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Foto: VBK, Wien 2011
Münzen, 2005. Öl und Papier auf Leinwand.
Foto: The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts.Inc./VBK, Wien 2011

Orange Car Crash, 1963. 2-teilig, Acryl, Siebdruck auf Leinwand.

Foto: Estate Martin Kippenberger

Ohne Titel (aus der Serie Fred the frog) 1989/90 Öl auf Leinwand.

Foto: mumok / Julia Stix

Von links / from left: Mario Merz, Il fulmine colpisce il campo, 1968; Michelangelo Pistoletto, Divisione e moltiplicazione. Specchio-Angolo, 1976–1990; Pino Pascali, La vedova blu, 1968; Raymond Hains, Seita, 1964

 
Leben 22. September 2011

„Dialog zwischen dem Bestehenden und dem Neuen“

Das Museum Moderner Kunst ist nach Renovierungsarbeiten wieder geöffnet.

Träumen darf man bekanntlich noch. Und Wünsche haben auch. Karola Kraus hat sie. Die neue Direktorin des Wiener Museums Moderner Kunst präsentiert aktuell ihre Antrittsausstellung „Museum der Wünsche“.

 

Erst vor zehn Jahren wurde das Gebäude des Museums Moderner Kunst (Mumok) im Museumsquartier gebaut. Und schon zweimal musste es wegen Renovierungsarbeiten geschlossen werden. Das erste Mal gleich nach der Fertigstellung – Edelbert Köb ließ mit Amtsantritt als neuer Direktor bauliche Adaptierungen nach seinen Wünschen vornehmen. Ähnlich jetzt wieder. Das Mumok hat eine neue Direktorin, Karola Kraus. Auch sie ließ das Haus nun über den Sommer wieder für mehrere Wochen schließen. Der Grund: Der Terrazzoboden wies Sprünge und Risse auf und musste unbedingt saniert werden. Kraus nutzte die Gelegenheit, um auch andere baulichen Veränderungen vorzunehmen. So verrückte sie das Museumscafe aus dem hinteren, versteckten Eck nach vorne, in den Eingangsbereich. Und im Untergeschoss ließ sie von dem Künstler Heimo Zobernig zusammen mit dem Architekten Michael Wallraff ein Kino bauen, das zugleich als Vortragssaal genutzt werden kann. Das Museum ist damit um eine Einrichtung und ein permanentes Kunstwerk reicher geworden. Bewusst engagierte die neue Chefin des Hauses für den Umbau Künstler. Und man muss sagen: Die Eingriffe tun dem Museum gut. Sie sind mit Stil und Feingefühl vorgenommen worden. Qualitäten, die auch in der aktuellen Ausstellung zum Tragen kommen, der ersten nach dem Umbau des Hauses und auch der ersten der neuen Direktorin.

Eigene Sammlung

„Museum der Wünsche“ heißt die Ausstellung. Kraus präsentiert, chronologisch und thematisch geordnet, ausgewählte Werke aus der eigenen Sammlung. Und ergänzt sie mit Leihgaben, die den Bestand gut ergänzen würden und daher auf der Wunschliste des Museums stehen. Als da beispielsweise Werke von Robert Barry, Dan Flavin, Ray Johnson oder Cindy Sherman wären. „Die Ausstellung soll nicht die Kunstgeschichte von A bis Z vorführen, die Arbeiten fein säuberlich und endgültig auffädeln. Ich möchte vielmehr durch thematische Konstellationen und generationenübergreifende Gegenüberstellungen neue Sichtweisen auf die Kunstgeschichte vorschlagen, in die wir selbst mit unseren Meinungen, Interpretationen und Bewertungen involviert sind“, sagt Kraus. Sie setzt auf einen Dialog „zwischen dem Bestehenden und dem Neuen, zwischen den internen Gegebenheiten und dem von außen Kommenden“.

Ein armer Hund

Auffallend ist die betont reduzierte Hängung, der sensible Umgang mit den räumlichen Gegebenheiten. Ein Detail war Kraus auch wichtig: Sie hat die Plexiglasscheiben von den Bildern entfernt und somit eine Barriere zwischen Betrachter und Kunstwerk.

Einerseits ist ein Museum eine mächtige Institution. Es setzt Maßstäbe und kann mit seiner Ankaufs- und Ausstellungspolitik Trends initiieren. Andererseits ist ein Museum auch schlicht ein armer Hund. Hat notorisch zu wenig Geld und muss daher betteln gehen. Von Betteln spricht es natürlich nicht, es spricht vielmehr von Partnerschaften und Kooperationen. In Zeiten schwindender öffentlicher Ankaufsbudgets ist es auf die Unterstützung insbesondere von Firmen und Sammlern angewiesen. Die Preise der Kunstwerke auf der Wunschliste erstrecken sich im Übrigen von 6.000 bis 3 Millionen Euro.

 

Mumok: Ausstellung „Museum der Wünsche“, bis 8. Jänner 2012, Museumsquartier, 1070 Wien.

Von W. Müller , Ärzte Woche 38 /2011

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