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Leben 13. Oktober 2011

Erste Professur für "Kommunikative Kompetenz" an der Med Uni Graz

Der Arztberuf ist in seinem Kern ein kommunikativer Beruf. Der Patient von heute erwartet, dass der Arzt zu einer problemlösenden Kommunikation befähigt ist. Er will mit seinen Beschwerden, Ängsten und Vorstellungen wahrgenommen werden. Der Arzt wiederum ist auf die Mitarbeit des aufgeklärten Patienten angewiesen.

Beides unterstreicht die Notwendigkeit, dass angehende Ärzte schon in ihrer Ausbildung eine ausreichende kommunikative Kompetenz erwerben sollten. Wissenschaftliche Medizin auf der Höhe der Zeit muss also gleichzeitig mit “Wort”, “Arznei” und “Messer” arbeiten. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Medizinische Universität Graz den ersten Lehrstuhl mit Schwerpunkt kommunikative Kompetenz errichtet.

Bedeutung des biopsychosozialen Modells

Im Behandlungsverlauf beeinflusst die Kommunikation ganz wesentlich das Vertrauen und den Therapieerfolg. Studien haben ergeben, dass etwa 50 Prozent der Diagnosen allein aufgrund der im Rahmen einer ausführlichen Anamnese gewonnenen Informationen gestellt werden können. 80 – 95 Prozent der Patienten wollen eine möglichst genaue Aufklärung hinsichtlich Diagnose und Prognose. Außerdem wollen diese Patienten auch in die weiteren medizinischen Schritte einbezogen werden.

Studierende der Medizin sollen auch die Risiken für die Entwicklung und Aufrechterhaltung von Krankheiten, die mit der Persönlichkeit sowie mit den sozialen und ökologischen Lebensumwelten der Patienten verbunden sind, ansatzweise erkennen und handhaben lernen.

Mensch im Mittelpunkt

Dass es diese Professur gerade in Graz geben wird, ist kein Zufall. Die Med Uni Graz stellt die biopsychosoziale Medizin in den Mittelpunkt des Studiums. Im biopsychosozialen Modell steht der Mensch in seiner Ganzheit, mit seinen Beschwerden und in seinem gesamten Lebensumfeld im Zentrum.

Med Uni Graz/AN

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