zur Navigation zum Inhalt
Fotos (4): Bas Princen
Bas Princen gehört zu den jungen, aufstrebenden Fotografen Hollands. In seinen Arbeiten wirken Gebäude und Landschaften seltsam verfremdet. Das schafft er nicht durch Retusche, das ist allein seinem aufmerksamen Blick auf unsere Umwelt geschuldet. Diese A
 
Leben 13. September 2011

Wie sieht Ihr ökologischer Fußabdruck aus?

Einige Tipps zum sorgsamen Umgang mit unseren Ressourcen.

Leben Sie umweltbewusst? Sind Sie schon von der Glüh- auf die LED-Lampe umgestiegen? Und wissen Sie, dass bei der Waschmaschine ein längerer Waschgang keineswegs einen höheren Energieverbrauch bedeutet? Wir zeigen, wie Sie gängige Haushaltsgeräte umweltbewusst nutzen können.

 

Mit einem Kürzel müssen wir uns vertraut machen: LED. Es steht für Licht emittierende Leuchtdioden. Man übertreibt sicherlich nicht, wenn man sagt, dass das die Lichtquelle der Zukunft ist. LEDs fingen klein an, als Displaybeleuchtung und als Rücklicht beim Fahrrad, nun sind sie dabei, den Haushalt zu erobern. Diese Lampen überzeugen durch lange Lebensdauer und hohe Energieeffizienz – wobei ihre Möglichkeiten, wie Fachleute betonen, noch längst nicht ausgeschöpft sind. Mit weiteren Verbesserungen darf gerechnet werden. Vielleicht geht künftig auch der Preis etwas nach unten, der jetzt noch auf manchen Käufer abschreckend wirkt: Je nach Lampentyp liegt er zwischen 15 und 50 Euro.

Die LED-Lampe ist merklich teurer als unsere gute alte Glühbirne. Alt ist die in der Tat, eine Erfindung aus dem 19. Jahrhundert. Und gut ist sie unter Energieeffizienzgesichtspunkten nun wirklich nicht: 95 Prozent der erzeugten Energie werden in Wärme umgewandelt, nur 5 Prozent in Licht.

Über Jahre und Jahrzehnte war sie uns ein treuer Begleiter, nun ist es an der Zeit, von der Glühbirne endgültig Abschied zu nehmen. Die EU hat schon vor längerer Zeit beschlossen, sie sukzessive vom Markt zu nehmen, und 2012 soll sie ganz aus den Regalen der Geschäfte verschwunden sein.

Zur Glühbirne gibt es seit mehr als 30 Jahren eine Alternative: die Energiesparlampe. Es handelt sich dabei um eine Art zusammengefaltete Neonröhre, bei der durch die Entzündung eines Gasgemischs Licht erzeugt wird. Die Energiesparlampe kann gegenüber der Glühbirne mit geringerem Stromverbrauch und längerer Lebensdauer punkten, doch richtig durchsetzen vermochte sie sich in der Vergangenheit niemals. Das lag am höheren Preis, und wahrscheinlich noch mehr noch an ihrer unschönen klobigen Form und ihrer „kalten“ Lichttemperatur. In allen drei Punkten hat sie aufgeholt: Der Preis ist moderater geworden (3 - 15 Euro), der Formenreichtum vielfältiger und die Farbtemperatur umfangreicher. Bleibt als Manko, dass die Lampe, ähnlich wie ein Dieselmotor, eine gewisse Vorlaufzeit braucht, bis sie ihre ganze Leuchtkraft erreicht. Achtung: Gehen diese Lampen kaputt, gehören sie nicht in den Hausmüll, sondern als Sondermüll entsorgt, weil sie Quecksilber enthalten.

Unermüdliche Arbeiter

Der technische Fortschritt schreitet voran, auch bei den Kühl- und Gefriergeräten. Schon bisher machten sie ihre Sache gut, nun kommt hinzu, dass sie dazu immer weniger Strom benötigen. Das kann sich in den Haushaltsausgaben deutlich bemerkbar machen, denn die Kühl- und Gefriergeräte gehören zu den Schwerarbeitern im Haus: Tag und Nacht sind sie im Einsatz, das ganze Jahr über.

Erst wenn diese unermüdlichen Arbeiter einmal kaputt gehen, sehen viele den Zeitpunkt gekommen, sich von ihren Altgeräten zu trennen. Ein unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten oft zu später Termin, handelt es sich hier doch oft genug um wahre Stromfresser. Es gilt die Faustregel: Wird ein mehr als zehnjähriges Gerät durch ein neues A++-Gerät ersetzt, ist die Ökobilanz positiv. Bei einem vierjährigen Gerät sollten die Reparaturkosten maximal 50% des Kaufpreises betragen (6 Jahre: maximal 30%, 8 Jahre: maximal 15%).

Stromverbrauch im Wartezustand

Immer mehr und immer größer. Das ist ein zentraler Leitgedanke unseres Wirtschaftssystems, und exemplarisch manifestiert er sich bei den Fernsehgeräten. Heute gibt es in Österreich bereits mehr Fernseher als Haushalte – jedem sein eigenes Gerät. Und die Bildschirmfläche tendiert zunehmend in Richtung Kinoleinwand. Eine Entwicklung, die Soziologen eher als bedenklich einstufen – „die Leute schauen nur noch in die Röhre“.

Nun, die Röhre war einmal. Heute sind es Edelgase (Plasmabildschirm) oder Flüssigkeitskristalle (LCD-Bildschirm), die das Fernsehbild generieren. Die neue Generation ist gegenüber der alten leichter und flacher geworden, doch genügsamer im Stromverbrauch zeigte sie sich lange Zeit keineswegs. Im Gegenteil, ihr Energiehunger nahm ständig zu. Diese Entwicklung ist nun erst einmal gestoppt, wiederum dank LED-Technologie. LCD-Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung sind aktuell die energiesparendsten Modelle. Sie benötigen bei einer Bildfläche von 46‘‘ rund 70-80 Watt – im Unterschied zu 200-300 Watt, die vor kurzem noch üblich waren.

Fernseher können auch Strom ziehen, wenn sie nicht in Gebrauch sind. Möglich macht das der Standby-Modus, der das Gerät in permanenter Wartestellung hält – ein unnötiger Verbrauch, den Sie vermeiden, indem Sie das Gerät ganz ausschalten.

Eco-Programm wählen

Zuletzt ein Wort zu den Waschmaschinen: Hier ist zu beachten, dass ein längerer Waschgang keineswegs einen höheren Energieverbrauch bedeutet. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall. Das Reinigungsergebnis hängt nämlich von vier Faktoren ab: Zeit, Temperatur, Mechanik und Chemie. Wird der Faktor Zeit erhöht, kann zum Ausgleich eine niedrigere Temperatur gewählt werden – und gerade das führt zur Energieeinsparung. Darauf setzen die Eco- und Energiesparprogramme, die aus diesem Grund nach Möglichkeit gewählt werden sollten.

Von W. Müller , Ärzte Woche 37 /2011

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben