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Foto: Farid Sabha
Farid Sabha, 1962 in Wien geboren, hat in Wien an der Hochschule für Angewandte Kunst und der Akademie der Bildenden Künste studiert. Seine „240 Köpfe“ (links eine Auswahl)stellte er bereits im Essl Museum aus, nun tut er es wieder im Schloss Wolkersdorf
 
Leben 9. März 2010

Reise ins Ungewisse

Kunstausstellung im Schloss Wolkersdorf.

„Malerei und Zeichnung“, so heißt die Ausstellung, die das Schloss Wolkersdorf als Nächstes zeigt. Schlicht ist der Titel, aber überhaupt nicht das Werk des ausstellenden Künstlers Farid Sabha.

 

Am Anfang ist die Idee. So mag es bei manchen Künstlern sein, nicht allerdings bei Farid Sabha, bei ihm ist am Anfang der Strich. Erst einer, dann immer mehr. Sie werden korrigiert, gelöscht, zerstört, ergänzt, so lange, bis sie sich zu einem Ganzen fügen, zu einer Struktur, einem Gebilde, einer Figur. Wie in der Zeichnung, so auch in der Malerei – für den Künstler, 1962 in Wien geboren, bedeutet jedes neue Bild ein Abenteuer, eine Expedition ins Ungewisse. Er fängt irgendwo an und lässt sich selbst überraschen, wohin die Reise geht, was das Endprodukt ist. Mit ganzem Vertrauen auf die Handbewegung, den Impuls, den spontanen Einfall, die Intuition. Nach und nach nimmt so die Komposition Form an.

Dabei gibt Sabha, der in Wien an der Hochschule für Angewandte Kunst (C. Unger, A. Frohner) und der Akademie für Bildende Kunst (W. Hollegha) studiert hat, dieser Komposition selber gleichsam einen Rahmen vor. Er grundiert seine Leinwände, und zwar immer auf unterschiedliche Weise. Mal sind sie einfarbig, mal mehrfarbig. Mal dunkel, mal hell. Das sind gewissermaßen die Schauplätze, die er malend mit Leben füllt, in die er seine Figuren platziert. Meistens sind es Figuren, es kann aber auch mal ein Steinhaufen sein. Was eben der spontane Einfall diktiert.

Die Figuren werden aus der Grundierung herausgekratzt, dann wieder aufgemalt. Betrachtet man sie aus der Nähe, so passt bei ihnen nichts zusammen. Die Füße viel zu lang, und der Rücken könnte genauso gut der Bauch sein. Tritt man ein paar Schritte zurück, so erscheinen einem die Figuren völlig klar. Ob sie sitzen, stehen oder liegen, das ist eindeutig zu erkennen. Obwohl die Figuren eben nur aus wenigen, wie lose hingeworfenen Strichen und Klumpen bestehen. Alles wirkt anstrengungslos, wie nebenbei geschaffen, wunderbar leicht – kurz: die Striche passen!

 

Ausstellung Farid Sabha im Schloss Wolkersdorf, Vernissage am 27. März um 18 Uhr. Ausstellung bis 25. April. Schlossplatz 2, 2120 Wolkersdorf

Von Mag. Wenzel Müller, Ärzte Woche 10 /2010

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