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Leben 25. Oktober 2010

Protest gegen "Körperwelten" - Onlineshop

Als "Leichenteile-Onlineshop" bezeichnet die Österreichische Ärztekammer Gunther von Hangens Plan seine Plastinationen im Internet zum Verkauf anzubieten. Schon früher hat die Ärztekammer die Zurschaustellung von Leichenplastinaten in der Ausstellung "Körperwelten" kritisiert. Nun geht von Hagens einen Schritt weiter, indem er entsprechende Konservierungen von Toten in einem Online-Shop anbieten will.

Sinnfrage

Von Hagens betont zwar, dass der Erwerb nur jenen Nutzern möglich sei, welche in Forschung, Lehre oder als niedergelassener Arzt tätig sind. "Hier stellt sich schon die Frage, welchen Sinn dieses Angebot für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte wohl haben könnte", so Michael Peintinger, Referent für Ethik und Palliativmedizin der Ärztekammer für Wien.

Wissenschaft als Deckmantel

Vielmehr hätte ein solcher "Leichenteile-Online-Shop" massive Auswirkungen auf die Wahrnehmung "des in seiner Verletzlichkeit schutzwürdigen Menschen im Sinne einer weiteren Instrumentalisierung". Es scheine ein wissenschaftlicher Deckmantel benützt zu werden, um Geschäfte mit präparierten Verstorbenen zu ermöglichen. "Damit aber wird der Mensch posthum zur Handelsware degradiert, wodurch seine Würde zutiefst verletzt wird", lautet die Kritik Peintingers.

ÖÄK/AN

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