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Leben 7. Jänner 2010

25 Jahre Brückenfunktion

im Zeichen der Humanität

Arabische Ärzte in Europa gründeten ARABMED, um den Austausch traditioneller und aktueller Erkenntnisse zwischen der arabischen Welt und Europa zu fördern.

Eine Brücke zwischen den Ärzten in Europa und der arabischen Welt und der Austausch aktueller Erkenntnisse – das waren und sind die Ziele von ARABMED in Europe, die 1984 in Deutschland gegründet wurde. Zum 25-Jahr-Jubiläum fand Ende Oktober gemeinsam mit der Österreichisch-Arabischen Ärzte- und Apothekervereinigung und der Donau Universität Krems in Wien ein Kongress statt. Auf dem Programm standen zahlreiche medizinische Fachrichtungen sowie Katstrophenmedizin, medizinische Ethik und ein Rückblick auf die Errungenschaften der arabischen Medizin.

 

„ARABMED vertritt rund 2.500 Mediziner“, stellte Dr. Tammam Kelani, Präsident der Österreichisch-Arabischen Ärzte- und Apothekervereinigung fest. Zu den Aktivitäten der Union zählen neben wissenschaftlichen auch humanitäre und soziale Maßnahmen. „Wir Mediziner sind ein Bestandteil dieses Landes und Europas“, betonte Kelani als Antwort auf fremdenfeindliche Aussagen bestimmter politischer Gruppen und unterstrich die Bedeutung arabischer Ärzte für die medizinische Versorgung in europäischen Ländern, speziell in Österreich. Nicht nur erfreuen sie sich bei der Bevölkerung großer Beliebtheit, sondern wäre auch der Betrieb mancher Krankenhäuser vor allem außerhalb der Ballungszentren ohne sie nicht möglich. Auf die lange Tradition der Verbundenheit der österreichischen Medizin mit dem arabischen Raum wies Dr. Walter Dorner, Präsident der österreichischen Ärztekammer in seiner Begrüßung hin: Sie reicht von Prof. Karl Fellinger über Prof. Gerhard Freilinger bis zu Prof. Wolfgang Graninger.

Die Expertise der im Ausland studierenden und arbeitenden arabischen Mediziner kommt sowohl den neuen Heimat- als auch ihren Herkunftsländern zugute. Syrien hat das Potenzial seiner „Expatriates“ erkannt und veranstaltet seit 2004 „Expat-Konferenzen“ in Damaskus, berichtete der syrische Botschafter in Österreich, S.E. Mohammad Badi Khattab. „Wo immer wir hinkommen, finden wir syrische Ärzte“, stellte Khattab fest. „Wir sehen das nicht als Verlust von guten Leuten im Sinne eines braindrain, sondern als Gewinn für beide Seiten. Unsere Mediziner und andere Wissenschaftler und Wirtschaftsfachleute lernen, forschen und arbeiten im Ausland. Die dort gewonnenen Erkenntnisse kommen im Austausch zurück nach Syrien.“

Ethik und humanitäre Arbeit

Mit dem speziellen Aspekt der Ethik und der humanitären Arbeit in der Medizin beschäftigt sich die 1981 in den USA gegründete Federation of Islamic Medical Associations, FIMA. „Dies wird“, so der Vertreter der FIMA, Prof. Dr. Aly Mishal, „in der Ausbildung der Studenten vernachlässigt.“ Bioethik ist ein zunehmend wichtiger werdendes Thema, das mit dem rasanten Fortschritt in der Medizin weiter an Bedeutung gewinnen wird. Ebenso die humanitäre Arbeit. Die FIMA, die mit ARABMED in Europa zusammenarbeitet, ist heute in 50 Ländern der Welt vertreten und ihre Mitglieder haben beispielsweise 45.000 Augenoperationen kostenlos in afrikanischen Ländern und Entwicklungsländern durchgeführt. In Zusammenarbeit mit den medizinischen Universitäten vor allem in islamischen und arabischen Ländern wurde an der Entwicklung der Ausbildungen und der Etablierung von bioethischen Standards gearbeitet. Die humanitäre Arbeit ist auch einer der Haupttätigkeitsbereiche der arabischen medizinischen Gesellschaften in Österreich. So hat das Österreichisch-Syrische Ärztekomitee für medizinische Zusammenarbeit beispielsweise insgesamt 21 Rettungsautos für Syrien gesponsert, heuer allein nach Gaza acht Rettungsautos sowie Instrumente, OP-Säle und Inkubatoren. Die Stadt Wien erklärte sich über die Vermittlung des Österreichisch-Syrischen Ärztekomitees bereit, mehr als 50 Schwerverletzte aus den Palästinensergebieten in Gemeindespitälern kostenlos zu behandeln.

