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Patienten müssen altersgerecht betreut und therapiert werden.
 
Leben 16. September 2011

Zusatzfach Geriatrie erweitert Ärzteausbildung

Die demografische Entwicklung zeigt einen hohen Bedarf an altersgerechter und umfassender Betreuung älterer Menschen.

Mit der Novellierung der Ärztinnen-/Ärzte-Ausbildungsordnung hat die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) ein großes Ziel erreicht: Seit 1. Juli 2011 können Allgemeinmediziner und Fachärzte bestimmter Fachrichtungen (Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Physikalische Medizin und Remobilisation) erstmals das Additivfach Geriatrie erwerben, wofür sie eine umfassende, drei Jahre dauernde Ausbildung absolvieren müssen. Bisher konnte sich die Ärzteschaft im Rahmen eines ÖÄK-Diplomlehrgangs Geriatrie weiterbilden, der auch weiterhin angeboten wird.

 

„Dass die Politik diese wichtige Zusatzausbildung endlich ermöglicht, ist ein großer Schritt nach vorne. Österreich hat nun im geriatrischen Bereich endlich den Anschluss an Resteuropa geschafft“, freut sich der Leiter des ÖÄK-Referats für Geriatrie und Präsident der Ärztekammer Burgenland, Michael Lang. Denn die demografische Entwicklung zeige eindeutigen Bedarf an spezialisierten Experten, die ältere und multimorbide Patientinnen und Patienten umfassend betreuen könnten, so Lang. Die ÖÄK habe sich daher mit ganzer Kraft für das neue Additivfach eingesetzt. „Das Additivfach wird die Qualität der Betreuung geriatrischer Patienten noch weiter verbessern“, ist Lang überzeugt.

„Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2020 in Österreich bereits 8,7 Millionen Menschen leben werden, rund ein Viertel davon wird über 60 Jahre alt sein und eine entsprechende medizinische Versorgung benötigen“, bringt es Lang auf den Punkt. Die Lebenserwartung steige dank des medizinischen Fortschritts, ältere Patientinnen und Patienten müssten altersgerecht therapiert werden. Die jetzt vom Gesetzgeber ermöglichte Zusatzausbildung lege Wert auf eine fächerübergreifende Schulung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie auf eine umfassende kurative, palliative, präventive und rehabilitative Betreuung der Patientinnen und Patienten.

Lang: „Schwerpunkt ist die Vertiefung geriatrischer Kenntnisse im jeweiligen zugrundeliegenden Fach. Einen Schwerpunkt bilden akutgeriatrische Inhalte. Zusätzlich werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehrere Monate in den Sonderfächern Psychiatrie, Neurologie, Physikalische Medizin bzw. Allgemeine Rehabilitation sowie einem Sonderfach nach Wahl ausgebildet.“ Für Medizinerinnen und Mediziner, die bis jetzt bereits geriatrisch tätig sind und an einem der bereits bestehenden Diplomlehrgänge Geriatrie der ÖÄK und der Akademie der Ärzte teilnehmen, gebe es eine Übergangsbestimmung: Wer bis Ende 2012 den Diplomlehrgang absolviert habe, könne das Additivfach Geriatrie beantragen, sofern er eine zumindest dreijährige Betreuung geriatrischer Patienten nachweisen kann – dies auch, ohne die drei Jahre dauernde Ausbildung in Krankenhäusern und Pflegeinstitutionen absolviert zu haben.

 

Quelle: Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer

ÄrzteService berichtigt
ÄrzteService schrieb in der Ausgabe 29-33/11 der Ärzte Woche: „Die in der Regel bei einem Verfahren notwendigen Anwaltskosten sind aber nicht in der Haftpflichtversicherung gedeckt.“ Richtig sollte es „Strafverfahren“ (anstelle Verfahren) heißen. Bei Strafverfahren ist in der Haftpflichtversicherung keine Deckung für Anwaltskosten gegeben. Da in vielen Fällen neben einer Zivilrechtsklage auch ein Strafverfahren, z.B. wegen fahrlässiger Körperverletzung, eingeleitet wird, brauchen Ärzte eine Versicherung, die auch Strafverfahren abdeckt – wie z.B. den Spezialstrafrechtsschutz, der ab Einleitung behördlicher Ermittlungen (auch Vorerhebungen) die Kosten für Anwälte und Sachverständige übernimmt. So kann möglicherweise bereits im Vorfeld ein Strafverfahren abgewendet werden.

ÄrzteService bedauert die unvollständige und missverständliche Formulierung – Rückfragen unter 01/402 68 34



www.aerzteservice.com
01/402 68 34
Terminankündigung
Die nächsten Diplomlehrgänge Geriatrie starten Anfang November in Wien bzw. Ende November in Innsbruck. Die genauen Daten sowie Organisatorisches rund um Anmeldung und Organisation finden sich auf www.arztakademie.at/geriatrie-lehrgang

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