der Abteilung Chemikalien im Umweltbundesamt. Zwei Masken enthielten Nonylphenol - eine bekannte Substanz, die auch bei der Herstellung von Kunststoffen, Textilien und Lederwaren verwendet werde.

"Nonylphenol ist bekannt dafür, dass es das Hormonsystem beeinflusst und auch reproduktionstoxische (die Fruchtbarkeit beeinträchtigende, Anm.) Eigenschaften besitzt", erläuterte Cladrowa. Wegen der massive Auswirkungen auf die Umwelt sei es bereits als Reinigungsmittel in der Industrie verboten.

Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe


Auch Naphthalin, das im Verdacht stehe, krebserregend zu sein und zur Gruppe der Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) gehört, sei in einer Maske nachgewiesen worden. PAK seien beispielsweise in Reifen bereits verboten. Weiters wurden in zwei Produkten Phthalate gefunden. Dabei handle es sich um eine Substanzgruppe, die für ihre unterschiedlich starken reproduktionstoxischen Eigenschaften bekannt und für die Umwelt schädigend sei.

Auf Geruch achten


"Alle gefundenen Schadstoffe könnten vermieden werden", meinte die Expertin. Die in Eisenstadt und Mattersburg gekauften Masken seien praktisch frei davon, berichtete Schreiber. Jene, die Schadstoffe enthielten - ein Schweinekopf, ein Troll und die aus Star Wars bekannte Figur Jar Jar Binks - seien im Internet bestellt worden. Bei zwei Portalen habe man belastete Produkte bekommen, bei zwei waren sie in Ordnung.


Möglichkeiten für Konsumenten, eine Belastung mit Schadstoffen vor dem Kauf zu erkennen, gebe es nicht. "Wenn Produkte stark riechen, unangenehm riechen, sollte man die Finger davon lassen", riet Schreiber. Zumindest sollten solche Masken nicht länger getragen werden. Schwitze man beim Tragen stark, begünstige dies die Aufnahme von Schadstoffen.

Direkten Hautkontakt vermeiden


"Auch der Preis ist kein Hinweis darauf, ob ein Produkt mit Schadstoffen belastet ist oder nicht", so Schreiber. Das günstigste Produkt, eine um 2,99 Euro in Mattersburg gekaufte grüne "Horrormaske", enthielt keine schädlichen Substanzen. Hingegen seien Faschingsmasken, die ein Vielfaches gekostet hätten, belastet gewesen. Eine Alternative seien Produkte, wo eine Stoffeinlage verhindere, dass die Haut mit dem Kunststoff direkt in Kontakt komme. Solche müsse man aber leider "mit der Lupe suchen".

 

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