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Leben 9. November 2011

Graz: Translationale Herzinsuffizienzforschung wird Ludwig Boltzmann Institut

Das im Oktober 2011 unter der Leitung von Herrn Univ.-Prof. Dr. Burkert Pieske in Graz eingerichtete Ludwig Boltzmann Institut für Translationale Herzinsuffizienzforschung (LBI HF) hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Methoden zur Früherkennung und ursächlichen Behandlung der Herzinsuffizienz zu erforschen.

Keine medikamentöse Therapie


Neben der systolische Herzinsuffizienz ist ein besonderer Schwerpunkt die diastolische Herzinsuffizienz. Während die derzeit bekannten Medikamente bei systolischer Herzinsuffizienz die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung erhöhen können, gibt es bei der diastolischen Herzinsuffizienz (bis zu 50 Prozent aller Herzinsuffizienz-Patienten) bisher keine wirksame medikamentöse Therapie.

Die Sterblichkeit bei Herzinsuffizienz liegt mit über 50 Prozent innerhalb von 5 Jahren höher als bei vielen Krebserkrankungen. Die einzige Heilungsmöglichkeit bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz ist die Herztransplantation.

Verküpfung von Grundlagenforschung und Klinik


Eine Stärke des neuartigen Forschungskonzepts des Ludwig Boltzmann Instituts für Translationale Herzinsuffizienzforschung ist die inhaltlich und räumlich enge Verknüpfung der Grundlagenforschung mit der klinischen Forschung in einem translationalen Institut. Das LBI HF ist das einzige speziell auf Herzinsuffizienzforschung ausgerichtete Institut in Österreich.


Univ.-Prof. Dr. Burkert Pieske dazu: "Der Standort für das neue LBI HF an der Medizinischen Universität Graz ist für uns ideal. Die Med Uni Graz hat die Kardiovaskuläre Forschung als erklärten Forschungsschwerpunkt und bietet mit über 70 aktiven Wissenschaftlerin in diesem Bereich ein optimales Umfeld für wissenschaftliche Kooperationen und die Einbindung des LBI HF in internationale Forschungsnetzwerke."

Nationales und internationales Netzwerk


Im LBI HF arbeiten 18 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in enger Kooperation mit den Partnern des Instituts, der Medizinischen Universität Graz, Bayer HealthCare Pharmaceuticals, dem AIT Austrian Institute of Technology, der Karl-Franzens Universität in Graz, der Steiermärkische Gebietskrankenkasse (GKK) und der Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) zusammen.

Evaluierungsverfahren seit 2008


Durch die Zusammenarbeit akademischer Zentren, industrieller Partner, Krankenversorgungsträgern und Krankenkasse wird eine zielorientierte, effiziente und rasche Umsetzung der Forschungs- und Innovationsziele angestrebt. Der Antrag bereits in der letzten Ausschreibungsrunde der Ludwig Boltzmann Gesellschaft im Jahr 2008 eingereicht und nach einem internationalen, zweistufigen Evaluierungsverfahren von einer ebenfalls internationalen Jury zur Gründung empfohlen.

Nach einer längeren Vorbereitungsphase konnte das LBI HF schließlich im Herbst 2011 mit den verschiedenen Partnern gegründet werden.

 

OTS/AN

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