Abstände verkleinern

„Wir müssen zuhören, den Dialog fördern und die Abstände zwischen den Nationen und den Kulturen verkleinern“, sagte Dr. Faidi Omar Mahmoud, Präsident des Kongresses. Das Ziel ist besseres gegenseitiges Verständnis und mehr Toleranz.

 

Der 26. ARABMED Kongress findet vom 16. bis 25. April 2010 in Dublin statt.

  • Herr Doctor Nabil Deeb, 06.02.2010 um 17:57:

    „Migration weltweit und die seelischen Auswirkungen von Flucht und Vertreibung !



    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Registered Doctors'Association
    Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
    53140 Bonn / GERMANY



    Migration weltweit und die seelischen Auswirkungen von Flucht und Vertreibung

    Migration weltweit :-

    Migration ist ein globales Phänomen. Es gibt kein Land, das nicht grenzüberschreitende Zu- und Abwanderungen (internationale Migration) oder Wanderungsbewegungen im Landesinneren (Binnenmigration) verzeichnen würde.

    Eine wichtige Triebkraft der Wanderungsbewegungen ist die Globalisierung mit ihrer weltweiten Integration der Märkte. Allerdings wirkt die Globalisierung nicht unbeschränkt:
    • Zum einen bemühen sich alle Staaten um eine Steuerung der Zuwanderung, manche auch um eine Begrenzung der Abwanderung. Die Intensität der Steuerung ist zwar unterschiedlich, und manche Staaten sind für Zuwanderung offener als andere. Grundsätzlich aber gilt: Jeder Staat steuert, und kein Land verfolgt eine Politik der offenen Grenzen.
    • Zum anderen wandern Menschen nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen: Flüchtlinge machen einen erheblichen Teil der weltweiten Wanderungen aus. Sie verlassen ihre Heimat nicht in erster Linie, um bessere wirtschaftliche Lebensbedingungen für sich und die Familie zu finden, sondern weil sie Schutz vor Unterdrückung und Verfolgung suchen.
    Insgesamt steigt die Zahl der internationalen Migranten und Flüchtlinge weitaus langsamer an, als angesichts der fortschreitenden Integration der Märkte, der Zunahme der weltweiten Ungleichheit und der unzureichenden Sicherheit in vielen Staaten zu erwarten wäre. Gleichwohl nehmen die Wanderungsbewegungen insgesamt zu, und in vielen Staaten wächst die Einsicht, dass die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen nur durch eine intensivere internationale Zusammenarbeit bewältigt werden können.

