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Leben 1. September 2011

Time-and-motion Studie der Arbeitsbedingungen von stationär tätigen Anästhesisten in deutschen Kliniken

GRUNDLAGEN: Ziel der Studie war es, die Arbeitsbedingungen von stationär tätigen Anästhesisten in einer Echtzeitanalyse zu erheben. METHODIK: Anästhesisten wurden für 60 Arbeitstage während ihrer gesamten Arbeitsschicht beobachtet. Dabei wurden alle Tätigkeiten, die in dieser Zeit von den Ärzten ausgeführt wurden, sekundengenau aufgezeichnet. ERGEBNISSE: Die Anästhesisten wurden insgesamt 517:16:36 Stunden (h) beobachtet. Der durchschnittliche Arbeitstag dauerte 08:37:17 Stunden. Insgesamt wurden 28,5 % der Arbeitszeit für die indirekte Patientenbehandlung verwendet, 14,7 % für die direkte Patientenbehandlung (medizinische Untersuchung etc.) und 18,8 % für administrative Tätigkeiten. Kommunikation nahm einen Tagesanteil von 19,9 % ein, Pausen und Unterbrechungen 15,2 %, sonstige Arbeitsaufgaben 2,9 %. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die vorliegende Studie gibt anhand von objektiven Zeitdaten Einsicht in den Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen von stationär tätigen Anästhesisten. Die Studienergebnisse zeigen ein starkes Ungleichgewicht zwischen den Zeitanteilen, die für die direkte Patientenbehandlung zur Verfügung steht im Verhältnis zu einem hohen Tätigkeitsanteil für die indirekte Patientenbehandlung sowie administrativen Aufgaben. Die Ergebnisse können einen wegweisenden Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Anästhesisten leisten, sowie zur Optimierung der Gesundheitsversorgung in Deutschland beitragen.

Inka Hauschild, Karin Vitzthum, Burghard F. Klapp, David A. Groneberg, Stefanie Mache, Wiener Medizinische Wochenschrift 17/18/2011

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