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Teenagerliebe entwickelt sich heute oft in Facebook und per SMS.
 
Leben 30. Jänner 2012

Teenagerliebe beginnt digital

Das Verhalten der Jugendlichen wird von Handys und Social Media maßgeblich bestimmt.

Liebe zwischen Teenagern beginnt heute mit Facebook und SMS. Zu diesem Schluss kommen Forscher vom Ericsson Consumer Lab nach einer Befragung von 2.000 Jugendlichen in den USA zwischen 13 und 15 Jahren. Sie wollten vor allem erfahren, wie die Kommunikationstechnik von heute das Verhalten junger Menschen verändert.

 

Der Beginn für die Anbahnung ei- ner Liebesbeziehung ist weiterhin das reale Leben mit einem ersten persönlichen Kennenlernen. Dann kommt Facebook ins Spiel: Hier recherchiert man über den anderen, macht ihm oder ihr einen Freundschaftsantrag und kann – so dieser angenommen wird – in Folge auch in das Profil einsehen. Wenn das hier gebildete Urteil positiv ausfällt, nutzen viele den Facebook-Chat, oft mit dem Ziel, die Telefonnummer des anderen herauszufinden.

Ist die Nummer einmal bekannt, wird die SMS-Maschinerie angeworfen. Über diesen Weg verabreden sich viele mit dem potenziellen Partner, zuerst gemeinsam mit anderen Freunden, irgendwann dann auch bloß zu zweit. Ernst ist es mit der Liebe zwischen den beiden schließlich geworden, sobald der Facebook-Status auf „in einer Beziehung“ geändert wird – was bei heutigen Jugendlichen als öffentliche Ankündigung gilt.

Telefonieren ist für Erwachsene

Wie auch Ältere nutzen Teenager ihre Facebook-Präsenz vorwiegend, um mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben, betonen dabei allerdings die Selbstdarstellung weit stärker. Die Durchschnitts-Freun-deszahl auf Facebook ist 265, wobei man sich jenseits der 350-Freunde-Grenze bloß verdächtig macht, auch Unbekannte eingeladen zu haben. Die Nutzung von Instant Messaging stagniert, während Skype und andere Videochats florieren, gerade wenn die Eltern ein persönliches Treffen verbieten oder Hilfe bei der Hausaufgabe nötig ist.

Spannend ist jedoch auch die veränderte Einstellung der Jugendlichen zu Telefon und E-Mail. „Beide gelten als Kommunikationsform der Erwachsenen“, berichtet Katharina Praschl, Sprecherin von Ericsson Österreich. Telefongespräche dauern meist kürzer als vier Minuten, nicht zuletzt um peinliche Gesprächspausen zu vermeiden. Festnetz, E-Mail und Twitter haben für diese Altersgruppe kaum Bedeutung, doch selbst Facebook und Handygespräche müssen zurückstecken, wenn man Teenager fragt, worauf sie auf keinen Fall verzichten wollen: Unangefochten liegt hier der persönliche Austausch in Topposition.

Wie nachhaltig diese neuen Kommunikationsformen das Verhalten der jungen „Digital Natives“ prägen, bleibt abzuwarten. „Wir gehen davon aus, dass Menschen beim Älterwerden ihre Gewohnheiten adaptieren. Was man einmal als nützlich erlebt hat, behält man jedoch in der Regel bei“, so Praschl. PTE/KK

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