    Deutsche Flüchtlinge in Dänemark :-

    Mitte Mai 1945 ergab eine Zählung der dänischen Behörden: Etwa 238.000 deutsche Flüchtlinge lebten zu diesem Zeitpunkt in rund 1.1000 Lagern und Einquartierungen auf dänischem Boden, der seit April 1940 von den deutschen Truppen besetzt gewesen war. Etwa die Hälfte der Flüchtlinge waren Frauen, ein Drittel Kinder und Jugendlich und der Rest meist Männer über 70 Jahre.
    Ende als Anfang: Flucht und Vertreibung :-
    Der Zweite Weltkrieg löst eine beispiellose Völkerwanderung in Europa aus. Millionen von Menschen sind auf der Flucht oder suchen eine neue Heimat.
    Vor der heranrückenden Roten Armee flüchten in den letzten Kriegswochen hunderttausende Deutsche nach Westen. Die rücksichtslose nationalsozialistische Durchhaltepolitik führt dazu, dass die Flucht hinausgeschoben wird und nun häufig inmitten von Kampfhandlungen des letzten Kriegswinters erfolgt.
    Nach Kriegsende beginnt die brutale Vertreibung der Deutschen aus Ost-, Mittel- und Südosteuropa. Ab 1946 folgen in Ausführung der Potsdamer Beschlüsse die großen "regulären" Vertriebenentransporte.
    Ein kleiner Handwagen, ein Rucksack, ein Holzkoffer mit wenigen Habseligkeiten sind häufig der ganze Besitz der Flüchtlinge und Vertriebenen. Hunger, Kälte und Krankheiten begleiten ihre wochen- und monatelange Flucht. Hunderttausende verlieren dabei ihr Leben. Viele Familien werden auseinandergerissen und sind auf der Suche nach ihren Angehörigen.
    Immer mehr Menschen strömen in das Gebiet der vier Besatzungszonen. Bei der ersten auf Anordnung des Alliierten Kontrollrats durchgeführten Volkszählung im Oktober 1946 werden 9,6 Millionen Flüchtlinge gezählt. Allein in Schleswig Holstein steigt die Bevölkerung mit 860.000 Vertriebenen um 33 %. Die Flüchtlinge werden in Lager und Notquartiere eingewiesen oder bei Privatfamilien untergebracht. Nicht selten gibt es Schwierigkeiten im Zusammenleben zwischen Einheimischen und Vertriebenen. Dennoch ist die Integration von Millionen, die sich über Jahre hinzieht, eine herausragende Leistung in den Wirren der Nachkriegszeit.

    Nicht allein Flüchtlinge und Vertriebene, auch entlassene Soldaten, Verwundete, Evakuierte, Kinder aus den zahlreichen Heimen der Kinderlandverschickung, ehemalige Zwangsarbeiter, die deutschen Überlebenden der Konzentrationslager und zurückkehrende Emigranten sind unterwegs, oft quer durch Deutschland - etwa 12 Millionen Menschen, meist zu Fuß, auf der Suche nach ihren Familien, ihren Heimatorten oder einem neuen Zuhause.


    Flucht und Vertreibung :-

    Die Erfahrungen von Flucht und Vertreibung in der deutschen
    Geschichte und ihre seelische Auswirkungen :-
    Die seelischen Auswirkungen von Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Ostgebieten des Deutschen Reichs und aus den besetzten Ländern werden oft nicht erkannt, weder von den Betroffenen selbst noch bei ihren Kindern und Kindeskindern.

    Das hat vielfältige Gründe:-

    • Die Traumatisierung durch die Schrecken der Flucht, die tödlichen Bedrohungen, der Verlust von Angehörigen, Freunden, Heimat, Vertrautheit haben oft so schwer gewogen, dass darüber nicht zu sprechen war oder nur in stereotypen Erzählungen, die bei den Nachkommen Desinteresse bewirkten.

    • Die Umgebung war nicht vorbereitet, befand sich selber in großen Schwierigkeiten durch Krieg, wirtschaftliche Not, Desorientierung.
    • Sowohl wenn in der Außenwelt die extreme Schuld der Veranwortlichen und die massenhafte direkte und indirekte Beteiligung an ihnen einigermaßen klar erkannt als auch wenn sie verleugnet wurden, band dies so viel an psychischer Energie, dass die Offenheit für das Schicksal der Flüchtlinge und Vertriebenen noch weiter eingeschränkt wurde.
    • Flüchtlinge und Vertriebene trugen in besonderer Weise an der gesamtgesellschaftlichen Schuld - ein Thema, das weit über einen materiellen "Lastenausgleich" hinausging, worüber aber nur unzureichend geredet werden konnte, insbesondere was die seelischen Tiefenschichten betraf.
    • Der Kalte Krieg und die Politik der Vertriebenenverbände verstärkten eine Polarisierung zwischen dem Beharren auf den alten Grenzen und denen, welche die neuen Verhältnisse anerkannten. Die einzelnen Flüchtlinge und Vertriebenen hatten es schwer, in dieser Situation mit ihrem individuellen Schicksal gesehen zu werden.
    • Flüchtlinge und Vertriebene waren genauso wie diejenigen, die das Glück hatten, ihre Heimat nicht verloren zu haben, in die Schuld des Dritten Reichs verstrickt. Auch von ihnen neigten viele dazu, sich aus der Täter- in die "Opfer"-Rolle zu begeben, also ihr Fluchtschicksal für das Verleugnen und Verschweigen der eigenen Verbrechensbeteiligung zu benutzen. Das aber konnte vielfältige Spannungen insbesondere bei den Kindern erzeugen.
    Die bis heute und über die Generationen hinweg wirkenden Folgen von Flucht und Vertreibung sind vielfältig, werden aber immer noch bei weitem zu wenig gesehen. Insbesondere ist daran zu denken, wenn Menschen sich "eigenartig" verhalten, das heißt anders, als man es ansonsten von ihnen erwarten würde, zum Beispiel: unerklärlich aufbrechende Ängste oder depressive Verstimmungen, Finanzprobleme, extreme Sparsamkeit oder Verschwendungssucht, Scheu, sich eine eigene Wohnung zu erwerben, Albträume (auch noch bei Kindern und Enkeln), übertriebene Bescheidenheit, extremer Leistungsanspruch und vieles andere mehr. Natürlich kann das jeweils ganz andere Ursachen haben, doch es wäre wichtig, wenn im Alltag ebenso wie in Psychologie und Pädagogik angesichts von unerklärlich wirkenden Verhaltensweisen und Gefühlszuständen mehr als bisher auch daran gedacht würde, dass es sich eventuell um Spätfolgen von Flucht und Vertreibung handeln könnte.

