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Leben 4. April 2011

Kriegsverletzte von Ärzte ohne Grenzen evakuiert

Es ist uns am Sonntagnachmittag trotz der heftigen Kämpfe in der Stadt gelungen, in Misrata anzulegen“, erklärt Dr. Helmy Mekaoui, der die Evakuierungsaktion koordiniert hat. „Die Gewalt hat dazu geführt, dass viele Verwundete auf einmal in die Krankenhäuser eingeliefert wurden. Es war in dieser Situation ein glücklicher Umstand, dass wir nach Misrata gelangen und einige Patienten an Bord holen konnten.“

Medizinische Notfälle

Unter den 71 Evakuierten waren drei Patienten, die lebensrettende Maßnahmen benötigt haben. Elf sind schwer traumatisiert. Viele andere haben Bauchverletzungen und offene Knochenbrüche. Schon an Bord des Schiffes leisteten die Mitarbeiter intensivmedizinische Behandlung. Das Team von Ärzte ohne Grenzen bestand aus sieben Ärzten, drei Krankenschwestern und einem Psychologen, darunter auch sieben Mediziner aus Tunesien, die freiwillig an dem Einsatz teilnahmen.

Krankenhaus wurde bombadiert 

Das Krankenhaus in Misrata ist nach Berichten am frühen Sonntagmorgen bombardiert worden. Die anderen Kliniken, die noch geöffnet sind, sind mit Schwerverletzten überfüllt und versuchen trotz fehlenden medizinischen Materials verzweifelt, die Patienten zu behandeln.

Sechs Tonnen Material verteilt

In Misrata hat Ärzte ohne Grenzen sechs Tonnen medizinischen Materials zur Behandlung Kriegsverletzter an die Einrichtungen des Libyschen Gesundheitskomitees verteilt. Darunter sind 300 chirurgische Kits, die für 1.000 Operationen ausreichen, Sterilisationsgeräte und intravenöser Flüssigkeitsersatz.

Patienten kamen nach Tunesien

Das Schiff kam am Montagmorgen in der tunesischen Hafenstadt Sfax an. Die tunesischen Gesundheitseinrichtungen verteilten die Patienten auf ein Dutzend Gesundheitseinrichtungen, in denen sie die dringend benötigte Behandlung bekommen. Die Evakuierung und Behandlung der Patienten war nur dank der Hilfe der tunesischen Ärzte und ihrer Kollegen in Misrata möglich
 

Ärzte ohne Grenzen in Libyen

 

Im Osten der Stadt Benghazi beliefern die Teams von Ärzte ohne Grenzen in Zusammenarbeit mit dem libyschen Gesundheitskomitee medizinische Einrichtungen mit Medikamenten und Material, einschließlich Chirurgiematerial für verwundete Patienten.

Bisher sind 44 Tonnen Hilfsmaterial im Land eingetroffen, weiteres Material befindet sich auf dem Weg. Die Teams erhalten nun Verstärkung durch weiteres medizinisches Personal, das Krankenpflegeausbildungen durchführen wird. Am 21. März hat Ärzte ohne Grenzen eine Lieferung mit Chirurgie-Kits für 300 verwundete Patienten an das Krankenhaus in Misrata geschickt.

In Ras Ajdir in Tunesien an der Grenze zu Libyen leisten die Teams von Ärzte ohne Grenzen Menschen, die vor dem Konflikt geflohen sind, psychologische Hilfe. Teams arbeiten auch in dem Transitlager in Choucha, wo die Menschen auf eine Heimführung oder Umsiedelung warten. Seit Beginn der Gewalt in Libyen ist es die Priorität von Ärzte ohne Grenzen, Zugang zu Gebieten zu erlangen, in denen der Bedarf an Hilfe am größten ist.

Presseaussendung/Ärzte ohne Grenzen

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