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Fotos (2): Margot Holzapfel
Vertraute Fremde; Mischtechnik.

Der unvollkommene Mensch; Mischtechnik

 
Leben 13. September 2011

Vielfältig, aber nicht beliebig

Erstmals stellt die Künstlerin Margot Holzapfel ihre Bilder unter dem Titel „Vertraute Fremde“ in Wien im Kunstraum Dr. David aus.

Die in Ybbs an der Donau geborene Künstlerin Margot Holzapfel entdeckte bereits als Kind ihre Liebe zur Malerei. Papier und Farben waren ihre ständigen Begleiter. Ihre Kreativität und Schaffensfreude vereinte sie in späteren Jahren als gelernte Tischlermeisterin gekonnt mit ihrer beruflichen Laufbahn.

Man sieht sich in einem Farben- und Formenrausch, in bewegten und schimmernden Welten, wenn man sich in das Atelier von Margot Holzapfel begibt. Da findet sich nichts Düsteres oder Erschreckendes, keine Grausamkeit und keine Provokation. Die Vielfalt der Themen und Darstellungsformen ist eindrucksvoll. Die Bilder sind phantasievolle und dynamische Kompilationen von Impressionen, die die Künstlerin in ihrem unmittelbaren Umfeld, aber auch bei Reisen und später in ihrem Herzen und in ihrer Erinnerung findet. Der Auswahl der Sujets ist anzumerken, dass es sich nicht um beliebige Eindrücke von Objekten, sondern eben um Subjekte handelt, um Bedeutendes. Daraus wird dann zielstrebig und geleitet von ihrem inneren Schwung (dem der Motive oder dem der Schaffenden?) zu Leinwand oder Papier gebracht, was berührt und anregt.

Dabei geht es Margot Holzapfel aber nicht um die Abbildung einer Realität, nicht um die naturgetreue Wiedergabe einer Landschaft, einer Stadt, eines Gegenstandes, sondern vielmehr um die Entdeckung und das Festhalten der Essenz, die charakteristische Begegnung, die innere Dynamik. Fast meint man auch etwas aus den Farben heraushören zu können, ihre Quellen und ihren Rhythmus zu spüren. Da gibt es auch nichts Verborgenes, keine Geheimnisse; Erotik, Leidenschaft, Freude am Leben und an der Lebendigkeit sind offensichtlich.

Die Künstlerin experimentiert mit Formen, Farben und Materialien. Was immer das Auge anspricht, wird zum Motiv und damit auch zum movens – dem Antrieb, den inneren Schwung weiterzugeben und andere daran teilhaben zu lassen. Daher hat sich Margot Holzapfel auch nie um den hehren Elfenbeinturm des elitären Kunstbetriebs bemüht, sondern ihre Werke immer in unmittelbaren Kontakt mit den Mitmenschen gebracht. In ihrer Heimatstadt Ybbs/Donau ist ihr Wir-ken vielfältig im öffentlichen Raum und in Institutionen und Betrieben sichtbar. Auch die Fortschritte, die sie durch zahlreiche Weiterbildungen und zuletzt durch das Studium an der LEONARDO Kunstakademie in Salzburg gemacht hat, lassen sich dort verfolgen.

Erstmals stellt die Künstlerin nun auch in Wien im Kunstraum Dr. David aus. Unter dem Titel „Vertraute Fremde“ sind neue Blickwinkel auf vertraut scheinende Figuren, aber auch überraschend bekannt wirkende Ansichten von fremden Städten und Menschen zu finden. Da wir – wie die Gestalttherapie postuliert – unsere Wahrnehmung durch Ähnlichkeiten und Unterschiede strukturieren und beiden die gleiche wertschätzende Aufmerksamkeit zukommen lassen sollten, ist dies eine Möglichkeit, nicht nur die Welt, sondern auch uns selbst mit anderen, wohlwollenden Augen zu sehen.

KK

 

Die Ausstellung im Kunstraum Dr. David in der Jagdschlossgasse 6, 1130 Wien, wird am 23. September 2011 ab 18.00 Uhr von Bundesratsdirektor i.R. Dr. Walter Labuda eröffnet und ist bis 15. November 2011 jeweils Donnerstag von 17.00 bis 19.00 Uhr zugänglich.

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