    Wie es häufig vorkommt bei Traumatisierungen, brechen diese unter Umständen selbst nach längerer Zeit noch auf, ausgelöst etwa durch das älter Werden oder durch Situationen, die an damals erinnern.

    Eine des öfteren beschriebene erhöhte Reizbarkeit und Ängstlichkeit in Deutschland könnte etwas mit den massenhaften Erfahrungen von Flucht und Vertreibung und mit deren Verdrängung zu tun haben. Und es steht zu vermuten, dass Ähnliches für Fremdenfeindlichkeit und mangelnde Integrationsbereitschaft gegenüber Migranten gilt.
    Die ähnlichen seelischen Auswirkungen von Flucht und Vertreibung sind bei den Flüchtlingen weltweit zu beobachten .


    Literatur beim Verfasser


    Migration weltweit und die seelischen Auswirkungen von Flucht und Vertreibung !

    Migration around the world and the psychological effects of flight and expulsion !

    Migrations dans le monde et les effets psychologiques de la fuite et expulsion !



    Mit freundlichen kollegialen Grüßen

    Ihr


    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Ärzteverein e.V.
    Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
    Department of Medical Research
    Département de la recherche médicale
    P.O. Box 20 10 53
    53140 Bonn – Bad Godesberg / GERMANY

    &

    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Ärzteverein e.V.
    Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
    Department of Medical Research
    Département de la recherche médicale
    P.O. Box 10 01 35
    53439 Bad Neuenahr / GERMANY“

  • Herr Doctor Nabil Deeb, 23.01.2011 um 12:47:

    „Menschenrecht auf Gesundheit gilt auch für die Menschen in GAZA-Streifen .


    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Ärzteverein e.V.
    53140 Bonn


    Das wichtigste völkerrechtliche Abkommen zum Schutz des Rechts auf Gesundheit ist der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UN-Sozialpakt), an den fast alle Länder der Welt ( = 189 Staaten ) auch Deutschland seit 1973 gebunden ist.

    Diesem Pakt zufolge versteht man das Recht auf Gesundheit als das Recht eines jeden Menschen auf das für ihn bzw. sie erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit (UN-Sozialpakt, Artikel 12 Absatz 1). Dies verpflichtet den Staat, die Vorraussetzungen zu schaffen, die für eine Person „im Krankheitsfall den Genuss medizinischer Einrichtungen und ärztlicher Betreuung sicherstellen“ (UN-Sozialpakt, Artikel 12 Absatz 2 d).

    Im Sinne des UN-Sozialpakts eröffnet das Recht auf Gesundheit einen Anspruch auf Zugang zur bestehenden Infrastruktur der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Das Recht auf Gesundheit soll ohne Diskriminierung gewährleistet werden, die Leistungen der gesundheitlichen Versorgung müssen für die Betroffenen bezahlbar sein. Die rechtliche Möglichkeit allein, gleichberechtigten Zugang zu haben, reicht allerdings nicht aus. Vielmehr soll der Zugang auch tatsächlich (de facto) gewährleistet werden. Das ist nicht der Fall, wenn die Betroffenen von der Wahrnehmung dieses elementaren Rechts in aller Regel wegen strukturell bedingter Hürden absehen.

