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Fotos (2): Mag. Wenzel Müller
Kunden kommen nicht nur wegen Medikamenten: Die Wiener „Apotheke zum Löwen von Aspern“ lädt auch regeImäßig zu Vorträgen ein.
 
Leben 3. März 2009

Mehr als nur Medikamentenausgabe

Die Apotheke als Gesundheitszentrum.

Zur Gesundheit gehört auch soziales Wohlbefinden, sagt die WHO. Das findet auch die Wiener „Apotheke zum Löwen von Aspern“ und lädt regelmäßig zu kulturellen Veranstaltungen ein. Das Thema der aktuellen Reihe lautet „Heilsamer Umgang mit Kunst“.

 

Großzügig – dieser Eindruck drängt sich dem Besucher der Apotheke „Zum Löwen von Aspern“ in Wien-Donaustadt als Erstes auf. Zur Straße hin weist das Geschäft eine große Glasfront auf und präsentiert sich so wie in einem Schaufenster präsentiert: offen und freizügig.

Der Verkaufsraum ist groß und klar strukturiert. Hier kommt kein Engegefühl auf. Der Kunde geht aber nicht etwa unter, im Gegenteil, er wird an frei stehenden Verkaufsinseln bedient. Bedient – das ist fast das falsche Wort. Denn die 22 Mitarbeiter der Apotheke sehen ihre Arbeit nicht allein darin, dem Kunden das gewünschte Medikament auszuhändigen. Er wird auch beraten, informiert und aufgeklärt, nicht zuletzt in Fragen der Ernährung und Kosmetik.

Soziales Wohlbefinden zählt

Die Apotheke versteht sich als eine Art Gesundheitszentrum. Fasten- und Wellness-Kurse werden angeboten, und der Chef des Hauses, Dr. Wilhelm Schlagintweit, führt einen eigenen Heilkräutergarten auf der Dachterrasse. Damit nicht genug: Die Apotheke lädt regelmäßig zu Kulturveranstaltungen ein (Kasten). Denn: Zur Gesundheit zählt, wie die WHO betont, nicht zuletzt soziales Wohlbefinden.

Bärbl Zechner leitet diesen „Denkraum Donaustadt“. Friedrich Achleitner, Margeherita Spiluttini, Vladim Vertlieb, Leopold Rosenmayer – bedeutende Personen aus Wissenschaft und Kunst konnte sie schon als Vortragende gewinnen. Hier am Rand von Wien, jenseits der Donau, hat sie so etwas wie ein Bildungs- und Kommunikationszentrum aufgebaut, eine Leistung, die mit dem Gesundheitspreis der Stadt Wien 2004 in der Sparte Prävention und von der UNESCO-Kommission mit dem Dekadenpreis für nachhaltige Bildung 2008 gewürdigt wurde.

Die aktuelle Vortragsreihe hat das Thema „Ohne Risiko und Nebenwirkung – über den heilsamen Umgang mit Kunst“. Sie widmet sich Fragen wie: Welche Folgen haben die Einwirkung von Musik, Klang, Farbe und Form? Wie weit ist Kunstwahrnehmung als Therapie nutzbar? Wie wird mit dem Einsatz von kreativen Techniken, mit oder ohne Anleitung, eine therapeutische Wirkung erreicht? Antworten liefern Experten in Kulturgeschichte, bildender Kunst, Psychotherapie und Musiktherapie.

Kasten:
„Ohne Risiko und Nebenwirkung – über den heilsamen Umgang mit Kunst“
Die Geburt der Psychoanalyse aus dem Geist der Hysterie
Ein Beitrag von August Ruhs, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Psychoanalytiker (IPV), zum Verhältnis von Kunst und Pathologie.
Am Donnerstag, den 26. Februar, 19 Uhr.
Von der Kunst des Handelns
Monika Ankele, Historikerin und Künstlerin, referiert über Strategien der Alltagsbewältigung von Frauen in Psychiatrien um 1900. Selbstzeugnisse aus der Sammlung Prinzhorn.
Am Mittwoch, den 25. März, 19 Uhr
Musik in der Medizin
Gerhard Tucek, Kulturwissenschafter und Sozialanthropologe, spricht über anthropologische Grundlagen und klinische Perspektiven von Musiktherapie.
Am Mittwoch, den 22. April, 19 Uhr
Das „heilende“ Potenzial des Tanzes
Ursula Schopf, Tanztherapeutin, Psychologin, Tänzerin, spricht über das Thema: Vom Orientalischen Tanz bis hin zur Tanztherapie.
Am Mittwoch, den 13. Mai, 19 Uhr
Abschreiben als künstlerische Praxis
Josef Dabernig, bildender Künstler, präsentiert Band 8 der Bawag Foundation Edition mit der handschriftlichen Kopie des Buches von Dr. Franz Xaver Mayr „Schönheit und Verdauung oder die Verjüngung des Menschen nur durch sachgemäße Wartung des Darmes“. Dazu ein Gespräch über Analogien im Werk des Künstlers.
Am Mittwoch, den 3. Juni, 19 Uhr.
Ort: Apotheke „Zum Löwen von Aspern“, Groß Enzersdorferstraße 4, 1220 Wien, Eintritt: 5 Euro (ermäßigt 3 Euro)
Fotos (2): Mag. Wenzel Müller

Kunden kommen nicht nur wegen Medikamenten: Die Wiener „Apotheke zum Löwen von Aspern“ lädt auch regeImäßig zu Vorträgen ein.

Offen und freizügig: Die Apotheke in der Donaustadt präsentiert sich mit großer Glasfront wie im Schaufenster.

Von Mag. Wenzel Müller, Ärzte Woche

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