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Ziel des Projekt: die lückenlose Versorgung von Diabetikern.
 
Leben 13. Februar 2012

Gemeinsame Diabetikerbetreuung

Krankenkasse, Ärzte und Apotheker arbeiten in Oberösterreich zusammen.

Die Anzahl der diagnostizierten Patienten mit Diabetes wird auf 420.000 für Österreich und ca. 60.000 bis 70.000 für Oberösterreich geschätzt. Da die Zahl noch nicht diagnostizierter Diabetiker in Österreich nach Angaben der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) mit etwa 180.000 hoch ist, haben Gebietskrankenkasse, Ärzte- und Apothekerkammer sowie die Landespolitik in Oberösterreich Anfang dieses Jahres ein Pilotprojekt gestartet.

Apotheker sind nach einem strukturierten Prozess in die Beratung und Betreuung von Patienten mit Diabetes mit einbezogen und unterstützen so das bestehende Disease Management Programm (DMP) „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“.

Das Pilotprojekt sieht drei Handlungsfelder für Apotheken vor

  • Die Unterstützung bei der „Suche“ nach noch nicht diagnostizierten Diabetikern. Dazu werden in der Apotheke mittels so genannter FINDRISK-Fragebögen bisher noch nicht diagnostizierte Personen mit hohem Diabetes-Risikopotenzial herausgefiltert und bei entsprechendem Ergebnis an den Arzt zur weiteren Abklärung verwiesen.
  • Die Unterstützung bei der Motivation und Betreuung von Personen mit diagnostizierter Diabeteserkrankung in enger Abstimmung mit dem laufenden DMP „Therapie Aktiv“. Dabei geht es vor allem um die Förderung zur Teilnahme am Programm selbst.
  • Das Angebot von Beratungsleistungen – dort, wo kein an „Therapie Aktiv“ teilnehmender Hausarzt zur Verfügung steht. Hier werden die Apotheken mit dem Hausarzt des Patienten zusammenarbeiten und (nicht-ärztliche) Beratungsleistungen aus dem Therapie-Aktiv-Programm übernehmen. Vor allem bei Personen mit einem noch nicht hochgradig ausgeprägten Risiko geht es zusätzlich um die Motivation der Betroffenen zu einer positiven Lebensstiländerung.

 

„Unter Berücksichtigung der strategischen Zielsetzung ist ein eigenes Schulungsprogramm für die Apotheker erarbeitet worden. Ziel ist die Vorbereitung und Schulung der Apotheker, um definierte Teilbereiche der Diabetesbetreuung in Oberösterreich gemeinsam und unterstützend mit den bisher eingebundenen Berufsgruppen vornehmen zu können“, so Allgemeinmediziner Dr. Erwin Rebhandl, der als Präsident des Vereins „AM PLUS“ in die Erarbeitung des Pilotprojekts eingebunden war.

Gemeinsame Betreuung von Diabetikern schon seit 2006

Mit dem „DIALA“-Programm – der strukturierten Diabetikerbetreuung im ländlichen Raum – entwickelten die oberösterreichische GKK, die Ärztekammer und die Diabetologische Gesellschaft bereits 2004 in Oberösterreich eine Referenz für das österreichweite Therapie-Aktiv-Programm. Seit 2006 läuft das gemeinsame Programm „Strukturierte Diabetesbetreuung in OÖ“.

„Im Juli 2011 wurde auch in Oberösterreich auf das bundesweite Disease Management Programm (DMP) `Therapie Aktiv – Diabetes im Griff´ umgestellt“, berichtete Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer bei der Präsentation des Projekts Ende vergangenen Jahres in Linz.

Die strukturierte Betreuung von Diabetes-Patienten soll den Gesundheitszustand der Betroffenen verbessern und Spätfolgen wie Fußamputationen und Augenkomplikationen reduzieren. Regelmäßige Evaluierungen des Programms `Therapie Aktiv´ zeigten bisher bei allen wichtigen medizinisch relevanten Parametern wie Blutdruck, Blutfette und HbA1 einen positiven Trend und damit erhebliche Verbesserungen.

Das Konzept für das Pilotprojekt erarbeitete die Österreichische Apothekerkammer – Landesgeschäftsstelle Oberösterreich gemeinsam mit dem Verein „AM PLUS - Initiative für Allgemeinmedizin und Gesundheit“. Darin werden jene Leistungen definiert, die die Apotheken vornehmen und statistisch erfassen. „Das Gesamtprojekt und das definierte Aufgabenspektrum wurden mit allen relevanten Partnern des oberösterreichischen Gesundheitswesens abgestimmt“, berichtete Mag. pharm. Thomas Veitschegger, Präsident der Apothekerkammer Österreich/Oberösterreich.

Die Umsetzung des Pilotprojekts 2012 ermöglicht nun im Sinne einer lückenlosen Versorgung den Apothekern, gemeinsam mit den Ärzten und allen an der Betreuung von Diabetikern beteiligten Berufsgruppen die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern, manche Folgeerkrankungen, die durch Diabetes herbeigeführt werden, zu verhindern und dem oberösterreichischen Gesundheitssystem Einsparungspotenziale zu liefern.

 

Quelle: Presseaussendung AM PLUS – Initiative für Allgemeinmedizin und Gesundheit

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