    Menschenrechte sind unveräußerliche Rechte. Sie sind grundsätzlich statusunabhängig .

    Der Gesundheitszustand eines Menschen ist von elementarer Bedeutung für ein Leben in Würde.

    Allgemeine Erklärung der Menschenrechte Resolution 217 A (III) vom 10.12.1948 :

    Artikel 12 :

    Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

    In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wird in Art. 25 ganz konkret das Recht auf ärztliche Versorgung und Absicherung im Krankheitsfall festgehalten.

    Diesem Pakt zufolge versteht man das Recht auf Gesundheit als das Recht eines jeden Menschen auf das für ihn bzw. sie erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit (UN-Sozialpakt, Artikel 12 Absatz 1). Dies verpflichtet den Staat, die Vorraussetzungen zu schaffen, die für eine Person „im Krankheitsfall den Genuss medizinischer Einrichtungen und ärztlicher Betreuung sicherstellen“ (UN-Sozialpakt, Artikel 12 Absatz 2 d).

    Im Sinne des UN-Sozialpakts eröffnet das Recht auf Gesundheit einen Anspruch auf Zugang zur bestehenden Infrastruktur der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Das Recht auf Gesundheit soll ohne Diskriminierung gewährleistet werden, die Leistungen der gesundheitlichen Versorgung müssen für die Betroffenen bezahlbar sein. Die rechtliche Möglichkeit allein, gleichberechtigten Zugang zu haben, reicht allerdings nicht aus. Vielmehr soll der Zugang auch tatsächlich (de facto) gewährleistet werden. Das ist nicht der Fall, wenn die Betroffenen von der Wahrnehmung dieses elementaren Rechts in aller Regel wegen strukturell bedingter Hürden absehen.

    Menschenrechte sind unveräußerliche Rechte. Sie sind grundsätzlich statusunabhängig und gelten daher auch uneingeschränkt für Frauen, Männer und Kinder. Der Gesundheitszustand eines Menschen ist von elementarer Bedeutung für ein Leben in Würde.

    Im Jahr 2000 haben 189 Staaten in den Millennium Development Goals (MDG) eine klare Aussage zu den globalen Gesundheitszielen getroffen und eine Kehrtwende in der globalen Gesundheit gefordert.

    UNO Menschenrechtsabkommen Pakt I (Sozialrechte) :

    Art. 12: «(1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht eines jeden auf das für ihn erreichbare Höchstmass an körperlicher und geistiger Gesundheit an.
    (2) Die von den Vertragsstaaten zu unternehmenden Schritte zur vollen Verwirklichung dieses Rechts umfassen die erforderlichen Massnahmen
    (a) zur Senkung der Zahl der Totgeburten und der Kindersterblichkeit sowie zur gesunden Entwicklung des Kindes;
    (b) zur Verbesserung aller Aspekte der Umwelt- und der Arbeitshygiene;
    (c) zur Vorbeugung, Behandlung und Bekämpfung epidemischer, endemischer, Berufs- und sonstiger Krankheiten;
    (d) zur Schaffung der Voraussetzungen, die für jedermann im Krankheitsfall den Genuss medizinischer Einrichtungen und ärztlicher Betreuung sicherstellen.


    Solange Menschen und ihre Regierungen nicht in ihrem Herzen und in ihrem Geist als Gleiche miteinander umgehen, werden die internationalen Dokumente wie die sog. „“ Allgemeine Erklärung der Menschenrechte „“ in unserer Wissenschaftsgesellschaft nicht viel ändern.!!!


    Die Leukämie und die traumatischen Verletzungen im toxischen Krieg gegen die Menschen in GAZA-Streifen mit abgereichertem Uran :-

    In vielen Regionen der Welt sind die Kinder bei politischen Unruhen und Kriegen zu militärischen Waffen ausgesetzt.

