zur Navigation zum Inhalt
 
Leben 9. September 2011

Warnung: Botulismus durch franz. Konserven

Über das europäische Schnellwarnsystem RASFF wird gemeldet, dass in Oliven- und Tomatenpaste eines französischen Herstellers Botulismus-Toxin entdeckt wurde.

"Mitbringsel" aus dem Urlaub

Die AGES gibt im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit bekannt, dass in Frankreich acht Personen an Botulismus erkrankt sind. Ursache der Infektion war der Verzehr von Oliven- bzw. Tomatenpaste des regionalen Herstellers "La Ruche" in der Region Vaucluse in Südfrankreich. Da diese Region ein beliebtes touristisches Ziel ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch ÖsterreicherInnen diese Produkte im Urlaub erworben haben.

Im Internet zu bestellen

Die Produkte wurden auch über das Internet vertrieben www.chocolatprovence.com und www.epicerie-terroirprovence com. 

Da eine Infektion mit dem Bakterium Clostridium botulinum schwerste gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann, wird vor dem Verzehr allenfalls vorhandener Produkte ausdrücklich gewarnt. Die französischen Behörden haben eine Rückrufaktion sämtlicher Produkte aller Chargen und Mindeshaltbarkeitsdaten veranlasst.

Bezeichnung der betroffenen Ware

"Produits Terre de Mistral et le secret d'Anais"

- Tapenade noire,
- Tartinade de tomate sechees,
- Tapenade verte,
- Pesto,
- Anchoiade

"Produits les delices de Marie Claire"

- Tapenade Noire 180g,
- Tapenade noire aux pignons,
- Tapenade noire au pistou,
- Tapenade noire aux tomates sechees,
- Tapenade verte,
- Tapenade verte aux amandes,
- Tapenade verte au thon,

- Anchoiade a la provencale,
- Anchoiade de marius,

- Tomates sechees a l'huile d'olive,
- Thoionade, Delice de tomates sechees au piment d'espellette,

- Tartinade de tomate sechees,
- Caviar d'aubergines,
- Tartinade d'aubergines sechees au piment doux,

- Pesto sauce au pistou,
- Poivronnade,
- Poichichade, Artichonade

Hersteller: "La Ruche", 84300 Cavaillon, Frankreich
Vertreiber: Terre de Mistral, 13790 Rousset, Frankreich

Diese Warnung besagt nicht, dass die Gesundheitsschädlichkeit der Ware vom Erzeuger, Hersteller, Importeur oder Vertreiber verursacht worden ist.

Die AGES ersucht VerbraucherInnen, vorhandene betroffene Produkt keinesfalls zu verzehren, sondern umgehend zu entsorgen.

Was versteht man unter Botulismus?

Botulismus ist eine durch das Bakterium Clostridium botulinum verursachte Vergiftung: Die von diesen Bakterien gebildeten Nervengifte, so genannte Neurotoxine, zählen zu den stärksten Giften, die man kennt.

Botulismus-Erkrankungen sind sehr selten: In Österreich wurden seit 1945 13 Fälle dokumentiert.

 

Um welches Bakterium handelt es sich?

Clostridium botulinum ist ein "Anaerobier"; das bedeutet, das Bakterium wächst nur unter sauerstofffreien Bedingungen. Es bildet hitzebeständige Sporen, die erst bei Temperaturen über 100 Grad C abgetötet werden.

Der Keim kommt weltweit im Erdboden und in küstennahen Gewässern vor. Zur selben Bakterienfamilie gehört auch der Erreger des Tetanus (Wundstarrkrampf)

 

Warum sind die Gifte so gefährlich?

Die von den Bakterien gebildeten Toxine sind extrem giftig: Bereits 10 Mikrogramm (zehn Milliardstel Gramm) gelten für den Menschen als tödliche Dosis. Die Gifte schädigen das Nervengewebe und verursachen dadurch "schlaffe Lähmungen".

Nach zwölf bis 36 Stunden treten Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung auf. Typisch sind in der Folge Sehstörungen (Doppelbilder, Verschwommensehen, Lichtscheu), Schluckstörungen sowie eine schnell fortschreitende schlaffe Lähmung, die auch die Atemmuskulatur betrifft.

 Patienten/-innen mit diesen Symptomen gehören umgehend in ärztliche Behandlung. Möglichst frühzeitig sollte eine intensivmedizinische Behandlung begonnen werden. Seit Einführung der künstlichen Beatmung wurde in Österreich kein Botulismus-Todesfall dokumentiert.

AGES/red

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben