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Fotos (4): Susan Schulmann

Die Fotos stammen von Susan Schulmann. Die amerikanische Fotografin lebt seit 1990 in London. Kriegsgebiete sind die Schauplätze ihrer Reportagen.

Rivalisierende Gruppen streiten im Kongo um die wertvollen Bodenschätze. Der Bürgerkrieg hat schon 5 Millionen Tote gefordert. Ärzte ohne Grenzen leistet medizinische Hilfe vor Ort.

 
Leben 2. Februar 2010

Licht ins Dunkel

Susan Schulmann fotografierte die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen im Kongo.

Alle reden von der Katastrophe in Haiti. Kaum jemand von der im Kongo, obwohl der Bürgerkrieg dort schon 5 Millionen Tote gefordert hat. In dieser „vergessenen Krisenregion“ ist Ärzte ohne Grenzen seit Jahren aktiv.

 

Der Kongo ist etwa so groß wie West-Europa und verfügt über große Rohstoffvorkommen, doch die bringen dem afrikanischen Land nicht nur Segen. Denn seit Jahren streiten rivalisierende Gruppen um die Bodenschätze, eine Auseinandersetzung, die schon 5 Millionen Tote gefordert hat. Wegen der unsicheren Situation trauen sich Hilfsorganisationen kaum ins Land. Ärzte ohne Grenzen zählt zu den wenigen, die trotzdem kommen und vor Ort helfen.

Die medizinische Hilfsorganisation wurde 1971 in Folge des Biafra-Krieges von französischen Ärzten gegründet, heute agiert sie weltweit. Die österreichische Sektion wurde 1994 gegründet.

Mobile Kliniken

Im Kongo ist die medizinische Versorgung schlicht katastrophal, Ärzte ohne Grenzen ist bestrebt, das größte Elend zu lindern, mit mobilen Kliniken, die die Notfallversorgung übernehmen. Und das tut die Hilfsorganisation nun schon seit 1987 – der Kongo zählt zu ihren Haupteinsatzgebieten. Trotzdem blieb das Engagement bisher von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt.

Dazu ist das Elend zu weit weg. Dazu fehlt es auch an schockierenden Bildern. Bilder vom gewöhnlichen Massensterben liefert nun auch die amerikanische Fotografin Susan Schulman nicht, die vor Ort war und sich ein Bild von der Situation im Kongo machte. Die Fotografin, die seit 1990 in London lebt und regelmäßig in großen Zeitschriften publiziert, zeigt stattdessen die tägliche Arbeit in den Krankenstationen. Da hilft man sich mit an der Wand angebrachten Schnüren. Die Bettgestelle sind rostig, und eine Bettdecke, die ist seltener Luxus. Nichts ist so sehr gefragt wie Improvisation. Die Fotos, zuletzt ausgestellt in der Wiener Galerie Westlicht, bringen uns die Arbeit der Mediziner im Krisengebiet näher.

Von Mag. Wenzel Müller, Ärzte Woche 5 /2010

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