    Bei der o. g . Studie „“ Trends in Childhood Leukemia in Basrah, Iraq, 1993–2007 „“ konnten die amerikanischen Kollegen auch beweisen, erhöhte Erkrankungen der Kinder an Leukämie bei der verbreiteten Verwendung von Munition mit abgereichertem Uran stark ausgeprägt sind.


    Abgereichertes Uran im sinnlosen , massivsten chemonuklearen Krieg gegen den GAZA-Streifen :-

    Urangeschosse wurden im palästinensischen GAZA-Streifen von den israelischen Besatzungstruppen gegen den GAZA - Streifen eingesetzt .

    Zu den zahlreichen Palästinenser, die kurz vor Kriegsende in Gaza getötet wurden, gesellt sich die entweder durch die Auswirkungen von Abgereichertem Uran (Depleted Uranium, DU) oder durch kombinierte Ursachen bewirkte ständig zunehmende Anzahl von Kranken und Toten, es sind hauptsächlich Kinder und Jugendliche.

    Der Ausbruch der Krankheit kann im Fall von DU-Vergiftung bis zu 50 Jahre auf sich warten lassen, die derzeitigen Zahlen sind erst der Anfang.

    Die Auswirkungen von DU erstrecken sich auf eine Dauer von bis zu mehreren tausenden Jahren, sind also nie mehr wieder rückgängig zu machen ( nach der Literatur ) .

    Auf dem gesamten GAZA- Territorium, sind die Gewässer, die Luft, die Vegetation und die Tiere bereits schwer vergiftet. Und was die Menschen betrifft, so schnellen die Erkrankungen und die Todesfälle mit unglaublicher Geschwindigkeit in die Höhe.

    Wirkung der Munition aus abgereichertem Uran :-

    Uran ist eines der Elemente mit dem höchsten spezifischen Gewicht bzw. der höchsten Dichte.

    Gesundheitsschäden durch abgereichertes Uran :-

    Erkranken können alle Lebewesen - nicht nur Menschen, - die mit der Uranmunition und dem Uranoxidstaub in Berührung kommen: Rüstungsarbeiter bei der Produktion der Munition, Soldaten beim Transportieren, dem Lagern und beim Verschießen der Munition, alle Lebewesen im Einsatzgebiet und alle Lebewesen, die Nahrungsmittel aus dem Einsatzgebiet konsumieren, weil das Uran auch über die Nahrungskette in die Körper gelangt.

    Uranoxidteilchen von 2,5 µm Größe kann niemand sehen, riechen oder schmecken. Wenn mit der Nahrung Uranpartikel aufgenommen werden, können nur 0,2% durch den Darm in den Körper gelangen, der Rest wird mit den Exkrementen ausgeschieden.

    Hauptsächlich werden Uranoxidteilchen eingeatmet, gelangen in das Lungengewebe und dadurch in das Blut. Sie sind in den Körperflüssigkeiten nur sehr schwer löslich. Sie werden überwiegend im Skelett eingelagert, das als Langzeitdepot dient.

    Die „biologische „Halbwertzeit“ ist die Zeit, in der die Hälfte des aufgenommenen Urans wieder ausgeschieden ist. Sie ist auf jeden Fall länger als ein Jahr.

    Über die Blutbahn gelangt das Uran in die Leber und die Nieren, wo es die Zellen vergiftet. Die akute Gesundheitsschädigung besteht in einer chemischen Vergiftung durch das Schwermetall Uran, ähnlich wie bei einer Cadmium- oder Bleivergiftung, nur reicht schon eine wesentlich geringere Menge dafür aus. Bei fortgesetzt gleichmäßiger Abgabe von geringen Mengen Uran aus dem Knochenspeicher wird die nierenschädigende Wirkung anderer Umweltgifte, denen wir ausgesetzt sind, verstärkt.

    Die akute Schwermetallvergiftung durch Uran führt zu Funktionsstörungen von Nieren und Leber, bis zum tödlichen Funktionsausfall. Die geschädigte Leber ist nicht in der Lage, die Eiweißsynthese und den notwendigen kolloidosmotischen Druck aufrechtzuerhalten, so tritt das Wasser in den Bauchraum aus. Die geschädigte Niere ist nicht in der Lage, das Wasser auszuscheiden.

    2. Gesundheitliche Schäden durch niedrige Strahlendosis :-

    Die chronische Uranvergiftung führt zu einem AIDS-ähnlichem Immundefekt oder zu Krebserkrankungen, insbesondere Leukämie. Auch natürliche Radioaktivität verursacht eine gewisse Anzahl von Krebserkrankungen, denn es gibt keine unschädliche Niedrigstrahlung. Da das Uran in den Knochen eingelagert wird, ist dort der Ausgangspunkt der schwachradioaktiven Strahlung. Das Gewebe, das in -Strahlen am nächsten liegt, ist das Knochenmark, das Organ, inaReichweite der dem die Blutzellen und die Immunzellen gebildet werden. Wird dieses Immun- und Blutbildungsorgan radioaktiv verstrahlt, kommt es zu einer schweren Form der Blutarmut (aplastische Anämie), zu Krebserkrankungen wie Leukämie oder anderen bösartigen Neubildungen oder zum Immundefekt. Folgen des Immundefektes sind schwerste Verläufe von Masern und Kinderlähmung, Salmonellen- und Wurmerkrankungen, Herpes- und Zosterbildungen.

    Beim Hautkontakt mit abgereichertem Uran kommt es zu schlecht heilenden Wunden mit schmerzlosen Geschwüren. Sie sind deshalb schmerzlos, weil die schmerzempfindenden und -leitenden Sinnes- und Nervenzellen zerstört worden sind.

    Schließlich wird durch das abgereicherte Uran eine genetische Schädigung verursacht. Es kommt zu einer Häufung von Fehlgeburten, Totgeburten und Geburten lebensunfähiger Kinder.

    Von uranvergifteten Eltern wurden Kinder mit folgenden angeborenen Mißbildungen lebend geboren :-

    • Hydrocephalus mit Hirnnervenstörung und Schwachsinn
    • Phokomelie, einer ausgeprägten Mißbildung der Extremitäten wie nach Contergan
    • fehlende Knorpelbildung der unteren Extremitäten
    • Fehlbildung eines Beines mit Greiffunktion einer Hand
    • Fehlbildung, Zusammenwachsen der Finger und der Zehen
    • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
    • Abdominalspalt
    • Spina bifida, Spaltbildung der Wirbelsäule.

    Während des Zweiten Weltkrieges war im Oktober 1943 durch Deutschland eine großflächige Radioaktivität in die Kriegführung eingeplant. Auf diese Zeit geht wohl auch die Entwicklung „besonderer Geschosse“ zurück. Die US-Spionage hatte hiervon allerdings Kenntnis erhalten.

    D.U.-Geschosse wurden von den alliierten Truppen im Golfkrieg 1991 erstmalig angewandt, mit verheerenden Wirkungen und Folgen.


    Menschenrecht auf Gesundheit gilt auch für die Menschen in GAZA-Streifen .

    Human right to health also applies to the people of Gaza Strip.

    Droit à la santé de l'homme s'applique également à la population de la bande de Gaza.

    Människors rätt till hälsa gäller också för människorna i Gaza.



    Literatur :-

    1. Veröffentlichungen des Deutschen Instituts für Menschenrechte
    http://www.dimr.eu/questions.php?questionid=174 ;

    2. Veröffentlichungen der Ärzteorganisation „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW).;

    3. Internationale Presseveröffentlichungen in verschiedenen Sprachen ;

    4. Zahlreiche Internationales Recht – und Medizin-Fachliteratur ;
    4 . International study confirms doubling of childhood leukemia rates in southern Iraq,
    , "Trends in Childhood Leukaemia in Basrah, Iraq (1993-2007), published in the American Journal of Public Health , American Journal of Public Health, 10.2105/AJPH.2009.164236. ;
    5. Rest der Literatur beim Verfasser


    Mit freundlichen kollegialen Grüßen

    Ihr

    Nabil DEEB
    Arzt – Physician – Doctor

    PMI-Ärzteverein e.V.
    Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
    Palestine Medico International Doctors Association ( P.M.I.) registered association

    Department of Medical Research
    Département de la recherche médicale

    P.O. Box 20 10 53
    53140 Bonn – Bad Godesberg / GERMANY

    e.mail:


    PS.:

    Bei Anforderung von Literatur wenden Sie sich bitte an meine o. g . Adresse in 53140 Bonn.“

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